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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



verlauf_blau

Name der Einheit: Opalinuston-Formation
ID: 4012027
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: F.A. Quenstedt 1843
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Brauner Jura
Chronostratigraphie: Unteraalenium (Aalenium, Mitteljura, Jura, Mesozoikum)
Obertoarcium (Toarcium, Unterjura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Untere Lage der Opalinusthone mit Amm. torulosus = Braunjura alpha (F.A.Quenstedt 1843, 1856, Engel 1908); Schichten des Am. Opalinus (von Seebach 1864); Opalinusmergel (Gümbel 1865, 1891); Opalinusthon (Schalch 1897); Untere Braunjuratone, Leioceratenschichten (Geyer & Gwinner 1964, 1979, 1991); Unter-Aalenium, al1 (Hahn & Schreiner 1971); Untere Aalen-Schichten (Schmidt-Kaler & Zeiss 1973); Neumarkt-Formation (Zeiss 1977); Untere Aalen Schichten = jmal (u) (Preuss et al. 1991).
Lithologie: blau- bis schwarzgraue, schluffige Tonsteine oder Tonmergelsteine, oben und unten mit feinsandigen Kalkbänken, die in Südniedersachsen auch als „Tutenmergel“ ausgebildet sind;
Untergeordnete Einheit: Die Teufelsloch-Subformation (unten) besteht fast ausschließlich aus den charakteristischen Tonsteinen. In der Zillhausen-Subformation (oben) werden die Tonsteine zunehmend feinsandig und es schalten sich einzelne Bänke bzw. Bankfolgen aus feinsandigen Kalksteinen ein (Wasserfallbänke, Zopfplatten).
Liegendgrenze: Top der obersten Kalk(mergel)bank der Jurensismergel oder im Fränkischen Jura bei Ausfall dieser Fazies Top des Belemniten-Schlachtfeldes mit Phosphoritgeoden („Lias-Zeta-Konglomerat“) auf dem Posidonienschiefer. In Norddeutschland wird der Opalinuston unterlagert vom Oberen Posidonienschiefer, östlich der Linie Rostock – Magdeburg vom schwarzgrauen, bituminösen "Dörntener-Schiefer". In der Seismik und bei Bohrlochmessungen Top des Posidonienschiefers.
Hangendgrenze: Die Grenze zur Achdorf-Formation bildet die Sohlfläche der Comptumbank. Im östlich anschließenden Verbreitungsgebiet der Eisensandstein-Formation Basis des Unteren Donzdorf-Sandsteins; in der Südlichen Frankenalb Basis des Glimmersandsteins; in der Nördlichen Frankenalb die Grenzbänke Schmidtills unter dem Bänderschmitzenton; die Grenze zur Murchisonae-Oolith-Formation ist im Klettgau/Hochrheingebiet und im Oberrheingebiet S Kandern ebenfalls durch die Comptumbank, in N Kandern durch die Sohlfläche der Liegenden Sandkalke definiert; in Norddeutschland meist 1 m dicke Kalkbank mit „Tutenmergeln“ an der Basis der Ludwigienton-Formation; bei Bremen Basis der Eisenerze von Staffhorst.
Mittlere Mächtigkeit: 110 – 150 m (Baden-Württemberg), 30 – 100 m (Bayern), 20 m (Norddeutschland)
Maximale Mächtigkeit: 150 m (Baden-Württemberg), 60 m (Norddeutschland)
Typusprofile, etc.:  Typusprofil: Teufelsloch bei Boll-Eckwälden, Landkreis Göppingen, Mittlere Schwäbische Alb. Natürlicher Aufschluss. TK25, 7323 Weilheim a. d. Teck: r 35 43 560 – 35 45 240, h 53 88 225 – 53 86 695; Typusgebiet ist die Umgebung des Aichelbergs. Referenzprofile: Kernbohrung B 7 Onstmettingen (BO 7720/251); TK25 7720 Albstadt: r 35 01 572, h 53 50 786, Teufe 275,05 m bis 413,85 m (ETZOLD et al. 1975), und Forschungsbohrung Wittnau (BO 8012/569), TK25 8012 Freiburg-SW: r 34 10 420, h 53 12 800, Teufe 3,4 m bis 59,5 m (OHMERT et al. 1996); in Norddeutschland die Bohrungen Vorhop 30, Dannenwalde 1, Mittelplate A3, Plön-Ost 102.
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Bayern
Brandenburg
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Sachsen-Anhalt
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Mittelgebirge, Oberrheinisches Tiefland
Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Alpenvorland
Verbreitung (Ergänzung): vom Klettgau, Hochrheingebiet und Oberrheingraben setzt sich die Formation in die Nordschweiz fort; in bis zur Linie München-Straubing; in ganz Norddeutschland bis Südwest-Mecklenburg und West-Brandenburg); die Nordgrenze ist im Bereich von Nord- und Ostsee zu vermuten.
Zeitgleiche Einheiten: in Süddeutschland keine: in der südlichen Nordsee Wroot-Fm (fluviodeltaisch) und Phillips Mbr. (marin); in Vorpommern Wusterhusener Schichten; Kamiens Beds in Polen.
Alterseinstufung: Die Opalinuston-Formation gehört i.W. in das Aalenium. Die Basis ist heterochron und liegt in der Aalensis-Zone des Ober-Toarcium oder in der Torulosum-Subzone des Unter-Aalenium. Der tiefere Teil der Zillhausen-Subformation gehört der Scissum-Subzone, der höhere Teil der Comptum-Subzone an. Die Obergrenze der Opalinum-Zone wird nicht erreicht.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: Bloos, G., Dietl, G. & Schweigert, G. (2005) Der Jura Süddeutschlands in der Stratigraphischen Tabelle von Deutschland 2002.? Newsl. Stratigr., 41 (1-3): 263-277, Berlin, Stuttgart.
Brand, E. & Mönnig, E. (2009): Litho- und Biostratigraphie des Mittel-Jura (Dogger) in Bohrungen Nordwestdeutschlands.? SDGG, 54: 5-74, Stuttgart.
Franz, M. & Nitsch, E. (2009): Zur lithostratigraphischen Gliederung des Aalenium in Baden-Württemberg. – LGRB-Informationen, 22 [im Druck].
Kumm, A. (1952): Das Mesozoikum in Niedersachsen. 2. Der Dogger. Veröffentlichungen des Niedersächsischen Amtes für Landesplanung und Statistik, Reihe A, Bd. 2: 329-509; Hannover.
Meyer, R.& Schmidt-Kaler, H. (1996): Jura. In: Erläuterungen zur Geologischen karte von Bayern 1:500.000: S. 98, München 1996.
Ohmert, W., Allia, V., Arias, C., Baldanza, A., Bergen, J.A., Bucefalo Palliani, R., Canales, M.L., de Kaenel, E., Garcia Joral, F., Goy, A., Herrero, C., Höhndorf, A., Martinez, G., Mattioli, E., Perilli, N., Riegraf, W., Rolf, C., Ureta, S., Wetzel, A. & Wonik, T. (1996): Die Grenzziehung Unter-/Mitteljura (Toarcium/Aalenium) bei Wittnau und Fuentelsaz – Beispiele interdisziplinärer geowissenschaftlicher Zusammenarbeit. – GLA-Informationen, 8: 52 S., Freiburg i. Br.
Autor des Datenblattes: Franz, Zeiss, Mönnig
Erstellt am: 27.11.2012
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 14.12.2012
Änderung Datensatz: 09.01.2013


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Litholex Recherche vom 23.05.2017, 19:01:43.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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