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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Mörnsheim-Formation
ID: 4012058
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Krumbeck (1928), Definition Niebuhr (in Niebuhr & Pürner 2014)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Süddeutscher Jura, Weißjura-Gruppe
Chronostratigraphie: Untertithonium (Tithonium, Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: pars Schichten von Solenhofen (Oppel 1863); Wilder Fels von Mörnsheim (Schneid 1914+1915); Mörnsheimer Schichten (Krumbeck 1928); Mörnsheimer Schichten, Tiefere Mörnsheimer Schichten, Höhere Mörnsheimer Schichten, Buxheimer Schiefer und Mergelschiefer, Mergelplattenserie, Dickbankkalke, Lindlberg-Mergel (Freyberg 1962, 1964, 1968); Mörnsheim formation, pars Reisberg formation, pars Reisberg member, Buxheim member, Biesenhard member, Lindlberg member (Zeiss 1977); Mörnsheim-Formation (Niebuhr & Pürner 2014)
Lithologie: Sehr variabel, charakteristisch sind die liegende Kieselplattenfazies (Mühlheim-Subformation) und die hangende Schuttkalkfazies (Großanger-Subformation). Dazwischen und auch lateral dazu treten Plattenkalke, dünnbankige Kalke und Mergelkalke mit feinem Detritus auf.
Untergeordnete Einheit: Mühlheim-Subformation (unterer Abschnitt der Mörnsheim-Formation) – die Fazies 1, Feinschichtige Schuttfazies von Fesefeldt (1962) resp. Kieselplatten-Serie des Zeta 3a von Schnitzer (1965) besteht aus Plattensilex mit Plattenkalken.
Großanger-Subformation (oberer Abschnitt der Mörnsheim-Formation) – Fazies 3.4, knollenführende oder knollenfreie Schuttkalke und Fazies 3.5, Schutt- und Schillkalke von Fesefeldt (1962) sind detritusreiche Bankkalke, die die Mörnsheim-Formation im Hangenden abschließen.
Liegendgrenze: Die Kieselplattenfazies der Mühlheim-Subformation der Mörnsheim-Formation liegt mit deutlichem lithologischen Schnitt auf den Plattensilex-freien Plattenkalken der Altmühltal-Formation. In der Langenaltheimer Haardt (TK 25: 7131 Monheim) ist der an dieser Grenze naheliegende Hiatus durch einen Hartgrund belegt (Wings 2000).
Hangendgrenze: Aussetzen der Schutt- und Schillkalke der Mörnsheim-Formation, es folgen gefleckte, nahezu Fossilschutt-freie Bankkalke der Usseltal-Formation.
Mittlere Mächtigkeit: 45-65 m (Fesefeldt 1962)
Maximale Mächtigkeit: 65 m (Fesefeldt 1962)
Typusprofile, etc.: Typusprofil der Mörnsheim-Formation: ehemaliger Plattenkalkbruch Kesseltal am Solnhofener Berg mit Solnhofener Hangender Krummen Lage (TK 25: 7131 Monheim). Typusprofil für die Mühlheim-Subformation: ehemaliger Steinbruch Adelschlag (TK 25: 7133 Eichstätt). Typusprofil der Großanger-Subformation mit 8 m mächtiger Grobschuttbank (vgl. Meyer & Schmidt-Kaler 1994): Bohrung Spindeltal 1990 (TK 25: 7132 Dollnstein).
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): Die Mörnsheim-Formation ist auf den westlichen Teil der Südlichen Frankenalb zwischen dem Nördlinger Ries und einer Linie Ingolstadt–Beilngries beschränkt.
Zeitgleiche Einheiten: Zeitgleiche Schichtfazies ist auf der Frankenalb nicht erhalten. In der ungeschichteten Fazies finden sich zeitgleich Massenkalke und -dolomite der Oberen Frankenalb-Formation. Auf der Schwäbischen Alb sind sowohl Teile der Hangende Bankkalk-Formation zeitgleich.
Alterseinstufung: Die biostratigraphische Einstufung mittels Ammoniten ergibt das mittlere Untertithonium (obere Hybonotum-Zone), ehemals geschichteter Malm Zeta 3 in Bayern. In der unteren Mörnsheim-Formation bei Mörnsheim und Daiting hat Schweigert (2007) den moernsheimensis-Faunenhorizont der oberen Hybonotum-Zone nachgewiesen.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Dieses Datenblatt ist eine gekürzte Fassung der Veröffentlichung von Niebuhr & Pürner (2014), weitere Informationen und ausführliche Diskussion dort.
Der Name leitet sich ab vom Markt Mörnsheim, Landkreis Eichstätt, Regierungsbezirk Oberbayern (Bayern).
Kurzcharakterisierung: Sehr variable Bank- und Plattenkalke, Plattensilex; westliche Südliche Frankenalb; mittleres Untertithonium.
Literatur: Fesefeldt, K. (1962): Schichtenfolge und Lagerung des oberen Weißjura zwischen Solnhofen und der Donau (Südliche Frankenalb). – Erlanger Geol. Abh., 46: 80 S.; Erlangen.
Freyberg, B. v. (1962): Die Malm Gamma/Delta-Grenze bei Staffelstein. – Geol. Bl. NO-Bayern, 12: 133-140; Erlangen.
Freyberg, B. von (1964): Geologie des Weißen Jura zwischen Eichstätt und Neuburg / Donau (Südliche Frankenalb). – Erlanger Geol. Abh., 54: 97 S.; Erlangen.
Freyberg, B. v. (1968): Übersicht über den Malm der Altmühl-Alb. – Erlanger Geol. Abh., 70: 39 S.; Erlangen.
Krumbeck, L. (1928): Bemerkungen zur Entstehung der Solnhofener Schichten. – Centralbl. Min. Geol. Paläont., B 1928: 428-434; Regensburg.
Meyer, R.K.F. & Schmidt-Kaler, H. (1994): Treuchtlingen, Solnhofen, Mörnsheim, Dollnstein. – Wanderungen in der Erdgeschichte, 1: 96 S.; München.
Niebuhr, B. & Pürner, T. (2014): Plattenkalk und Frankendolomit – Lithostratigraphie der Weißjura-Gruppe der Frankenalb (außeralpiner Oberjura, Bayern). – SDGG, 83: 5-71; Hannover.
Oppel, A. (1863): Über jurassische Cephalopoden. – Paläont. Mitt. Mus. Königlich Bayerischen Staates, 3: 163-266; Stuttgart.
Schneid, T. (1914+1915): Die Geologie der Fränkischen Alb zwischen Eichstätt und Neuburg a. D. – Geogn. Jh., 27-28: 59-170 und 1-61; München.
Schnitzer, W.A. (1965): Geologie des Weißen Jura auf den Blättern Kipfenberg und Gaimersheim (Südliche Frankenalb). – Erlanger Geol. Abh., 57: 45 S.; Erlangen.
Schweigert, G. (2007): Ammonite biostratigraphy as a tool for dating Upper Jurassic lithographic limestones from South Germany – first results and open questions. – N. Jb. Geol. Paläont., Abh., 245 (1): 117-125; Stuttgart.
Wings, O. (2000): Ein Hartgrund als neuer Aspekt bei der Interpretation der untertithonischen Solnhofener Plattenkalke. – Archaeopteryx, 18: 75-92; Eichstätt.
Zeiss, A. (1977): Jurassic stratigraphy of Franconia. – Stuttgarter Beitr. Naturk., B 31: 32 S.; Stuttgart.
Autor des Datenblattes: Birgit Niebuhr
Erstellt am: 13.01.2015
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 14.10.2015
Änderung Datensatz: 20.10.2015


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Litholex Recherche vom 29.04.2017, 03:47:18.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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