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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Dietfurt-Formation
ID: 4012052
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Streim (1961)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Süddeutscher Jura, Weißjura-Gruppe
Chronostratigraphie: Unterkimmeridgium (Kimmeridgium, Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Oberoxfordium (Oxfordium, Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Mitteloxfordium (Oxfordium, Oberjura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: pars Grünoolithkalke, Rauchkalke, Werkkalk, Stufe der unteren grauen Mergelkalke, der Impressa-Mergel und der Grünoolithlage, Stufe des Werkkalks (Gümbel 1868, 1891); Gebankte Fazies des Malm Alpha und Beta (Streim 1961); Südalb-Bankfolge (Freyberg 1966); Heidenheimer Schichten, Gelbebürg-Schichten, Oberweiler Schichten, pars Hahnenkamm-Folge (Nitzopoulos 1974); Dietfurt formation, pars Heidenheim group, pars Hahnenkamm group (Zeiss 1977); Schichtfazies der Oxford-Schichten [Malm Alpha und Beta] (Schmidt-Kaler 1976); Dietfurt-Formation, Heidenheim-Subformation, Gelbebürg-Subformation, Oberweiler-Schichten (Groiss et al. 2000); Dietfurt-Formation (Schönenberger & Galadí-Enríquez 2011; Niebuhr & Pürner 2014)
Lithologie: Die Dietfurt-Formation zeigt auf großen Teilen der Südlichen Frankenalb eine klassische Zweiteilung (Streim 1961). Im unteren tonig-mergeligen Abschnitt, auch bekannt als Untere Mergelkalke oder Malm Alpha, treten unregelmäßig-wulstig gebankte Tonmergel bis Mergelkalke auf. Der obere kalkige Abschnitt, auch bekannt als Werkkalk oder Malm Beta, besteht aus sehr ebenflächig gebankten Kalken, die nur noch selten von wenigen, aber markanten Mergellagen unterbrochen werden. Der Karbonatgehalt steigt innerhalb der Dietfurt-Formation mehr oder weniger kontinuierlich an. Die Nummerierung beginnt an der Basis der Weißjura-Gruppe mit der Mergellage 1a und reicht bis zur Kalkbank 233 am Top der Dietfurt-Formation hinauf, die Grenze zwischen beiden Abschnitten wird etwa durch den sog. Doppelmergel 153a gegeben, der als markanter Leithorizont in allen Profilen auffällt (Streim 1961; Freyberg 1966). Die Dietfurt-Formation ist zyklisch aufgebaut, die Mächtigkeiten der Kalkbänke schwanken auch über große Distanzen kaum.
Untergeordnete Einheit: Die Grünoolithbank resp. Glaukonitschicht oder Ammoniten-führende Mergelknollenlage an der Basis der Dietfurt-, Hartmannshof- und Feuerstein-Formationen und die Oolithschicht von Voglarn an der Basis der Voglarn-Formation sind zeitgleich und haben Leitcharakter (Niebuhr 2014; Niebuhr & Pürner 2014).
Liegendgrenze: Braunjura-Gruppe; die Dietfurt-Formation liegt mit einer Schichtlücke auf der Winnberg-Subformation der Sengenthal-Formation (Freyberg 1966; Zeiss 1977; Franz et al. 2014).
Hangendgrenze: Der Übergang zur Arzberg-Formation ist durch die markant in den Steinbrüchen zurückspringenden, Glaukonit- und Ammoniten-reichen Platynota-Mergel des ehemaligen Malm Gamma 1 zu sehen. In aktiven Steinbrüchen verläuft auf diesem Horizont häufig eine Abbausohle.
Mittlere Mächtigkeit: 45-55 m (Streim 1961; Nitzopoulos 1974)
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Typusregion ist die Umgebung von Dietfurt, wo an den Hängen der Altmühl sowie der Weißen Laber und ihrer Zuflüsse die Dietfurt-Formation bestens aufgeschlossen ist. Typusprofil: aufgelassener Steinbruch Leibrecht am Arzberg westlich von Dietfurt (TK 25: 6935 Dietfurt a.d. Altmühl).
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): Südliche Frankenalb. Die Dietfurt-Formation ist zwischen Regensburg und Treuchtlingen die älteste Formation der Weißjura-Gruppe.
Zeitgleiche Einheiten: Zwischen Straubing und Passau (Niederbayern) werden zeitgleich die Voglarn- und Ortenburg-Formationen ausgeschieden (Niebuhr 2014). Auf der Mittleren Frankenalb ist die Hartmannshof-Formation und auf der Nördlichen Frankenalb die Feuerstein-Formation zeitgleich. In Baden-Württemberg sind die Korallenkalk-, Nerineenkalk-, Impressamergel- und Wohlgeschichtete Kalk-Formationen zeitgleich. Das Riffwachstum der Massenfazies der Frankenalb-Formation in Bayern und der Lochen-Subformation in Baden-Württemberg setzt lokal bereits wenige Meter oberhalb der Basis der Weißjura-Gruppe allmählich ein.
Alterseinstufung: Die biostratigraphische Einstufung mittels Ammoniten ergibt Mitteloxfordium bis unteres Unterkimmeridgium (Plicatilis- bis Planula-Zone).
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Dieses Datenblatt ist eine gekürzte Fassung der Veröffentlichung von Niebuhr & Pürner (2014), weitere Informationen und ausführliche Diskussion dort.
Der Name der Formation bezieht sich auf die Stadt Dietfurt an der Altmühl, Landkreis Neumarkt, Regierungsbezirk Oberpfalz (Bayern).
Der ehemalige Steinbruch Leibrecht am Arzberg westlich von Dietfurt (TK 25: 6935 Dietfurt a.d. Altmühl), Typusprofil der Dietfurt- und Arzberg-Formationen, ist die Nr. 51 von Bayerns 100 schönsten Geotopen (Bayerisches Landesamt für Umwelt 2011).
Kurzcharakterisierung: Gebankte Kalke und Mergelkalke; ehemals lithostratigraphisch Untere Mergelkalke und Werkkalk; Südliche Frankenalb; Mitteloxfordium bis unteres Unterkimmeridgium.
Literatur: Bayerisches Landesamt für Umwelt (Hrsg.) (2011): Hundert Meisterwerke. Die schönsten Geotope Bayerns. – 288 S.; München.
Franz, M., Niebuhr, B. & Zeiss, A. (2014): Sengenthal-Formation. – In: LithoLex (Online-Datenbank), Hannover (BGR).
Freyberg, B. von (1966): Der Faziesverband im Unteren Malm Frankens. Ergebnisse der Stromatometrie. – Erlanger Geol. Abh., 62: 112 S.; Erlangen.
Groiss, J.T., Haunschild, H. & Zeiss, A. (2000): Das Ries und sein Vorland. – Samml. geol. Führer, 92: 271 S.; Stuttgart.
Gümbel, C.W. (1868): Geognostische Beschreibung des Königreiches Bayern. 2. Abtheilung. Geognostische Beschreibung des Ostbayerischen Grenzgebirges oder des Bayerischen und Oberpfälzer Waldgebirges. – 968 S.; Kassel.
Gümbel, C.W. von (1891): Geognostische Beschreibung des Königreiches Bayern. 4. Abtheilung. Geognostische Beschreibung der Fränkischen Alb (Frankenjura) mit dem anstossenden Fränkischen Keupergebiete. – 763 S.; Kassel.
Niebuhr, B. (2014): Lithostratigraphie der mittel- bis oberjurassischen Reliktvorkommen zwischen Straubing und Passau (Niederbayern). – SDGG, 83: 73-82; Hannover.
Niebuhr, B. & Pürner, T. (2014): Plattenkalk und Frankendolomit – Lithostratigraphie der Weißjura-Gruppe der Frankenalb (außeralpiner Oberjura, Bayern). – SDGG, 83: 5-71; Hannover.
Nitzopoulos, G. (1974): Faunistisch-ökologische, stratigraphische und sedimentologische Untersuchungen am Schwammstotzen-Komplex bei Spielberg am Hahnenkamm (Ob. Oxfordien, Südliche Frankenalb). – Stuttgarter Beitr. Naturk., B 16: 143 S.; Stuttgart.
Schmidt-Kaler, H. (1976): Geologische Karte von Bayern 1 : 25.000 und Erläuterungen zum Blatt Nr. 7031 Treuchtlingen. – 145 S.; München.
Schönenberger, J. & Galadí-Enríquez, E. (2011): Geologische Karte von Bayern 1 : 25.000 Blatt Nr. 6935 Dietfurt. – Augsburg.
Streim, W. (1961): Stratigraphie, Fazies und Lagerungsverhältnisse des Malm bei Dietfurt und Hemau (Südliche Frankenalb). – Erlanger Geol. Abh., 38: 49 S.; Erlangen.
Zeiss, A. (1977): Jurassic stratigraphy of Franconia. – Stuttgarter Beitr. Naturk., B 31: 32 S.; Stuttgart.
Autor des Datenblattes: Birgit Niebuhr
Erstellt am: 12.01.2015
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 14.10.2015
Änderung Datensatz: 20.10.2015


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Litholex Recherche vom 25.03.2017, 06:57:16.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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