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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Gildehaus-Formation
ID: 2008162
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Bentz (1926) (Gildehäuser Sandstein)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Minden-Braunschweig-Gruppe
Chronostratigraphie: Hauterivium (Unterkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Gildehäuser Sandstein (Bentz 1926, Boigk et al. 1960), Gildehauser Sandstein (Thiermann 1968), Losserscher Sandstein (Kemper 1976, 1992), Gildehaus Sandstein (Meyer 1963).
Lithologie: Fein- bis mittelkörniger Sandstein, mit z. T. karbonatischer und/oder toniger Matrix, lokal auch spikulitisch. Örtlich auch konglomeratisch (z. B. zwischen Gronau und Epe oder Emlichheim) oder eisenoolithisch (bei Emlichheim), z. T. auch als toniger Sandstein ausgebildet.
Untergeordnete Einheit: Unterer und oberer Gildehaus Sandstein (Kemper 1992); Gliederung für den Raum Emlichheim in Gildehaus I, Gildehaus II und Gildehaus III.
Liegendgrenze: Einsetzen der Sandschüttung über teils sandigen Tonsteinen der Georgsdorf-Formation.
Hangendgrenze: Übergang in Tonsteine der Stadthagen-Formation.
Mittlere Mächtigkeit: 10-30 m.
Maximale Mächtigkeit: 70-80 m im Raum Gildehaus – Losser – Emlichheim.
Typusprofile, etc.: Eisenbahneinschnitt westlich Gildehaus, Grube in Losser (NL) (Kemper 1976).
Verbreitung (Bundesländer): Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland, Ems-Hunte-Geest, Weser-Aller-Flachland
Norddeutsches Tiefland, Westfälische Bucht
Verbreitung (Ergänzung): Emsland und nordwestliches Münsterland sowie in den grenznahen Gebieten der östlichen Niederlande (Provinz Twente).
Zeitgleiche Einheiten: Stadthagen-Formation (Beckenfazies) sowie Teile der Osning-Formation (Schierloh-Subformation) und Salzgitter-Formation.
Alterseinstufung: Nach Ammoniten (vgl. Kemper 1976, 1992)
Oberes Unter- und unteres Oberhauterivium (Möller & Mutterlose submitted).
Kommentar: Funde des Ammoniten Aegocrioceras im Gildehaus I, der Nannofossilart Tegulalithus septentrionalis im Gildehaus II und der Ammonitenart Spitidiscus rotula im Gildehaus II erlauben eine präzise Datierung (Möller & Mutterlose submitted).
Versch./Sonstiges: Ableitung des Namens: Nach der Ortschaft Gildehaus, hier bildet die Gildehaus-Formation eine markante Schichtstufe.

Besonderheiten: In Losser reiche Molluskenfaunen (Vries 2002). Bitumenimprägnationen im Gildehaus Sandstein, die mit Unterbrechung bis ca. 1930 in Sieringhoek abgebaut wurden, waren der Ausgangspunkt für die spätere Kohlenwasserstoffexploration (Parnell et al. 1996).
Literatur: Bentz, A. (1926): Über das Mesozoikum und den Gebirgsbau im preußisch-holländischen Grenzgebiet. – Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft: 78, 381-500.
Boigk, H., Dietz, C., Grahle, H.-O., Hoffmann, K., Hollstein, W., Kühne, F., Richter, W., Schneekloth, H., Wagner, R. (1960), mit Beitr. von Hiltermann, H., & zur Mühlen, W. von: Zur Geologie des Emslandes. - Beih. Geol. Jb., 37: 419 S.; Hannover.
Kemper, E. (1976): Geologischer Führer durch die Grafschaft Bentheim und die angrenzenden Gebiete mit einem Abriß der emländischen Unterkreide. - In Das Bentheimer Land (eds Heimatverein der Grafschaft Bentheim) 64, 1-206 (Verlag Heimatverein der Grafschaft Bentheim e.V., Nordhorn – Bentheim).
Kemper, E. (1992): Die tiefe Unterkreide im Vechte-Dinkel-Gebiet, 95 pp (Stichting Het Staringmonument te Losser, Losser).
Meyer, K. (1963): Der Gildehaus Sandstein im mittleren Emsland. – Erdöl und Kohle: 12, 1166-1177.
Möller, C. & Mutterlose, J. (submitted): Middle Hauterivian biostratigraphy and palaeoceanography of the Lower Saxony Basin (northwest Germany). – Z. dt. Geol. Ges.
Parnell, J., Ruffell, A.H., Monson, B. & Mutterlose, J. (1996): Petrography and origin of depos-its at the Bentheim bitumen mine, north western Germany. – Mineralium Deposita: 31, 104-122.
Vries, J. de (2002): Bivalvia from the Gildehaus Sandstone (Hauterivian; Lower Cretaceous) of Losser, Twente; the Netherlands. – Stichting Staring Monument, 47 S.
Thiermann, A. (1968), mit Beitr. von Rehagen, H.-W., & Schraps, W. G.: Erläuterungen zu den Blättern 3707 Glanerbrücke/3708 Gronau und 3709 Ochtrup. - Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 25 000, Erl., 3707/3708 u. 3709: 177 S.; Krefeld.
Autor des Datenblattes: Erbacher, J., Hiss, M., Luppold, F. W., Mutterlose J.
Erstellt am: 28.07.2014
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 19.11.2014
Änderung Datensatz: 24.11.2014
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Litholex Recherche vom 25.05.2017, 14:40:14.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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