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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Angulatenton-Formation
ID: 4012014
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: BACH 1868: 19 (Profil Stuttgart -Vaihingen); Name: BLOOS et al. 2005
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Subgruppe Unterer Schwarzer Jura, Gruppe Schwarzer Jura, Supergruppe Süddeutscher Jura
Chronostratigraphie: Hettangium (Unterjura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Angulatentone GEYER & GWINNER 1962: 26;
Angulatenschicht QUENSTEDT 1853, Taf. 16;
Schlotheimienschichten GEYER & GWINNER 1962: 26;
Lias Alpha 2 - [abgeleitet von der Kapitelüberschrift in QUENSTEDT 1856-58: 52: „Lias Alpha, 2) Malmstein"] - als stratigraphischer Name erstmals verwendet bei BRANDES 1911: 138 in Norddeutschland, erstmals in Süddeutschland bei SCHMIERER 1925: 24;
Schwarzer Jura alpha 2 GEYER & GWINNER 1964: 53.
Alle Synonyme, außer dem ersten, umfassen die Angulatenton- und die Angulatensandstein-Formation.
Lithologie: Tonstein mit wenigen Schillkalkbänken, die nach Osten siltig werden, plattige Sandsteine fehlen. Östlich einer Linie Stuttgart-Degerloch – Hechingen lateraler Übergang nach Osten in die Angulatensandstein-Formation, die plattige Sandsteine enthält. Im mittleren Oberrheingebiet Einschaltung bituminöser Schiefermergel („Ölschiefer“).
Untergeordnete Einheit: In den Tonstein sind von unten nach oben eingeschaltet: Oolithenbank, Vaihinger Pflasterstein (= „Riesenangulatenbank“), „Vaihinger Nest“. Weitere Kalkbänke sind nur nummeriert, nicht benannt.
Liegendgrenze: Basis der Oolithenbank, die der Psilonotenton-Formation auflagert. An der Liegendgrenze besteht eine Schichtlücke, die die höchste Liasicus-Zone des Mittelhettangiums und das tiefere Oberhettangium (Extranodosa- und tiefere Complanata-Subzone) umfasst.
Hangendgrenze: Basis der Kupferfelsbank (= Basis der Arietenkalk-Formation). An der Hangendgrenze besteht eine Schichtlücke.
Mittlere Mächtigkeit: 10 m im Gebiet Stuttgart – Tübingen, von dort gleichmäßig abnehmend auf 3 m im Wutachgebiet.
Maximale Mächtigkeit: 11 m in Stuttgart-Vaihingen.
Typusprofile, etc.: Steilhang östlich Weilheim bei Hechingen TK 7619, 94370/56780, [19]. Vollständige natürliche Aufschlüsse in dem Tonstein sind selten. Siehe Bloos 1976. - TK Topographische Karte 1: 25000, Koordinaten Rechtswert/Hochwert, [...] Nummer des Profils in BLOOS 1976.
Verbreitung (Bundesländer): Baden-Württemberg
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): Vorland der südwestlichen Schwäbischen Alb bis Balingen, westlicher Schönbuch, nordwestliches Fildergebiet, Kraichgau, Südbaden. - Im tiefen Untergrund: Oberrheingraben, südwestliche Schwäbische Alb, Alpenvorland zwischen Donau und westlichem Bodenseegebiet.
Zeitgleiche Einheiten: Angulatensandstein-Formation im Vorland der Schwäbischen Alb von Balingen an nach Nordosten, im Großteil des Fildergebiets und im Schwäbisch-Fränkischen Wald. In Nordbayern: Angulatensandstein-Formation am Großen Hassberg sowie der höhere Teil der marinen Bamberg-Formation und der höhere Teil der nicht-marinen Bayreuth-Formation. In Nordwestdeutschland die Angulatenschichten.
Alterseinstufung: Angulata-Zone der Hettangium-Stufe (Oberhettangium), Subzonen der Schlotheimia complanata unten und der Schlotheimia depressa darüber.
Kommentar: Schichtlücken bestehen unten und oben. Es fehlen unten die Subzone der Schlotheimia extranodosa und der tiefere Teil der Subzone der Schlotheimia complanata, oben fehlt das Niveau mit Schlotheimia pseudomoreana, das nur in England bekannt ist.
Versch./Sonstiges: Die Oolithenbank ist stark eisenoolithisch und reich an umgelagerten Kalkkonkretionen, Sand fehlt weitgehend. Cardinien sind meist dicht gepackt. Die Bank ist ein wichtiger, leicht kenntlicher Leithorizont, der die Angulatenton-Formation von der lithologisch gleichartigen Psilonotenton-Formation darunter trennt. - Der Vaihinger Pflasterstein wird in einem schmalen Geländestreifen von Stuttgart-Vaihingen bis Balingen bis über 1 m mächtig.
Literatur: BACH, H. (1868): Begleitworte zu der Geognostischen Specialkarte von Württemberg. Atlasblatt Böblingen.
BLOOS, G. (1976): Untersuchungen über Bau und Entstehung der feinkörnigen Sandsteine des Schwarzen Jura a (Hettangium und tiefstes Sinemurium) im schwäbischen Sedimentationsbereich. Arbeiten aus dem Institut für Geologie und Paläontologie an der Universität Stuttgart, N.F. 71: 1-269.
Bloos, G., Dietl, G. & Schweigert, G. (2005): Der Jura Süddeutschlands in der Stratigraphischen Tabelle von Deutschland 2002. - Newsletters on Stratigraphy, 41: 263-277.
BRANDES, T. (1911): Die Borlinghausener Liasmulde im östlichen Vorlande der südlichen Egge. Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie, Jahrgang 1911: 137-148.
GEYER, O.F.& GWINNER, M.P. (1962): Der Schwäbische Jura. Sammlung geologischer Führer, 40, 452 S.
GEYER, O.F.& GWINNER, M.P. (1964): Geologie von Baden-Württemberg. 223 S.
QUENSTEDT, F. A. (1853): Die Schichten des Schwäbischen Jura. Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft, 5: Taf. 16.
SCHMIERER, T. (1925): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Preußen und benachbarten deutschen Ländern. Blatt Hechingen (Bodelshausen). 68 S.
Übrige Literatur in BLOOS 1976.
Autor des Datenblattes: Bloos
Erstellt am: 06.08.2009
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 17.09.2009
Änderung Datensatz: 17.09.2009


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Litholex Recherche vom 23.04.2017, 15:51:17.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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