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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Sonninienton-Formation
ID: 4012046
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Hiltermann 1939
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Norddeutscher Dogger
Chronostratigraphie: Unterbajocium (Bajocium, Mitteljura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Schichten des Inoceramus polyplocus (von Seebach 1864, incl. Ludwigientone); Sonninienschichten (Hiltermann 1939); Sowerbyiton (Brinckmann 1948); Dogger gamma (Hoffmann 1949), Sowerbyi-Schichten (Westermann 1954); Sonninienschichten (Huf 1968, Boigk 1981); Sowerbyi-Ton (Schmidt-Walther 1990), Sonninienton-Fm (Mönnig 2008); Sonninienschichten mit Varel-Sandstein = bju1 (Brand & Mönnig 2009).
Lithologie: Dunkelgraue bis schwarzgraue, z.T. schwach sandige Tonsteine mit etwas heller gefärbten Tonmergelsteinen; der Sandanteil ist auf Schichtflächen in dünnen Lagen erkennbar; immer viel Glimmer; häufig ist Pyrit, in Knollen oder in pyritischen Steinkernen von Ammoniten; Geoden- und Schill-Lagen, Tutenmergel konzentrieren sich auf den unteren Teil, in 5-10 cm starken Kalkbänken mit Schalenbreccien kommt Mytiloceramus (früher: Inoceramus) polyplocus teilweise massenhaft vor (= Polyplocus-Schichten).
Untergeordnete Einheit: Die Polyplocus-Schichten (5-10 m) sind eine Wechsellagerung von Tonsteinen, Kalkbänken und Kalkgeoden mit massenhaftem Auftreten von Mytiloceramus polyplocus.
Liegendgrenze: Nördlich der Elbe bis zur Altmark beginnen die Sonninientone über dem Wöhrden-Sandstein (= Concavum-Sandstein); südlich davon ist eine lithologische Abgrenzung zu den Ludwigientonen teilweise schwierig, wenngleich die Grenze Aalenium-Bajocium mikropaläontologisch gut zu ermitteln ist; im Raum Osnabrück (Tongube Voßberg bei Wallenhorst) deutlicher lithologischer Wechsel von schluffarmen, bröckeligen Tonsteinen zu massigen, schluffreichen Tonsteinen mit massenhaftem Vorkommen von Mytiloceramus polyplocus, in der Tongrube Hellern obere Geodenlage (Schicht 1 bei Hiltermann 1939); in Bethel Basis der Polyplocus-Schichten (Schicht 9 -16 bei Hiltermann 1939; auch im südlichen Niedersachsen sind die Polyplocus-Schichten entwickelt.
Hangendgrenze: Hangendgrenze: nördlich der Linie Bremen-Hamburg-Altmark, also im Verbreitungsgebiet des Varel-Sandsteins, die Unterkante dieser Formation; südlich davon die Tonsteine der Coronatenton-Formation, die in der Logkorrelation als engschichtige Wechselfolge von Tonstein- und Sandsteinlagen erkennbar ist (= sauzei-Biozone); im Wiehengebirge Basis der Coronatentone als Hartgrund mit 35 cm dicken Septarien; in Raum Hildesheim 25 cm dicke Kalksandsteinlage (Ausläufer des Varel-Sandsteins?); im Profil Warzen Diskordanz mit Schichtlücke (bei 8,1 m in Westermann 1954).
Mittlere Mächtigkeit: 50 m; (Raum Hildesheim: 50 m, Osnabrück: 25 m, Staffhorst: 50 m, Holstein-Tröge: 40-98 m, Raum Oldenburg: 50-60 m, Winkelstedt 8: 20 m).
Maximale Mächtigkeit: 98 m (Bohrung Mittelplate A3)
Typusprofile, etc.: Tongrube Hellern, TK25 3713 Haßbergen, r 34 31 700, h 57 91 300, Aufnahme des Profils durch Hiltermann 1934-1936, Profilbeschreibung in Hiltermann (1939), auch in Kumm (1952) und Huf (1968); die Tongrube ist heute rekultiviert.
Verbreitung (Bundesländer): Bremen
Hamburg
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Schleswig-Holstein
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland, Nordsee und Wattenküste
Norddeutsches Tiefland, Nördlicher Landrücken
Norddeutsches Tiefland, Südlicher Landrücken
Norddeutsches Tiefland, Ems-Hunte-Geest, Weser-Aller-Flachland
Mittelgebirge, Weserbergland
Verbreitung (Ergänzung): --
Zeitgleiche Einheiten: Verzahnt sich mit dem Varel-Sandstein; in Süddeutschland Wedelsandstein-Formation oder Sengenthal-Formation.
Alterseinstufung: Unteres Unter-Bajocium (Discites-, Ovale- und Laeviuscula-Zone)
Kommentar: Die Sonninienton-Formation ist eine lithostratigraphische Einheit und bezieht sich nicht auf die biostratigraphische Reichweite der Ammonitengattung Sonninia. Während die Untergrenze der Sonninienton-Formation ziemlich genau der Grenze Aalenium-Bajocium entspricht und in etwa mit dem Auftauchen der ersten Sonninien zusammenfällt, reicht diese Familie weit über die Formation hinaus und ist auch in der darüber liegenden Coronatenton-Fm sehr häufig.
Versch./Sonstiges: Im Raum Osnabrück wird der Sonninienton bis heute in Ziegeleitongruben abgebaut, allerdings nur im Verwitterungsbereich, wo der Pyrit oxidiert ist.
Literatur: Brand, E. & Mönnig, E. (2009): Litho- und Biostratigraphie des Mittel-Jura (Dogger) in Bohrungen Norddeutschlands. – Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 54, 5-77; Hannover.
Hiltermann, H. (1939): Stratigraphie und Palaeontologie der Sonninien-Schichten von Osnabrück und Bielefeld. ? Palaeontographica, A 90: 109-209; Stuttgart.
Huf, W. (1968): Über Sonninien und Dorsetensien aus dem Bajocium von Nordwestdeutschland. ? Beihefte zum Geologischen Jahrbuch, 64: 1-126; Hannover.
Metz, M. (1990): Ein neues Bajocium-Profil (Mittlerer Jura) im Osnabrücker Bergland (Niedersachsen). ? Osnabrücker Naturwissenschaftliche Mitteilungen, 16: 7-30; Osnabrück.
Mönnig, E. et al. (2002): Jura. ? In: Deutsche Stratigraphische Kommission (ed.): Stratigraphische Tabelle von Deutschland 2002.
Roemer, F. (1857): Die jurassische Weserkette. Eine geognostische Monographie. ? Zeitschrift der deutschen geologischen Gesellschaft, 9: 581-728.
Westermann, G. (1954): Monographie der Otoitidae (Ammonoidea). ? Beihefte zum Geologischen Jahrbuch, 15: 1-364; Hannover
Autor des Datenblattes: Mönnig
Erstellt am: 08.12.2014
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 10.12.2014
Änderung Datensatz: 02.01.2015


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Litholex Recherche vom 28.06.2017, 14:21:17.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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