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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Parkinsonienton-Formation
ID: 4012043
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Ferdinand Roemer (1857)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Norddeutscher Dogger
Chronostratigraphie: Unterbathonium (Bathonium, Mitteljura, Jura, Mesozoikum)
Oberbajocium (Bajocium, Mitteljura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Schichten mit A. Parkinsoni (F. Roemer 1857); Tone mit Belemnites giganteus und A. Parkinsoni (Brauns 1869), Parkinsonienschichten (Wetzel 1911, Klüpfel 1931, Knetsch 1962); Parkinsonia-Schichten (Brand 1949); Parkinsoni-Schichten (Brand & Hoffmann 1963, Westermann 1967, Baldschuhn et. al. 2001); Parkinsoni-Ton (Schmidt/Walther 1990); parkinsoni-Tone (Rothe 2000); Parkinsonienton (STD 2002), Parkinsonienton-Formation (Mönnig 2008); Parkinsonienton (STDKe 2012).
Lithologie: Ton- und Tonmergelsteine, bankig, innerhalb der Bänke nach oben zunehmender Anteil an Feinsand; dunkelgrau (10 YR 4/1), glimmerführend, schillreich, pyritisch, oft bioturbates Gefüge; im mittleren Teil der Formation auch 20 m feinblättrige Tonsteine, im oberen Teil auch unreine Feinsandsteine; typisch sind Lagen aus rotbraunen, faust- bis kopfgroßen Toneisensteingeoden im Abstand von 40 – 200 cm; Fossilien: die Ammoniten (Parkinsonien und Garantianen im unteren Bereich) sind meist an rotbraune Konkretionen gebunden und mit weißen oder bunt schillernden „Perlmutt“-Schalen erhalten; benthische Muscheln (Trigonia); reiche Mikrofauna.
Untergeordnete Einheit: Die 10 - 18 m mächtige Fuhrberg-Lumachelle („Cornbrash- Lumachelle“) ist als Muschelschill-Sandstein lokal auf den Mittellauf der Aller westlich von Celle beschränkt und war in den Ölfeldern Wietze und Fuhrberg produktiv. Gleichalt sind unreine Sandsteine im Raum Hamburg und Bokel. In der Bohrung Fuhrberg unterteilte man in der Erdölindustrie den Parkinsonienton in „Liegende Parkinsoni-Sch.“, „Cornbrash-Lumachelle“ und „Tonmittel“.
Liegendgrenze: Im Weser-Ems-Gebiet Top des Suderbruch-Sandsteins; sonst diskordant über Älterem wie dem Garantianenton, auf Schwellen auch Unter-Bajocium bzw. Ober-Aalenium, in Vorpommern auf Ober-Toarcium; die Grenze ist dann meist als Aufarbeitungshorizont über einem Hartgrund ausgebildet.
Hangendgrenze: Im Holstein-Trog Basis des Mittelplate-Sandsteins, östlich und südlich Basis des Prignitz-Sandsteins oder des Württembergica-Sandsteins, letzterer reicht im südlichen Niedersachsen im Kleinen Deister bis Eldagsen, südlich davon ist die Grenze unklar, ebenso in Mecklenburg-Vorpommern, wo aber eine gut korrelierbare Kalksandsteinbank die Grenze markieren könnte (Petzka & Rusbült 2004).
Mittlere Mächtigkeit: 60-70 m
Maximale Mächtigkeit: 190 m (Bohrung Wiefelstede 1 im Emsland)
Typusprofile, etc.: Aktuelle Aufschlüsse gibt es derzeit nicht. Als Typusprofil wird hier die Bohrung Stemmerberg N1 (Elverath, TK25 3623 Gehrden: r 53 63 700, h 57 99 422) vorgeschlagen, wo der Parkinsonienton bei 695 – 774 m durchteuft wurde (Brand & Mönnig 2009). Ergänzend dazu das Profil Mühlenberg, U-Bahn-Bau, TK25 3624 Hannover: r 53 47 300, h 58 01 000; Aufnahme Kurt Wiedenroth, unveröff., als Manuskipt mit horizontierten Fossil-Aufsammlungen und Mikroproben, in der Sammlung der BGR Hannover, Parkinsonientone = Schicht 45-67; sowie die Bohrung Fuhrberg 148, TK 3425 Fuhrberg (Parkinsonienton von 410-466 m, siehe Brand 1949).
Verbreitung (Bundesländer): Brandenburg
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Sachsen-Anhalt
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland, Südlicher Landrücken
Norddeutsches Tiefland, Ems-Hunte-Geest, Weser-Aller-Flachland
Norddeutsches Tiefland, Börden am Fuß der Mittelgebirge
Mittelgebirge, Weserbergland
Verbreitung (Ergänzung): Die Verbreitung der Parkinsonienton-Formation deckt sich annähernd mit der Verbreitung des Norddeutschen Doggers. Entlang des Nordrandes des deutschen Mittelgebirges streichen die Schichten zu Tage aus, während sie nördlich davon in die Tiefe versenkt sind und von jüngeren Sedimenten überlagert sind. Die größten Mächtigkeiten liegen im östlichen Weserbergland und im Gifhorner Trog. Im Weser-Ems-Gebiet und in den Holsteintrögen gibt es nur noch Reliktvorkommen wie in der Bohrung Wiefelstiede; in der Werle-Salzstockrandsenke werden die Parkinsonientone durch den Prignitz-Sandstein vertreten; von der Altmark bis zur Ost-Prignitz reduzieren sich die Mächtigkeiten nach E von 50 auf 10 m, eine schmales Band reicht mit zunehmenden Sandgehalt und abnehmender salinarer Fazies bis nach Usedom.
Zeitgleiche Einheiten: Prignitz-Sandstein; in Süddeutschland Hauptrogenstein-Fm, Hamitenton-Fm, Sengenthal-Formation.
Alterseinstufung: Ober-Bajocium (Parkinsoni-Zone), (?) Unter-Bathonium (Zigzag-Zone). Unter dem Parkinsonienton liegt einen Schichtlücke, die lokal bis zum Ober-Toarcium reichen kann. Wo genau die Parkinsonientone innerhalb der Acris-Subzone der Parkinsoni-Zone einsetzen, muss noch untersucht werden. Die Basis des Bathoniums ist definiert durch die Convergens-Subzone der Zigzag-Zone und mit dem Erstauftreten von Gonolkites convergens Buckman und Morphoceras parvum Wetzel. In Norddeutschland liegt diese Grenze wohl noch im oberen Bereich des Parkinsonientons, dies wäre durch eine Bearbeitung der Parkinsonien-Abfolge im Profil Mühlenberg zu bestätigen (Schichten 45-67 im Profil Wiedenroth). Mikropaläontologisch gehören die Parkinsonientone zur Biozone der Pleurocythere impar Triebel, unten lässt sich die Glyptocythere dorsicostata-Subzone und oben die Gl. tuberodentina-Subzone ausgliedern.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: Brand, E. (1949): Neue Ergebnisse zur mikropaläontologischen Gliederung des nordwestdeutschen Dogger und Valendis. ? Erdöl und Tektonik in Nordwestdeutschland, 335-348, Hannover-Celle.
Brand, E. & Hofmann, K. (1963): Stratigraphie und Fazies des nordwestdeutschen Jura und Bildungsbedingungen seiner Erdöllagerstätten. – Erdöl und Kohle, Erdgas, Petrochemie, Jg. 16: 437-450.
Brand, E. & Mönnig, E. (2009): Litho- und Biostratigraphie des Mittel-Jura (Dogger) in Bohrungen Norddeutschlands. – Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 54, 5-77, Hannover.
Klüpfel, W. (1931): Stratigraphie der Weserkette (Oberer Dogger und Malm mit besonderer Berücksichtigung des Oberoxford). ? Abhandlungen der Preußischen Geologischen Landesanstalt, 129: 1-423, Berlin.
Mönnig, E. et al. (2002): Jura. – In: Deutsche Stratigraphische Kommission (ed.): Stratigraphische Tabelle von Deutschland 2002.
Roemer, F. (1857): Die jurassische Weserkette. Eine geognostische Monographie. ? Zeitschrift der deutschen Geologischen Gesellschaft, 9: 581-728.
Westermann, G. E. G. (1967): Lexique stratigraphique International. Volume I. Europe, fascicule 5. Allemagne. Fascicule 5 f 2. Jurassique Moyen (Alpes Exclusives); Paris (Centre National de la recherche scientifique), 197 S.
Wetzel, W. (1911): Faunistische und stratigraphische Untersuchungen der Parkinsonienschichten des Teutoburger Waldes. ? Palaeontographica, A 58: 63-120; Stuttgart.
Autor des Datenblattes: Mönnig
Erstellt am: 08.12.2014
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 10.12.2014
Änderung Datensatz: 02.01.2015


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Litholex Recherche vom 23.05.2017, 18:54:54.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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