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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Coronatenton-Formation
ID: 4012040
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: von Seebach 1864
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Norddeutscher Dogger
Chronostratigraphie: Unterbathonium (Bathonium, Mitteljura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Dogger, unterster Theil (F.A. Roemer 1836/1839); Thon mit Belemnites giganteus (v. Strombeck 1853, F. Roemer 1857); Coronatenschichten (von Seebach 1864, Behrendsen 1886) Coronaten-Schichten (Kayser 1915); Teloceras-Schichten (A. Bentz 1928); Coronatenton (Brinckmann 1948); Otoites,- blagdeni-, romani- und pinguis-Schichten (Westermann 1954); Dogger delta (Hoffmann 1949); Coronaten Schichten (Knetsch 1963); Coronatenschichten/-zone/-thone/Bank (Westermann 1967); Coronaten-Ton (Schmidt-Walther 1990); Coronatenschichten mit Oberem und Unterem Elsfleht-Sandstein = bju2-3 (Brand & Mönnig 2009).
Lithologie: Lithologische Kurzbeschreibung: unten dunkel- bis schwarzgraue, weiter oben auch braungraue, schwach sandige Tonsteine im Wechsel mit sandigen Mergeltonsteinen mit zahlreichen Lagen von Toneisenstein- und Karbonat-Konkretionen, in denen massenhaft Muscheln, Ammoniten oder Belemniten vorkommen, Muscheln auch in Pflastern; auch kleine phosphatische Konkretionen; pyritisierte Lebensspuren; in der Prignitz graue bis dunkelgraue Mergelsteine.
Untergeordnete Einheit: keine
Liegendgrenze: Im Niedersächsischen Becken bei Osnabrück 15 cm dicke, harte, splittrige Geodenbank mit Megateuthis; in Hildesheim eine 25 cm mächtige Kalkmergelsteinbank, die zum Teil in Kalksandstein übergeht (Ausläufer des Varel-Sandsteins?); in Gerzen beginnend mit 20 cm schwarzen Tonen mit Pyrit-Konkretionen über einer 30 cm dicken Lage aus dicht neben- und übereinander gepackten Lagen aus kopfgroßen Kalkgeoden = Top der Sonninienton-Fm; in Warzen mehrere dünne Ostreen-Pflaster; nördlich des Gifhorn-Trogs und in der Prignitz bildet der Varel-Sandstein die Basis.
Hangendgrenze: Im Niedersächsischen Becken liegt am Top der Coronatenton-Fm eine Diskordanz, die als Aufarbeitungshorizont mit einer größeren Schichtlücke entwickelt ist, z.B. in Osnabrück ein 5 cm dicker Tonstein mit massenhaft Megateuthis mit darüber liegendem Aufarbeitungshorizont; in Gerzen liegt die Grenze unter einer Schilllage mit Pyritanreicherung; im Gifhorn-Trog und der Altmark-Prignitz Diskordanz mit Schichtlücken.
Mittlere Mächtigkeit: 20 m (Hildesheim); < 65 m (Gerzen), 12 m (Osnabrück); 47 m (Bohrung Lahner Heide); 60 m (Bohrung Vorhop 30, Gifhorner Trog).
Maximale Mächtigkeit: 80 m (Bohrung Suderbruch)
Typusprofile, etc.: Tongrube Gerzen (Schurf Westermann 1954, horizontiertes Belegmaterial bei BGR Hannover hinterlegt), TK25 Nr. 4024, Alfeld: r 34 55 440, h 57 58 900; Profil Westermann 2,45 m bis 66,8 m (geschätzte Gesamtmächtigkeit 75 m). Die Liegendgrenze durch eine Überschiebung nicht aufgeschlossen, wohl aber im benachbarten Profil Warzen, wo allerdings die „Otoites-Schichten“ fehlen. Beide Tongruben sind heute völlig verwachsen.
Verbreitung (Bundesländer): Bremen
Hamburg
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Schleswig-Holstein
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland, Nordsee und Wattenküste
Norddeutsches Tiefland, Nördlicher Landrücken
Norddeutsches Tiefland, Südlicher Landrücken
Norddeutsches Tiefland, Ems-Hunte-Geest, Weser-Aller-Flachland
Mittelgebirge, Weserbergland
Verbreitung (Ergänzung): Die Coronatenton-Formation hat ihr Hauptverbreitungsgebiet im Niedersächsischen Becken und in den Gifhorn-Hamburg-Trögen; die Tone der Sauzei-Zone kommen in brackischer Fazies auch in den Holstein-Trögen vor, ebenso wie die Tone der Romani-Subzone zwischen den beiden Elsfleht-Sandsteinen, was sequenzstratigraphisch als Element eines Transgressiven Systemtrakts gedeutet werden kann; im Nordosten reicht der Coronatenton bis in die Ost-Prignitz und keilt hier unter einer Diskordanz in nordöstlicher Richtung aus.
Zeitgleiche Einheiten: Verzahnt sich mit dem Elsfleht-Sandstein; in Süddeutschland oberer Teil der Wedelsandstein-Fm und Sengenthal-Fm. (z.T.)
Alterseinstufung: Unter-Bajocium (Sauzei- und Humphriesianum-Zone)
Kommentar: Die bei der Hangendgrenze erwähnte Schichtlücke umfasst im Weser-Ems-Gebiet das obere Unter-Bajocium, auf der Lehrte-Schwelle fehlen neben dem größten Teil des Unter-Bajociums auch die Garantiana- und Niortense-Zonen, und in der Ost-Prignitz reicht die Lücke bis in das Ober-Aalenium hinab, die Coronatenton-Formation fehlt dort.
Versch./Sonstiges: Auffallend sind bei der Coronatenton-Fm große Unterschiede in der Mächtigkeit, außerdem die besonders auf Schwellen verbreiteten Erosionsdiskordanzen und Schichtlücken im Bereich der Humphriesianum-Zone, was als Phase von niedrigem Meeresspiegel interpretiert wird (Brand & Mönnig 2009). In der ehemaligen Ziegelei Osterfeld in Goslar sind die Coronatentone auf eine 0,5 m dicke, eisenoolithische Bank reduziert. Aus dieser stammen Tausende von schön erhaltenen Ammoniten (Teloceras, Stephanoceras), die bei Fossiliensammlern sehr begehrt sind.
Literatur: Brand, E. & Mönnig, E. (2009): Litho- und Biostratigraphie des Mittel-Jura (Dogger) in Bohrungen Norddeutschlands. ? Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 54: 5-77, Hannover.
Brauns, D. (1869): Der mittlere Jura im nordwestlichen Deutschland. ? 434 S., Braunschweig (Vieweg).
Mönnig, E. et al. (2002): Jura. ? In: Deutsche Stratigraphische Kommission (ed.): Stratigraphische Tabelle von Deutschland 2002.
Westermann, G. (1954): Monographie der Otoitidae (Ammonoidea). ?Beihefte zum Geologischen Jahrbuch, 15: 1-364; Hannover.
Westermann, G. E. G. (1967): Lexique stratigraphique International. Volume I. Europe, fascicule 5. Allemagne. Fascicule 5 f 2. Jurassique Moyen (Alpes Exclusives); Paris (Centre National de la recherche scientifique), 197 S.
Autor des Datenblattes: Mönnig
Erstellt am: 08.12.2014
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 10.12.2014
Änderung Datensatz: 02.01.2015


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Litholex Recherche vom 28.06.2017, 09:15:48.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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