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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Bentheim-Formation
ID: 2008157
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Bentz (1926) (Bentheimer Sandstein)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Minden-Braunschweig-Gruppe
Chronostratigraphie: Untervalanginium (Valanginium, Unterkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Bentheim-Sandstein
Lithologie: Fein- bis mittelkörniger hellgelber Sandstein, der texturell und strukturell sehr reif ist. Lagenweise auch etwas gröber, z. T. auch schluffiger Tonstein, lagenweise karbonatisch verhärtete Bereiche mit Ammoniten.
Intensiv schräggeschichtete Abfolge, die aufgrund von Ton- bzw. Schluffsteineinschaltungen (Suddendorf-Tonstein, Romberg-Zwischenmittel) in drei genetische Sandsteinsequenzen gegliedert werden kann (Stadtler 1998, Wonham et al. 1997).
Weitere Angaben zur Petrographie bei Füchtbauer (1955, 1963) und Wittenhagen (1980).
Untergeordnete Einheit: Basalsandstein, unterer Bentheim Sandstein (Hauptsandstein), Romberg Zwischenmittel, oberer Bentheim Sandstein (Flasersandstein) (Kemper 1976, 1992).
Sequenzstratigraphische Gliederung in Bentheim I, Bentheim II und Bentheim III (Stadtler 1998; Wonham et al. 1997).
Liegendgrenze: Erste Sandschüttung im mittleren Untervalanginium über marinen Sedimenten der Stadthagen-Formation.
Hangendgrenze: Übergang in schluffige Tonsteine der Georgsdorf-Formation.
Mittlere Mächtigkeit: Erhebliche asymmetrische Mächtigkeitsschwankungen der Bentheim-Formation (Bentheim Sandstein), insbesondere im Raum Bentheim von Westen nach Osten. Mächtigkeiten >30m im Raum Gildehaus (Romberg), größte Mächtigkeiten mit >80m im Bereich der Burg von Bentheim, bei Schüttorf nur noch 2-3m. Ablagerung eines NNW – SSE orientierten Ästuarsystems, das ursprünglich von Süden herantransportiertes paläozoisches Material in einem „incised valley“ re-sedimentierte (Mutterlose & Bornemann 2000; Wonham et al. 1997).
Maximale Mächtigkeit: Mehr als 80m im Raum Bentheim und im Raum Meppen.
Typusprofile, etc.: Steinbruch Romberg in Gildehaus, Burgfelsen von Bad Bentheim (Mutterlose et al. 1995; Stadtler 1998).
Verbreitung (Bundesländer): Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland, Ems-Hunte-Geest, Weser-Aller-Flachland
Norddeutsches Tiefland, Westfälische Bucht
Verbreitung (Ergänzung): Emsland und nordwestliches Münsterland sowie in den grenznahen Gebieten der östlichen Niederlande (Provinz Twente).
Zeitgleiche Einheiten: Stadthagen-Formation.
Alterseinstufung: Oberes Untervalanginium, Datierungen mit Ammoniten (Kemper 1976, 1992; Mutterlose et al. 1995). Romberg Zwischenmittel mit Foraminiferen (Stadtler 1998).
Kommentar: Im Liegenden direkter Kontakt zu den marinen Tonsteinen im unteren Teil der Stadthagen-Formation mit der Ammonitengattung Platylenticeras. In der Bentheim-Formation selbst dann Ammonitenfunde von Polyptychites und Bodylewskites. Diese erlauben eine Zuordnung zur Polyptychites pawlowi- bis Polyptichites sphaeroidalis-Zone.
Versch./Sonstiges: Ableitung des Namens: Nach der Verbreitung der Formation im Raum Bad Bentheim.
Literatur: Bentz, A. (1926): Über das Mesozoikum und den Gebirgsbau im preußisch-holländischen Grenzgebiet. – Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft: 78, 381-500.
Füchtbauer, H. (1955): Zur Petrographie des Bentheimer Sandsteins im Emsland. - Erdöl und Kohle 8: 616-617.
Füchtbauer, H. (1963): Paleogeography and reservoir properties of the Lower Cretaceous "Bentheim Sandstone". - In Excursion Guide Book I, 6th World Petroleum Congress, pp. 42-43 (Hannover).
Kemper, E. (1976): Geologischer Führer durch die Grafschaft Bentheim und die angrenzenden Gebiete mit einem Abriß der emländischen Unterkreide. - In Das Bentheimer Land (eds Heimatverein der Grafschaft Bentheim) 64, 1-206 (Verlag Heimatverein der Grafschaft Bentheim e.V., Nordhorn – Bentheim).
Kemper, E. (1992): Die tiefe Unterkreide im Vechte-Dinkel-Gebiet, 95 pp (Stichting Het Staringmonument te Losser, Losser).
Mutterlose, J., Bornemann, A. (2000): Distribution and facies patterns of Lower Cretaceous sediments in northern Germany: a review. – Cretaceous Research 21: 733-759.
Mutterlose, J., Kaplan, U., Hiss, M. (1995). Die Kreide im nördlichen Münsterland und im Westteil des Niedersächsischen Beckens. Bochumer Geologische und Geotechnische Arbeiten 45: 72 pp.
Stadtler, A. (1998): Der Bentheimer Sandstein (Valangin, NW-Deutschland). Bochumer Geologische und Geotechnische Arbeiten 49: 123 pp.
Wittenhagen, S. (1980): Sedimentologisch-petrographische Untersuchung des Bentheimer Sandsteines im Erdölfeld Bramberge/Emsland. – Clausthaler Geowissenschaftliche Dissertationen: Heft 5, 132 S.
Wonham, J. P., Johnson, H. D., Mutterlose, J., Stadtler, A. Ruffell, A. (1997): Characterization of a shallow marine sandstone reservoir in a syn-rift setting: the Bentheim Sandstone Formation (Valanginian) of the Rühlermoor field, Lower Saxony Basin, NW Germany. In Shallow marine and nonmarine reservoirs: sequence stratigraphy, reservoir architecture and production characteristics (eds Shanley & Perkins), Gulf Coast Section Society of Economic Paleontologists and Mineralogists Foundation, 18th Annual Research Conference, pp. 427-448 (Society of Economic Paleontologists and Mineralogist, Tulsa).
Autor des Datenblattes: Erbacher, J., Hiss, M., Luppold, F. W., Mutterlose J.
Erstellt am: 25.07.2014
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 19.11.2014
Änderung Datensatz: 24.11.2014
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Litholex Recherche vom 25.03.2017, 07:00:34.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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