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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Württembergica-Sandstein
ID: 4012028
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Hausmann 1824
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Norddeutscher Dogger
Chronostratigraphie: Unterbathonium (Bathonium, Mitteljura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Sandmergelschiefer mit Belemnites canaliculatus, Porta (Hausmann 1824); Cornbrash: Mergelschiefer und Kalkstein mit Ostrea costata (F. Roemer 1859); Württembercus-Schichten (Steuer 1897, Lohmann 1909, Loewe 1913); Württembergicus-Schichten (Klüpfel 1931); Cornbrash-Kalksandstein (Brand 1949); Zone der Parkisonia compressa (Kumm 1952); Württembergica-Schichten (Brand & Hoffmann 1963); Cornbrash CI und CII (int. Erdölgeologie, in Boik 1981).
Lithologie: Wechselfolge aus schräggeschichteten, gröber-körnigen Sandsteinen mit Feinsandsteinen in mariner Fazies, nordöstlich der Elbe auch limnisch-brackisch, hier hauptsächlich Feinsandsteine; der Obere W.S ist hart, bioklastisch, fast immer Eisenooid-führend, im Weser-Wiehengebirge auch mit dolomitischen Bänken; typisch für den fein- bis grobkörnigen Unteren W.S. ist seine graugüne bis braunolivgrüne Farbe; Fossilien: Ammoniten (Parkinsonia, sehr selten), Muscheln (Ostrea, Pholadomya, Meleagrinella), Bryozoen Pflanzenreste, Lebensspuren (Skolithos).
Untergeordnete Einheit: Unterer Württemcergica-Sandstein und Oberer Württembergica-Sandstein, beide sind durch eine meist 10 mächtige Tonsteinfolge getrennt.
Liegendgrenze: Top des Parkinsonientons mit sandigen Tonsteinen
Hangendgrenze: Basis der Aspidoideston-Formation mit dunklen Tonsteinen
Mittlere Mächtigkeit: Unterer Württemcergica-Sandstein: 10-20 m; Oberer Württembergica-Sandstein: 20-40 m.
Maximale Mächtigkeit: 103 m (Bohrung Dannenwalde 1, Prignitz)
Typusprofile, etc.: Typusprofil: Porta-Straße bei Hausbergen, TK25 3719 Minden: r 34 94 750, h 57 89 825 (Klüpfel 1931, Profil 36, Schicht 240-288; Bininda 1985, Profil 19); Typusregion: Wesergebirge.
Verbreitung (Bundesländer): Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Sachsen-Anhalt
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland, Südlicher Landrücken
Norddeutsches Tiefland, Ems-Hunte-Geest, Weser-Aller-Flachland
Norddeutsches Tiefland, Börden am Fuß der Mittelgebirge
Mittelgebirge, Weserbergland
Verbreitung (Ergänzung): Das Vorkommen des Württembergica-Sandsteins deckt sich in Norddeutschland in etwa mit der Verbreitung des Dogger, nur in den Holstein-Trögen scheint er zu fehlen, südlich der Weserkette vertont er und wird im Teuteburger Wald und in der Hilsmulde durch die Württembergicaton-Formation vertreten. Nordöstlich der Prignitz nimmt er schnell an Mächtigkeit ab (20 m in der Bohrung Zechliner Hütte). Der Württembergica-Sandstein reicht von allen Dogger-Sandsteinen am weitesten nach Süden.
Zeitgleiche Einheiten: Württembergicaton-Formation, in Süddeutschland Dentalienton und Sengenthal-Formation.
Alterseinstufung: Unter-Bathonium. Der Untere Württembergica-Sandstein gehört in die auricula-Biozone (Ostracoden-Zone), ist also deutlich vom Oberen Württembergica-Sandstein zu unterscheiden, der in die tuberosa-Biozone fällt. In Hannover-Mühlenberg und Wettbergen konnte der Württembergica-Sandstein nach Funden von Parkinsonia convergens dieser Subzone zugeordnet werden (Westermann 1958: Taf. 26, G. Dietl, pers. Mitteilung), darunter kommen in den Parkinsonientonen involute Parkinsonien vor, die noch systematisch bearbeitet werden müssen (Profil Wiedenroth in der Sammlung der BGR).
Kommentar: Wahrscheinlich fällt die Grenze Bajocium/Bathonium nicht mit der Basis des Württembergica-Sandsteins zusammen, sondern liegt im darunter liegenden Parkinsonienton.
Versch./Sonstiges: Die Württembergica-Sandsteine standen in einigen Lagerstätten im Weser-Ems-Gebiet in Erdöl-Förderung. Ausgehend von Ferdinand Roemer wurden in der Erdölindustrie die drei Bathonium-Sandsteine als „Cornbrash“ zusammengefasst (Cornbrash I-III). Sie haben aber weder faziell noch stratigraphisch etwas mit der Cornbrash-Formation in England zu tun (hier Kalksteine im Grenzbereich Bathonium/Callovium). Deshalb wird diese Bezeichnung in Norddeutschland nicht mehr verwendet. In (älteren) Lehrbüchern ist der „Cornbrash“ aber weiterhin aufgeführt.
Literatur: Bininda, R. (1985): Der Cornbrash im zentralen Teil des Niedersächsischen Beckens (Wesergebirge). Stratigraphie, Sedimentologie, Paläogeographie. – Inaugural-Dissertation Universität Bonn, 204 S.
Brand, E. & Hofmann, K. (1963). Stratigraphie und Fazies des nordwestdeutschen Jura und Bildungsbedingungen seiner Erdöllagerstätten. – Erdöl und Kohle, Erdgas, Petrochemie, Jg. 16: 437-450, Hamburg.
Brand, E. & Mönnig, E. (2009): Litho- und Biostratigraphie des Mittel-Jura (Dogger) in Bohrungen Norddeutschlands.? Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften 54: 5-77, Hannover.
Boigk, H. (1981): Erdöl und Erdgas in der Bundesrepublik Deutschland.? 330 S.;Stuttgart (Enke).
Klüpfel, W. (1931): Stratigraphie der Weserkette (Oberer Dogger und Malm mit besonderer Berücksichtigung des Oberoxford). ? Abh. Preuß Geol Landesanst. 129: 423 S., Berlin.
Steuer, A. (1897): Doggerstudien, ein Beitrag zur Gliederung des Doggers im nordwestlichen Deutschland. ? Habilitation; Jena (Kämpfe)
Westermann, G.E.G., (1958): Ammoniten-Fauna und Stratigraphie des Bathonien NW-Deutschlands. – Beihefte zum Geologische Jahrbuch 32: 103 s., Hannover.
Autor des Datenblattes: Mönnig
Erstellt am: 29.11.2012
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 14.12.2012
Änderung Datensatz: 09.01.2013


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Litholex Recherche vom 25.03.2017, 06:49:34.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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