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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Piesenkopf-Formation
ID: 2008137
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: KRAUS (1927) (Erstbeschreibung)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Rhenodanubische Gruppe, Röthenbach-Untergruppe
Chronostratigraphie: Untercampanium (Campanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Santonium (Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Oberconiacium (Coniacium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Mittelconiacium (Coniacium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Piesenkopfkalk (KRAUS 1927), Planckner-Serie (in Liechtenstein; ALLEMANN & BLASER 1951), Zementmergel-Basisschichten (Östlich der Salzach; PREY, 1950).
Lithologie: Charakteristisch ist die kurzspannige, rhythmische, meist plattig bis dünnbankige (cm – 2 dm) Wechsellagerung von turbiditischen, meist lutitischen Kalk- bis Kalkmergelsteinen und grauen bis bunten Tonmergelsteinen sowie jeweils darüber hemipelagischen Tonsteinen. Die hellgrau verwitternden, z. T. auch bunteren Kalk- bis Kalkmergelsteine sind wechselnd siliziklastisch durchsetzt und teils verkieselt. Stellenweise treten mittelbankige, gröberkörnige, arenitische Kalksteine sowie karbonatreiche Sandsteine auf.
In der Sigiswanger und Oberstdorfer Decke (v. a. im bayerischen Anteil des Rhenodanubischen Flysches) kommen im ältesten Teil der Piesenkopf-Formation, einige Meter über ihrer stratigraphischen Untergrenze, gehäuft Einschaltungen roter Tonsteine vor (8236 Tegernsee, HESSE 1966; 8234 Penzberg, HESSE & STEPHAN 1991; 8235 Bad Tölz, HESSE & SCHWERD in Vorb.). Auch weiter nach W treten nicht horizontbeständige, analoge Tonsteine in der Piesenkopf-Formation auf (HÖFLE & KUHNERT 1969, v. RAD 1972). Solche roten, teils grünen, hemipelagischen Tonstein-Einschaltungen in den Turbidit-Abfolgen zeigen eine Faziesverzahnung mit der Seisenburg-Formation an (EGGER & SCHWERD 2008).
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Im Übergang oft Wechsellagerung zwischen Sandsteinen der Reiselsberg-Formation und typischen Gesteinen der Piesenkopf-Formation.
Bei Auftreten der Seisenburg-Formation zwischen Reiselsberg- und Piesenkopf-Formation meist fließender Übergang.
Hangendgrenze: Häufig erfolgt der Übergang in die eher mittelbankig ausgebildeten Sedimentzyklen der überlagernden Kalkgraben-Formation fließend durch Zunahme der Bankmächtigkeiten und Auftreten der typischen, auffällig hellocker bis hellgrau verwitternden Kalkmergelsteine („Zementmergel“) in den Turbiditzyklen.
Im Typusprofil Röthenbach (Ostallgäu) scharfer Wechsel zur Kalkgraben-Formation durch Einsetzen der für diese Formation typischen Kalkmergelsteine.
Mittlere Mächtigkeit: --
Maximale Mächtigkeit: In der Sigiswanger Decke bis 250 m, östlich der Chiemseesenke bis 150 m; in der Üntschen-Decke bis etwa 200 m (im bayerischen Anteil; aufgrund tektonischer Deformation ist die wahre Mächtigkeit nicht abschätzbar).
Typusprofile, etc.: Typusregion ist das Halblech-Gebiet östlich Füssen.
Typusprofil ist das Röthenbachtal im Halblech-Gebiet östlich Füssen (TK Nr. 8331 Bad Bayersoien; HÖFLE & KUHNERT 1969, von RAD 1972, EGGER & SCHWERD 2008).
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Alpen
Verbreitung (Ergänzung): In der Rhenodanubische Flyschzone zwischen Rhein und Ybbs.
Zeitgleiche Einheiten: Die Einheit verzahnt sich mit der Seisenburg-Formation.
Alterseinstufung: Biostratigraphie: Kalknannoplankton Zonen CC14 bis CC18a (EGGER & SCHWERD 2008).
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Die Formation ist benannt nach dem Piesenkopf, einem kleinen Gipfel westlich Oberstdorf im Allgäu (Bayern).
Sie tritt in der Sigiswanger und der Üntschen-Decke auf und reicht stellenweise auch in die Oberstdorfer Decke hinein.
Fazies: Tiefwasser-Turbidite und hemipelagische Tonsteine.
Literatur: ALLEMANN, F. & BLASER, R. (1951): Vorläufige Mitteilung über die Flyschbildungen im Fürstentum Liechtenstein.- Eclogae geologicae Helvetiae, 43: 187-200; Basel.
EGGER, H. & SCHWERD, K. (2008): Stratigraphy and sedimentation rates of Upper Cretaceous deep-water systems of the Rhenodanubian Group (Eastern Alps, Germany).- Cretaceous Research, 29: 405-416; Amsterdam.
HESSE, R. (1966): Flysch-Zone.- In: STEPHEN, W. & HESSE, R.: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25000, Blatt Nr. 8236 Tegernsee.- 32-74; München (Bayer. Geol. Landesamt).
HESSE, R. & SCHWERD, K. (in Vorb.): Rhenodanubischer Flysch.- In: HAHN, T., HESSE, R. & SCHWERD, K.: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25000, Blatt Nr. 8235 Bad Tölz; Augsburg (Bayerisches Landesamt für Umwelt).
HESSE, R. & STEPHAN, W. (1991): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25000, Blatt Nr. 8234 Penzberg.- 315 S.; München (Bayer. Geol. Landesamt).
HÖFLE, H.-C. & KUHNERT, C. (1969): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25000, Blatt Nr. 8331 Bayersoien.- 122 S.; München (Bayer. Geol. Landesamt).
KRAUS, E. (1927): Neue Spezialforschungen im Allgäu (Molasse und Flysch) Ein Beitrag zur Kenntnis geosynklinaler Vorgänge.- Geologische Rundschau, 18: 189-298; Berlin.
PREY, S. (1950): Geologie der Flyschzone im Gebiete des Pernecker Kogels westlich Kirchdorf a. d. Krems (Oberösterreich).- Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt, 94: 93-165; Wien.
RAD, U. von (1972): Zur Sedimentologie und Fazies des Allgäuer Flysches.- Geologica Bavarica, 66: 92-147; München (Bayer. Geol. Landesamt).
Autor des Datenblattes: Teipel, U. & Schwerd, K.
Erstellt am: 06.07.2012
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 22.01.2013
Änderung Datensatz: 22.01.2013


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Litholex Recherche vom 23.03.2017, 05:25:11.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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