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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Bamberg-Formation
ID: 4012013
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: BERGER 1832 (Erstbeschreibung); Name: BLOOS et al. 2005
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Subgruppe Unterer Schwarzer Jura, Gruppe Schwarzer Jura, Supergruppe Süddeutscher Jura
Chronostratigraphie: Hettangium (Unterjura, Jura, Mesozoikum)
Synonyme: Unterster Lias LORETZ 1893: 179;
Kipfendorfer Schichten FISCHER 1907: 7;
Lias alpha 1+2, Psilonoten- und Angulatenschichten DORN 1928: 104-105; Angulatenschichten FRANK 1930: 145, 147; Hettang-Schichten HOFFMANN 1970: 26, KOSCHEL 1970: 48, SCHMIDT-KALER & ZEISS 1973: 161.
Lithologie: Bamberg-Formation s. str.: Mariner Tonstein mit wenigen, nicht überall nachweisbaren Horizonten feinkörnigen Sandsteins. – Forchheim-Subformation: Mürber, plattiger, fossilarmer Feinsandstein, fast ohne Tonsteinlagen (Küstensand).
Untergeordnete Einheit: Von unten nach oben sind in den Tonstein eingeschaltet: Sohlbank, Strullendorfer Sandsteinhorizont, Ebersdorfer Sandsteinhorizont, Sassendorfer Sandsteinhorizont mit Oberbrunner Bank, Kipfendorfer Sandsteinhorizont, Gnellenrother Sandsteinhorizont. – Forchheim-Subformation: keine Untergliederung.
Liegendgrenze: Basis der marinen Sohlbank
Hangendgrenze: Basis des Gryphäensandsteins. - Forchheim-Subformation: im Forchheimer Wald überlagert von "Zwischenton" oder Ausläufer der Bayreuth-Formation (KRUMBECK 1933).
Mittlere Mächtigkeit: 13-15 m; Minima bei Ebersdorf (10 m) und südlich Bamberg (8-10 m). - Forchheim-Subformation: 6 m.
Maximale Mächtigkeit: 23 m im Autobahneinschnitt NW Lichtenfels bei Gnellenroth. - Forchheim-Subformation: 7 m am Steilhang südlich Altentrüdingen
Typusprofile, etc.: Tongrube Gottfried, Großheirat TK 5831, 26450/61000, [6]. Das einzige dauerhafte Profil, über dem alten Steinbruch etwas südlich von Oberbrunn gelegen TK 5931, 24060/47660, [13], existiert noch, hat sich aber sehr verschlechtert. Referenzprofil für die Sandsteinhorizonte: Tongrube Gottfried, Großheirath, mit Ausnahme des Strullendorfer Horizonts: Strullendorf TK 6131, 26600/24270 und 26930/24030, [33]. - TK = Topographische Karte 1:25000, Koordinaten Rechtswert/Hochwert, [...] Nummer des Profils in BLOOS 1981.
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): Bamberg-Formation s. str.: nordwestliches Vorland der Fränkischen Alb von Schnaid über Bamberg bis Krappenroth bei Lichtenfels sowie die Gebiete vom Baunach- über das Itz- bis zum Steinachtal. - Forchheim-Subformation: Gebiet des Hesselbergs, Forchheimer Wald, Gebiet von Hirschaid, Gebiet Krappenroth – Krappenberg bei Lichtenfels. - Im tiefen Untergrund: Fränkische Alb nördlich einer Linie Forchheim - Hochstadt am Main. Nicht im Alpenvorland; dort sind küstennah tonige Sedimente mit Einschaltungen von Kalkbänken mit Kalkooiden, Onkoiden und Stromatolithen entlang der Iller erbohrt worden (BLOOS 1976: 61-63, lokal auch Grobsandbarren: STOLL-STEFFAN 1987).
Zeitgleiche Einheiten: Psilonotenton-, Angulatenton- und Angulatensandstein-Formation in Württemberg und am Großen Hassberg, Bayreuth-Formation, Psilonoten- und Angulatenschichten Norddeutschlands.
Alterseinstufung: Planorbis-Zone (Planorbis-Subzone) bis Angulata-Zone (Complanata-Subzone; höhere Angulata-Zone ohne Ammonitenfunde). – Forchheim-Subformation: Hettangium, keine bestimmbaren Ammonitenfunde; Einstufung nach dem Übergang in die benachbarte Bamberg-Formation s. str.
Kommentar: Im Hangenden besteht im Vergleich zum Großen Hassberg eine umfangreiche Schichtlücke (ab Depressa-Subzone, zum Teil bis in das basale Obersinemurium (BLOOS 1979 und 1981). In der Mitte der Formation besteht eine Schichtlücke zwischen Liasicus- und Angulata-Zone (Schroederi-Subzone bis tiefere Complanata-Subzone inklusive, BLOOS 1981).
Versch./Sonstiges: In Oberfranken fehlt oft das stratigraphische Äquivalent der Oolithenbank Württembergs, die Oberbrunner Bank (BLOOS 1979). Deshalb ist dort eine lithologische Zweiteilung des marinen Hettangiums nicht durchgehend möglich und auch nicht sinnvoll wegen lithologischer Gleichförmigkeit.
Literatur: BERGER, H. A. C. (1832): Die Versteinerungen der Fische und Pflanzen im Sandsteine der Coburger Gegend. 29 S.; Coburg.
BLOOS, G. (1976): Untersuchungen über Bau und Entstehung der feinkörnigen Sandsteine des Schwarzen Jura a (Hettangium und tiefstes Sinemurium) im schwäbischen Sedimentationsbereich. Arbeiten aus dem Institut für Geologie und Paläontologie an der Universität Stuttgart, Neue Folge 71: 1-269.
BLOOS, G. (1981): Zur Stratigraphie und Ammonitenfauna des marinen Hettangiums (Unterer Lias) in Oberfranken (N-Bayern). Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde, Serie B, 78, 59 S.
BLOOS, G. & GRÄBENSTEIN, S. (1993): Neue Ammonitenfunde aus dem tieferen Lias der Gegend von Coburg (Oberfranken, Nord-Bayern). Geologische Blätter für Nordost-Bayern, 43: 3-14.
BlOOS, G., Dietl, G. & Schweigert, G. (2005): Der Jura Süddeutschlands in der Stratigraphischen Tabelle von Deutschland 2002. Newsletters on Stratigraphy, 41: 263-277.
DORN, P. (1928): Der Jura. In: SCHUSTER, M.: Abriß der Geologie von Bayern r. d. Rh. in sechs Abteilungen. Abteilung VI. Geologische Beschreibung des Landstrichs zwischen dem Thüringer Wald, Vogelsberg, Odenwald und Fichtelgebirge: 103-121.
FISCHER, R. (1907): Der Tonbruch von Kipfendorf und seine Versteinerungen. Heimatblätter aus den Coburg-Gothaischen Landen, 5: 1-9.
FRANK, M. (1930): Beiträge zur Stratigraphie und Paläogeographie des Lias alpha in Süddeutschland. Mitteilungen der geologischen Abteilung des Württembergischen Statistischen Landesamts, 13, 242 S.
HOFFMANN, D. (1970): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25000, Blatt 5831 Seßlach, 106 S.
KOSCHEL, R. (1970): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern, Blatt 6031 Bamberg Nord, 167 S.
Krumbeck, L. (1933): Beiträge zur Geologie von Nordbayern. X. Zur Rhätolias-Stratigraphie und Geologie des Forchheimer Waldes Regnitzbecken), sowie angrenzender Gebiete. Sitzungsberichte der physikalisch-medizinischen Sozietät Erlangen, 63/64: 285-356.
LORETZ, H. (1895): Uebersicht der Schichtenfolge im Keuper bei Coburg. Jahrbuch der Königlich Preußischen Geologischen Landesanstalt und Bergakademie zu Berlin, 15 (1894): 139-181.
SCHMIDT-KALER, H. & ZEISS, A. (1973): Die Jura-Gliederung in Süddeutschland. Geologica Bavarica, 67: 155-161.
STOLL-STEFFAN, M.-L. (1987): Sedimentpetrographische Untersuchungen der Lias alpha- und Rhätsandsateine im westlichen Deutschen Alpenvorland. Bochumer geologische und geotechnische Arbeiten, 24: 1-158.
Autor des Datenblattes: Bloos
Erstellt am: 06.08.2009
Zuständige Subkommission: Subkommission Jura
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 17.09.2009
Änderung Datensatz: 12.10.2009


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Litholex Recherche vom 25.05.2017, 14:36:52.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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