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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Feuerstein-Formation
ID: 4012054
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Freyberg (1966)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Süddeutscher Jura, Weißjura-Gruppe
Chronostratigraphie: Unterkimmeridgium (Kimmeridgium, Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Oberoxfordium (Oxfordium, Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Mitteloxfordium (Oxfordium, Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: pars Grünoolithkalke, Rauchkalke, Werkkalk, Stufe der unteren grauen Mergelkalke, der Impressa-Mergel und der Grünoolithlage, Stufe des Werkkalks (Gümbel 1868, 1891); Untere graue Mergelkalke, Werkkalk (Müller 1958); Feuerstein-Bankfolge (Freyberg 1966); Geschichtete Fazies der Oxford-Schichten [früher: Malm Alpha und Beta] (Meyer et al. 1972); Feuerstein formation (Zeiss 1977); Feuerstein-Formation (Niebuhr & Pürner 2014)
Lithologie: Die Feuerstein-Formation zeigt eine klassische Zweiteilung in einen unteren tonig-mergeligen und einen oberen kalkigen Abschnitt, auch als Untere Mergelkalke und oberer Werkkalk resp. Malm Alpha und Beta bezeichnet. Eine scharfe, lithologische Abgrenzung zwischen beiden Abschnitten ist nicht möglich, der Karbonatgehalt steigt, ähnlich wie bei der zeitgleichen Dietfurt-Formation, mehr oder weniger kontinuierlich an (Freyberg 1966). Die Nummerierung von Müller (1958) beginnt an der Basis der Weißjura-Gruppe mit der Kalkbank 1 und reicht bis zur Kalkbank 156 am Top der Feuerstein-Formation hinauf. Die unteren zwei Drittel sind deutlich Mergel-dominiert und variieren stark in ihrer Mächtigkeit und lithologischen Ausbildung. Etwa im oberen Drittel treten Kalkbänke mit dünnen Mergel-Fugen auf, die sich über große Distanzen mit gleichbleibenden Mächtigkeiten nahezu 1:1 bis in das Typusprofil der Dietfurt-Formation auf der Südlichen Frankenalb (ca. 90 km südlich bei Dietfurt a.d. Altmühl) Bank-für-Bank korrelieren lassen (Freyberg 1966).
Untergeordnete Einheit: Die Grünoolithbank resp. Glaukonitschicht oder Ammoniten-führende Mergelknollenlage an der Basis der Dietfurt-, Hartmannshof- und Feuerstein-Formationen und die Oolithschicht von Voglarn an der Basis der Voglarn-Formation sind zeitgleich und haben Leitcharakter (Niebuhr 2014; Niebuhr & Pürner 2014).
Liegendgrenze: Die Feuerstein-Formation liegt auf den sandig-glaukonitischen Mergeln des Sachsendorf-Horizonts der Sengenthal-Formation = Top Braunjura-Gruppe (Freyberg 1966; Zeiss 1977; Franz et al. 2014).
Hangendgrenze: Der Übergang zur Ebermannstadt-Formation ist durch das Einsetzen der Mergel-dominierten Sedimentation innerhalb der Glaukonit- und Ammoniten-reichen Platynota-Mergel (ehemals Malm Gamma 1) zu sehen (Freyberg 1966; Schick 2008).
Mittlere Mächtigkeit: 20-50 m (Zeiss 1977)
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Typusregion ist das Flusstal des Wiesent zwischen Ebermannstadt und Muggendorf, dort ist die Feuerstein-Formation an den Hängen angeschnitten. Typusprofil: ehemaliger Städtischer Steinbruch westlich von Ebermannstadt am Fuß der Burg Feuerstein (TK 25: 6233 Ebermannstadt), bei Freyberg (1966) sind zahlreiche weitere Profile beschrieben und dargestellt, die als Referenzprofile gelten können.
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): Nördliche Frankenalb. Die Feuerstein-Formation ist zwischen Egloffstein und Lichtenfels die unterste Formation der Weißjura-Gruppe.
Zeitgleiche Einheiten: Zwischen Straubing und Passau (Niederbayern) werden zeitgleich die Voglarn- und Ortenburg-Formationen unterschieden (Niebuhr 2014). Auf der Mittleren Frankenalb ist die Hartmannshof-Formation und auf der Südlichen Frankenalb die Dietfurt-Formation zeitgleich. In Baden-Württemberg sind die Korallenkalk-, Nerineenkalk-, Impressamergel- und Wohlgeschichtete Kalk-Formationen zeitgleich. Das Riffwachstum der Massenfazies der Frankenalb-Formation in Bayern und der Lochen-Subformation in Baden-Württemberg setzt lokal bereits wenige Meter oberhalb der Basis der Weißjura-Gruppe allmählich ein.
Alterseinstufung: Die biostratigraphische Einstufung mittels Ammoniten ergibt das Mitteloxfordium bis Unterkimmeridgium (Plicatilis- bis Planula-Zone).
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Dieses Datenblatt ist eine gekürzte Fassung der Veröffentlichung von Niebuhr & Pürner (2014), weitere Informationen und ausführliche Diskussion dort.
Der Name der Formation bezieht sich auf den Feuerstein, ein Berg bei Ebermannstadt, Landkreis Forchheim, Regierungsbezirk Oberfranken (Bayern).
Kurzcharakterisierung: Gebankte Kalke und Mergelkalke; ehemals lithostratigraphisch Untere Mergelkalke und Werkkalk; Nördliche Frankenalb; Mitteloxfordium bis unteres Unterkimmeridgium.
Literatur: Franz, M., Niebuhr, B. & Zeiss, A. (2014): Sengenthal-Formation. – In: LithoLex (Online-Datenbank), Hannover (BGR).
Freyberg, B. v. (1966): Der Faziesverband im Unteren Malm Frankens. Ergebnisse der Stromatometrie. – Erlanger Geol. Abh., 62: 112 S.; Erlangen.
Gümbel, C.W. (1868): Geognostische Beschreibung des Königreiches Bayern. 2. Abtheilung. Geognostische Beschreibung des Ostbayerischen Grenzgebirges oder des Bayerischen und Oberpfälzer Waldgebirges. – 968 S.; Kassel.
Gümbel, C.W. v. (1891): Geognostische Beschreibung des Königreiches Bayern. 4. Abtheilung. Geognostische Beschreibung der Fränkischen Alb (Frankenjura) mit dem anstossenden Fränkischen Keupergebiete. – 763 S.; Kassel.
Meyer, R.K.F., Viohl, G. & Zorn, H. (1972): Geologische Karte von Bayern 1 : 25.000 und Erläuterungen zum Blatt Nr. 5933 Weismain. – 160 S.; München.
Müller, K.W. (1958): Stratigraphische und tektonische Spezialaufnahmen im Jura südlich von Ebermannstadt (Fränkische Alb). – Erlanger Geol. Abh., 25: 3-22; Erlangen.
Niebuhr, B. (2014): Lithostratigraphie der mittel- bis oberjurassischen Reliktvorkommen zwischen Straubing und Passau (Niederbayern). – SDGG, 83: 73-82; Hannover.
Niebuhr, B. & Pürner, T. (2014): Plattenkalk und Frankendolomit – Lithostratigraphie der Weißjura-Gruppe der Frankenalb (außeralpiner Oberjura, Bayern). – SDGG, 83: 5-71; Hannover.
Schick, H.W. (2008): Litho- and biostratigraphic correlations between the Swabian and the N Frankonian Alb. Introduction to the Ebermannstadt Formation (Lower Kimmeridgian). – Notes Mém. Serv. géol. Maroc, 527: 135-142; Rabat.
Zeiss, A. (1977): Jurassic stratigraphy of Franconia. – Stuttgarter Beitr. Naturk., B 31: 32 S.; Stuttgart.
Autor des Datenblattes: Birgit Niebuhr
Erstellt am: 12.01.2015
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 20.10.2015
Änderung Datensatz: 04.11.2015


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Litholex Recherche vom 24.06.2017, 19:18:52.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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