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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Flammenmergel-Formation
ID: 2008146
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Hausmann (1828) (Flammenmergel)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Minden-Braunschweig-Gruppe
Chronostratigraphie: Oberalbium (Albium, Unterkreide, Kreide, Mesozoikum)
Mittelalbium (Albium, Unterkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Flammenmergel (z. B. Thiermann 1970, Speetzen 2005, Kaplan 2008), Flammenmergel und Radiolarienmergel (Becker & Kaever 1982, Kaever & Becker 1985).
Lithologie: Mergelstein, stark kieselig bis spiculitischer Feinsandstein, stark bioturbat und daher „geflammt“.
Untergeordnete Einheit: Kaplan (2008) gliedert die Flammenmergel-Formation in einen unteren tonig-mergeligen, im Eggegebirge auch sandig-kieseligen Abschnitt und einen oberen kieseligen Abschnitt. Diese Abschnitte haben jedoch keinen formalen Status.
Liegendgrenze: Über Ablagerungen der Alfeld-Formation, der Osning-Formation (Osning-Grünsand) oder der Peine-Formation (unterer Teil der Kirchrode-Subformation). Im Egge-Gebirge auch über Kleinenberg-Formation (Speetzen 2005, Kaplan 2008).
Hangendgrenze: Basis der Herbram-Formation. In Randbereichen auch Überlagerung durch die Essen-Grünsand-Formation.
Mittlere Mächtigkeit: In Abhängigkeit von der paläogeographischen sowie tektonischen Position der Profile stark wechselnd, oft nur wenige 10er Meter.
Maximale Mächtigkeit: Bis 190 m im Raum Alfeld (Jordan 1968), bei Bielefeld bis 125 m (Kaplan 2008).
Typusprofile, etc.: Typusprofile sind das Profil am Flöteberg südlich von Salzgitter (Jordan 1968) sowie die Aufschlüsse bei Bielefeld-Gadderbaum (Kaplan 2008), Referenzprofil ist ferner die Bohrung Heidental 4/79n (Becker & Kaever 1982, Kaever & Becker 1985).
Verbreitung (Bundesländer): Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland, Börden am Fuß der Mittelgebirge
Norddeutsches Tiefland, Westfälische Bucht
Mittelgebirge, Weserbergland
Verbreitung (Ergänzung): Teutoburger Wald, Egge-Gebirge, Leinebergland und nördliches Harzvorland.
Zeitgleiche Einheiten: Oberer Teil der Kirchrode-Subformation (Peine-Formation), Kleinenberg-Formation, Rüthen-Formation. Zwischen dem unteren, tonig-mergeligen Abschnitt der Flammenmergel-Formation und der Kleinenberg-Formation gibt es im Raum Detmold – Altenbeken lateral fließende Übergänge.
Alterseinstufung: Mit Makrofossilien (Ammoniten, Inoceramen; vgl. Kaplan 2008) sowie mikropaläontologisch (Foraminiferen und Ostrakoden; vgl. Frieg et al. 1989a, b).
Kommentar: Kaplan (2008) kann durch Ammoniten die Basis der Flammenmergel-Formation in der Euhoplites loricatus-Zone im höheren Mittelalbium belegen.
Versch./Sonstiges: Ableitung des Namens: klassischer Name nach der charakteristischen geflammten Textur des Gesteins.

Fazies: Starke Faziesdifferenzierung: mit Annäherung an den proximalen Faziesbereich zunehmend feinsandig und kieselig ausgebildet; Faziesschema bei Kaplan (2008).

Besonderheiten: z. T. sehr harte, kieselige bis quarzitische Bänke, insbesondere im Teutoburger Wald und Egge-Gebirge südlich von Bielefeld.
Literatur: Becker, L., & Kaever, M. J. (1982): Das Kreideprofil der Bohrung Heidental 4/79n in der Kernzone des Osnings, südwestlich Detmold. - Münstersche Forsch. Geol. Paläont., 57: 1-31, 4 Abb.; Münster.
Frieg, C., Kemper, E. & Baldschuhn, R. (1989a): Mikropaläontologische Gliederung und Abgrenzung von Ober-Alb und Unter-Cenoman in Nordwestdeutschland, Geol. Jb., A 113, S. 73-194; Hannover.
Frieg, C., Kemper, E. & Owen, H.G. (1989b): Die stratigraphische Gliederung des Alb und Cenoman im südwestlichen Münsterland nach Ammoniten, Foraminiferen, Ostrakoden und Bohrlochmessungen, Geol. Jb., A 113, S. 7-50; Hannover.
Hausmann, J.F.L. (1828): Übersicht der jüngeren Flözgebilde im Flussgebiete der Weser mit vergleichender Berücksichtigung ihrer Aequivalente in einigen anderen Gegenden von Deutschland und in der Schweiz. - Studien Göttingischer Verein Bergmännischer Freunde, 2, S. 215-482; Göttingen.
Jordan, H. (1968): Gliederung und Genese des Flammenmergels (Alb) in Hils- und Sackmulde (Süd-Hannover), Z. dt. geol. Ges., 117, S. 391-424; Hannover.
Kaplan, U. (2008): Das Albium (Unterkreide) im Teutoburger Wald und Eggegebirge. - Geol. Paläont. Westf., 70: 15-54; Münster.
Keller et al. (1989): Das Unter- und Mittelalb von Alfeld (Leine), Geol. Jb., A 113, S. 223-316; Hannover.
Kaever, M.J.; Becker, L. B. F.. (1985): Die Bohrung Heidental 4/79n, ein Referenzprofil der Mittleren Kreide, in der Kernzone des Osnings bei Detmold, Lippisches Bergland. - Schriftenr. Erdwiss. Kommiss. Österr. Akad. Wiss., 7, Beiträge zur Stratigraphie und Paläogeographie der mittleren Kreide Zentral-Europas: 277 - 295, 2 Abb.; Wien, New York (Springer). - [Ergebnisse der mitteleuropäischen Gruppe im Projekt 73/I/58-Midcretaceous Events].
Speetzen, E. (2005): Schichtenfolge und Ausbildung der Unterkreide am Südostrand der Westfälischen Kreidemulde (NW-Deutschland). – Münster. Forsch. Geol. Paläont., 100: 79-95; Münster.
Thiermann, A. (1970), mit Beitr. von Dahm-Arens, H.: Erläuterungen zu Blatt 3712 Tecklenburg. - Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 25 000, Erl., 3712: 243 S.; Krefeld.
Autor des Datenblattes: Erbacher, J., Hiss, M., Luppold, F. W., Mutterlose J.
Erstellt am: 22.07.2014
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 19.11.2014
Änderung Datensatz: 24.11.2014
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Litholex Recherche vom 25.05.2017, 03:10:40.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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