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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Flintsbach-Formation
ID: 4012039
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: GRÖSCHKE (1985)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Brauner Jura (Gruppe); Süddeutscher Jura (Hauptgruppe)
Chronostratigraphie: Untercallovium (Callovium, Mitteljura, Jura, Mesozoikum)
Bathonium (Mitteljura, Jura, Mesozoikum)
Oberbajocium (Bajocium, Mitteljura, Jura, Mesozoikum)
Unterbajocium (Bajocium, Mitteljura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Eisensandstein von Voglarn (GÜMBEL 1891); Flintsbacher Sandstein, Sandstein bei Voglarn (FAY & GRÖSCHKE 1982); Flintsbach-Formation (GRÖSCHKE 1985).
Lithologie: Überwiegend mittel- bis grobkörnige Sandsteine, an der Basis konglomeratisch, die in den unteren Partien limonitisch, in den oberen Partien karbonatisch gebunden sind. Lediglich in den obersten 0,50 m treten biogene Komponenten des marinen Ablagerungsmilieus (Bryozoen-, Echinodermen- und Zweiklapper-Schill, Foraminiferen) sowie feine Limonit-Körnchen hinzu.
Untergeordnete Einheit: Keine
Liegendgrenze: Lokal auf dem mitteljurassischen „Basis-Dolomit“, überwiegend aber auf kristallinem Grundgebirge (SCHREYER 1957: 62; FAY & GRÖSCHKE 1982; GRÖSCHKE 1985).
Hangendgrenze: Überwiegend karbonatische Ablagerungen der Sengenthal-Formation. Das Einsetzen von Echinodermen-Schillkalken der Zeitlarn-Subformation und der Eisenoolith-Mergelkalke der Langenhardt-Subformation erfolgt sprunghaft (FAY & GRÖSCHKE 1982; GRÖSCHKE 1985).
Mittlere Mächtigkeit: --
Maximale Mächtigkeit: Bis 12 m (FAY & GRÖSCHKE 1982).
Typusprofile, etc.: Typusprofil ist die Kernbohrung Flintsbach (TK 25: 7244 Osterhofen, R4581717 / H5398059), die an der Ostwand des Flintsbacher Steinbruchs niedergebracht wurde und am Institut für Geologie und Paläontologie der Technischen Universität Berlin hinterlegt ist (FAY & GRÖSCHKE 1982). Referenzlokalitäten nach GRÖSCHKE (1985) sind die aufgelassenen Steinbrüche bei Langenhardt und der Kalkberger Steinbruch nördlich von Ortenburg (Niederbayern, TK 25: 7445 Ortenburg, R4594327 / H5383583, Geotop-Nr. 275A007 des Geotopkatasters des Bayerischen Landesamts für Umwelt).
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): Bayern (Regierungsbezirk Niederbayern), die Flintsbach-Formation ist auf Reliktvorkommen zwischen Straubing und Passau beschränkt.
Zeitgleiche Einheiten: In Niederbayern und auf der Frankenalb ist die Sengenthal-Formation und auf der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg sind zusätzlich die Wedelsandstein-, Ostreenkalk-, Humphriesioolith-, Hauptrogenstein-, Hamitenton-, Dentalienton-, Variansmergel-, Wutach- und Ornatenton-Formationen zeitgleich (MÖNNIG et al. 2002).
Alterseinstufung: Bio- und Chronostratigraphie: Korrelation mit den Ammoniten-führenden Schichten der Zeitlarn- und Langenhardt-Subformationen der Sengenthal-Formation legen ein Alter vom Unterbajocium bis Untercallovium für die größtenteils fossilleeren Sandsteine der Flintsbach-Formation nahe (FAY & GRÖSCHKE 1982; GRÖSCHKE 1985).
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Environment: Der überwiegende Anteil der sandigen Abfolge ist terrestrisch-fluviatilen Ursprungs, lediglich die obersten Partien wurden flachmarin abgelagert (FAY & GRÖSCHKE 1982). Die Flintsbach-Formation dokumentiert die schrittweise Transgression des Mitteljura-Meeres in Niederbayern (vgl. FAY & GÖSCHKE 1982: Abb. 7).
Kurzcharakterisierung: Überwiegend terrestrische Sandsteine im Liegenden der karbonatisch dominierten Braunjura-Gruppe; Relikte zwischen Straubing und Passau (Niederbayern); Unterbajocium bis Untercallovium.
Literatur: FAY, M. & GRÖSCHKE, M. (1982): Die Mitteljura-Sandsteine in Niederbayern. Lithologie, Stratigraphie, Paläogeographie. – N. Jb. Geol. Paläont., Abh., 163 (1): 23-48; Stuttgart.
GRÖSCHKE, M. (1985): Stratigraphie und Ammonitenfauna der Jurarelikte zwischen Straubing und Passau (Niederbayern). – Palaeontographica, A 191: 1-68; München.
GÜMBEL, C.W. von (1891): Geognostische Beschreibung des Königreichs Bayerns. 4. Abtheilung. Geognostische Beschreibung der Fränkischen Alb (Frankenjura) mit dem anstossenden Fränkischen Keupergebiete. – 763 S; Kassel (Th. Fischer).
MÖNNIG, E. (Koord.) & Subkommission Jura (2002): Jura. – In: Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.), Stratigraphische Tabelle von Deutschland 2002.
SCHREYER, W. (1957): Auftreten, Petrographie und tektonische Begrenzung des Jura zwischen Vilshofen und Ortenburg / Ndb. – Geol. Blätter NO-Bayern, 7: 58-70; Erlangen.
Autor des Datenblattes: Niebuhr
Erstellt am: 24.02.2014
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 27.02.2014
Änderung Datensatz: 31.03.2014


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Litholex Recherche vom 28.05.2017, 17:00:28.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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