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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Ebermannstadt-Formation
ID: 4012053
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Schick (2008)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Süddeutscher Jura, Weißjura-Gruppe
Chronostratigraphie: Kimmeridgium (Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: pars Stufe der oberen grauen Mergelkalke (Gümbel 1891); Platynota-Mergel = Malm Gamma 1, Bankgruppe A-D (Freyberg 1962); Geschichtete Fazies der Unteren Kimmeridge-Schichten [früher auch Malm Gamma] mit Bankgruppe B und A, Geschichtete Fazies der Mittleren Kimmeridge-Schichten [früher auch Malm Delta] mit Bankgruppe D und mit Bankgruppe C an der Basis (Meyer et al. 1972); pars Dornig formation (Zeiss 1977); Ebermannstadt Formation (Schick 2008)
Lithologie: Weiche, dunkle Kalkmergel mit dünnen, teilweise flaserigen Mergelkalken und Kalkbänken (Schick 2008). Die Nummerierung im Typusprofil beginnt an der Basis der Platynota-Mergel mit der tiefsten Mergellage 156a (Freyberg 1966).
Untergeordnete Einheit: Burgstall-Subformation (= Platynota-Mergel, unterer Abschnitt der Ebermannstadt-Formation) – Die ca. 5,30 m mächtige Abfolge ist insbesondere im mittleren und oberen Abschnitt sehr mergelig entwickelt.
Breitenbach-Subformation – In den Kalkmergeln, die ins Hangende zunehmend dunkler werden, treten dicke, amalgamierte und flaserige Kalkbänke auf. Im Typusprofil werden 10,40 m erreicht.
Drügendorf-Subformation – Die von allen vier Subformationen am kalkigsten entwickelte, 8,70 m mächtige Abfolge von dickbankigen Kalken und dünneren, dunklen Mergellagen wird von den 2,30 m mächtigen Crusoliensis-Mergeln am Top abgeschlossen.
Teuchatz-Subformation (oberer Abschnitt der Ebermannstadt-Formation) – Die ca. 9 m mächtige Wechselfolge im Hangenden der Crusoliensis-Mergel (Schick 2008) besteht aus zwei mergeligen Bereichen zwischen dickbankigen Kalken.
Liegendgrenze: Die weichen Kalkmergel und Mergelkalke der Ebermannstadt-Formation liegen entweder auf den massiven Bankkalken der oberen Feuerstein-Formation (z.B. an der Typuslokalität) oder auf der Massenfazies der Unteren Frankenalb-Formation (z.B. alter und neuer Steinbruch Ludwag). Die Basis der Ebermannstadt-Formation ist jeweils durch die markant in den Steinbrüchen zurückspringenden, Glaukonit- und Ammoniten-reichen Platynota-Mergel (Burgstall-Subformation) deutlich zu sehen.
Hangendgrenze: Oberhalb der dunklen Kalkmergel und Mergelkalke der Ebermannstadt-Formation erscheinen die typischen dickbankigen, tuberolithischen Schwammkalke der Treuchtlingen-Formation (Freyberg 1962; Meyer et al. 1972; Schick 2008).
Mittlere Mächtigkeit: ca. 33 m (Schick 2008)
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Typusregion ist das Flusstal des Wiesent zwischen Ebermannstadt und Muggendorf, dort ist an den Hängen die Ebermannstadt-Formation im Hangenden der Feuerstein-Formation angeschnitten. Typusprofil: dasselbe wie für die Feuerstein-Formation, TK 25: 6233 Ebermannstadt; Referenzprofil: alter Steinbruch Ludwag (Steinbruch Schmaus), TK 25: 6032 Scheßlitz.
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): Nördliche Frankenalb
Zeitgleiche Einheiten: Auf der Südlichen und Mittleren Frankenalb werden zeitgleich die Arzberg-, Treuchtlingen- und Pottenstein-Formationen unterschieden. Die drei unteren Subformationen der Ebermannstadt-Formation (Burgstall-, Breitenbach- und Drügendorf-Subformation) sind mit der Arzberg-Formation zeitgleich und die Teuchatz-Subformation mit den unteren Abschnitten der Treuchtlingen- und Pottenstein-Formationen. Zwischen Straubing und Passau (Niederbayern) ist die Söldenau-Formation (Niebuhr 2014) und in Baden-Württemberg ist die Lacunosamergel-Formation zeitgleich (Mönnig 2006; Schick 2008). Die Ausbreitung der Massenfazies der Frankenalb- und Oberjura-Massenkalk-Formation nimmt weiter zu, die Lochen-Subformation endet zeitgleich.
Alterseinstufung: Die biostratigraphische Einstufung mittels Ammoniten ergibt das mittlere Unterkimmeridgium bis untere Oberkimmeridgium (Platynota-Zone bis untere Mutabilis-Zone), ehemals geschichteter Malm Gamma 1 bis Unterdelta in Bayern (Schick 2008). Malm Oberdelta und damit die Pseudomutabilis-Zone, wie von Zeiss (1962) angenommen, hat sich nicht bestätigt.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Dieses Datenblatt ist eine gekürzte Fassung der Veröffentlichung von Niebuhr & Pürner (2014), weitere Informationen und ausführliche Diskussion dort.
Ableitung des Formationsnamens nach der Stadt Ebermannstadt, Landkreis Forchheim, Regierungsbezirk Oberfranken (Bayern).
Kurzcharakterisierung: Dunkle, weiche Kalkmergel und Mergelkalke mit wenigen Kalkbänken; Nördliche Frankenalb; mittleres Unterkimmeridgium bis unteres Oberkimmeridgium.
Literatur: Freyberg, B. v. (1962): Die Malm Gamma/Delta-Grenze bei Staffelstein. – Geol. Bl. NO-Bayern, 12: 133-140; Erlangen.

Freyberg, B. v. (1966): Der Faziesverband im Unteren Malm Frankens. Ergebnisse der Stromatometrie. – Erlanger Geol. Abh., 62: 112 S.; Erlangen.

Gümbel, C.W. v. (1891): Geognostische Beschreibung des Königreiches Bayern. 4. Abtheilung. Geognostische Beschreibung der Fränkischen Alb (Frankenjura) mit dem anstossenden Fränkischen Keupergebiete. – 763 S.; Kassel.

Meyer, R.K.F., Viohl, G. & Zorn, H. (1972): Geologische Karte von Bayern 1 : 25.000 und Erläuterungen zum Blatt Nr. 5933 Weismain. – 160 S.; München.

Mönnig, E. (2006): Lacunosamergel-Formation. – In: LithoLex (Online-Datenbank), Hannover (BGR).

Niebuhr, B. (2014): Lithostratigraphie der mittel- bis oberjurassischen Reliktvorkommen zwischen Straubing und Passau (Niederbayern). – SDGG, 83: 73-82; Hannover.

Niebuhr, B. & Pürner, T. (2014): Plattenkalk und Frankendolomit – Lithostratigraphie der Weißjura-Gruppe der Frankenalb (außeralpiner Oberjura, Bayern). – SDGG, 83: 5-71; Hannover.

Schick, H.W. (2008): Litho- and biostratigraphic correlations between the Swabian and the N Frankonian Alb. Introduction to the Ebermannstadt Formation (Lower Kimmeridgian). – Notes Mém. Serv. géol. Maroc, 527: 135-142; Rabat.

Zeiss, A. (1962): Ammoniten aus dem Malm Gamma und Delta vom Dornig (Ofr.). – Geol. Bl. NO-Bayern, 12: 140-144; Erlangen.

Zeiss, A. (1977): Jurassic stratigraphy of Franconia. – Stuttgarter Beitr. Naturk., B 31: 32 S.; Stuttgart.
Autor des Datenblattes: Birgit Niebuhr
Erstellt am: 12.01.2015
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 20.10.2015
Änderung Datensatz: 04.11.2015

Anzahl Litho alt: 1

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Litholex Recherche vom 25.05.2017, 03:20:06.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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