litholex_logo

Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



verlauf_blau

Name der Einheit: Schaumburg-Sandstein
ID: 4012029
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Hausmann 1824 (Beschreibung); Brand & Mönnig 2009 (Name)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Norddeutscher Dogger
Chronostratigraphie: Oberbathonium (Bathonium, Mitteljura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Sandiger Kalk voll Avicula echinata Sow., Schaumburg (Hausmann 1824); Schichten der Avicula echinata (F. Roemer, 1857); Eisenkalk des Cornbrash (von Seebach 1864); Oolithische Mergel und Eisenkalke mit Am. arbustigerus (Brauns 1869-1874); Cornbrash, Arbustigerus-Schichten (Klüpfel 1931); Cornbrash C III (Terminus der Erdölgeologie, in Boigk 1981); Aspidoides-Sandstein (Brand & Hoffmann 1963, Bininda 1985, STD 2002).
Lithologie: Überwiegend feinkörniger, in Bänken auch mittel- bis grobkörniger, bioklastischer Sandstein mit karbonatischem Bindemittel, oft schräggeschichtet, vereinzelt Ooide oder Oolithe, frisch blaugrau, rotbraun verwitternd, häufig Lumachellen mit Meleagrinella echinata, auch rhynchonellide Brachiopoden, Belemniten können in manchen Horizonten häufig sein, Ammoniten (Procerites, Oxycerites) sind selten.
Untergeordnete Einheit: Im Weser- Wiehengebirge (nach Bininda 1985): Pholadomya-Zone, Aspidoides-Schrägschichtungsfolge, Aspidoides-Wechselfolge, Abschlussbank.
Liegendgrenze: Im Wiehen- und Wesergebirge Basis der Aspidoides-Schrägschichtungsfolge, teilweise mit einer 2 m mächtigen schwarzen Kalkbank, teilweise als Aufarbeitungshorizont, über den Liegenden Fucoidentonen (= unterer Teil der Aspidoidestone), ansonsten Fazieswechsel von Tonen zu Sandsteinen, im Log gut erkennbar (Bininda 1985).
Hangendgrenze: Basis des Aspidoides-Oolith bzw. des Aspidoidestons über der Aspidoides-Abschlussbank (Bininda 1985).
Mittlere Mächtigkeit: 15 - 20 m
Maximale Mächtigkeit: 42 m (Bohrung Marnitz W1)
Typusprofile, etc.: Typusprofil: Straßenböschung an der Straße zur Schaumburg bei Hessisch-Oldendorf, TK25 2721 Auetal, r 35 13 150, h 57 85 750. Referenzprofil: Profil Portastraße, Klüpfel 1931 (Schicht Nr. 178-159); Typusregion: Wiehen- und Wesergebirge (Schaumburg bei Hessisch-Oldendorf).
Verbreitung (Bundesländer): Hamburg
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland, Südlicher Landrücken
Norddeutsches Tiefland, Ems-Hunte-Geest, Weser-Aller-Flachland
Mittelgebirge, Weserbergland
Verbreitung (Ergänzung): Der Schaumburg-Sandstein ist auf fünf Gebiete beschränkt: (1) im Niedersächsischen Becken, von der Ems bis zum Süntel und von hier aus nach Norden entlang von Aller und Weser bis nach Bremen reichend; (2) im Hamburger Trog; (3) im Gifhorner Trog, und (4) über das Seehausen-Becken zur (5) Werle-Randstocksenke; eine weitere Fortsetzung nach Brandenburg ist ungewiss.
Zeitgleiche Einheiten: Aspidoideston-Formation, in Süddeutschland Sengenthal-Formation und Variansmergel.
Alterseinstufung: Ober-Bathonium, obere Hodsoni-Zone. Am sichersten konnte das Alter des Schaumburg-Sandsteins im Steinbruch Ahlsen, südlich Lübecke, bestimmt werden: aus Schill-reichen Bänken stammen Proceriten und Oxyceriten, die ein Alter der oberen Hodsoni-Zone anzeigen. Westermann (1958) bildet einen Wagnericeras ex. gr. arbustigerum aus der basalen Kalkbank des Schaumburg-Sandsteins von Lübbecke ab, bei dem es sich aber auch um Procerites hodsoni handeln könnte. Da der Aspidoideston im Hangenden des Schauburg-Sandsteins in der Weserkette schon in die Discus-Zone gehört, fehlt in diesem Gebiet die Orbis-Zone (Schichtlücke). Die Alterseinstufungen in den Bohrungen basieren auf Ammonitenfunden in Kernen und auf Mikropaläontologie (Brand & Mönnig 2009).
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Der Schaumburg-Sandstein stand in zahlreichen Lagerstätten zwischen Weser und Ems in Erdöl-Förderung. Ausgehend von Ferdinand Roemer wurden in der Erdölindustrie die drei Bathonium-Sandsteine als „Cornbrash“ zusammengefasst (Cornbrash I-III). Sie haben aber weder faziell noch stratigraphisch etwas mit der Cornbrash-Formation in England zu tun (hier Kalksteine im Grenzbereich Bathonium/Callovium). Deshalb wird diese Bezeichnung in Norddeutschland nicht mehr verwendet. In (älteren) Lehrbüchern ist der „Cornbrash“ aber weiterhin präsent.
Literatur: Bininda, R. (1985): Der Cornbrash im zentralen Teil des Niedersächsischen Beckens (Wesergebirge). Stratigraphie, Sedimentologie, Paläogeographie. – Inaugural-Dissertation Universität Bonn, 204 S.
Brand, E. & Hofmann, K. (1963). Stratigraphie und Fazies des nordwestdeutschen Jura und Bildungsbedingungen seiner Erdöllagerstätten. – Erdöl und Kohle, Erdgas, Petrochemie, Jg. 16: 437-450, Hamburg.
Brand, E. & Mönnig, E. (2009): Litho- und Biostratigraphie des Mittel-Jura (Dogger) in Bohrungen Norddeutschlands.? Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften 54: 5-77, Hannover.
Boigk, H. (1981): Erdöl und Erdgas in der Bundesrepublik Deutschland.? 330 S., Stuttgart (Enke).
Klüpfel, W. (1931): Stratigraphie der Weserkette (Oberer Dogger und Malm mit besonderer Berücksichtigung des Oberoxford).? Abh. Preuß Geol Landesanst. 129: 423 S., Berlin.
Roemer, F. (1857): Die jurassische Weserkette.? Z. dt. geol. Ges. 9: 581-728, Berlin.
Autor des Datenblattes: Mönnig
Erstellt am: 04.12.2012
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 14.12.2012
Änderung Datensatz: 09.01.2013


Zurück zum Such - Ergebnis        Zurück zur einfachen Suche        Zurück zur erweiterten Suche        Diese Seite drucken

Logo Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Logo Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart Logo Geologischer Dienst NRW Logo Deutsche Statigraphische Kommission

© Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Litholex Recherche vom 29.04.2017, 03:32:31.

Die BGR und die DSK gestatten die Übernahme von Datensätzen in Datenbestände, die ausschließlich für den privaten Gebrauch eines Nutzers bestimmt sind. Die Übernahme und Nutzung der Daten zu anderen Zwecken bedarf der schriftlichen Zustimmung der BGR.

Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

1) Autor des Datenblattes
2) Name der Einheit
3) Änderung Datensatz
4) Datum der Recherche
5) ID