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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Ofterschwang-Formation
ID: 2008133
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: KRAUS (1927)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Rhenodanubische Gruppe
Chronostratigraphie: Untercenomanium (Cenomanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Oberalbium (Albium, Unterkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Ofterschwanger Schichten (KRAUS 1927), Basis-Serie (Vorarlberg; ALLEMANN & BLASER 1951).
Lithologie: In der Ofterschwang-Formation dominieren bis mehrere Meter mächtige, graue bis dunkelgraue, auffällig hellgrau, seidig-glänzend anwitternde, schiefrig bis leistenförmig brechende Kalkmergelsteine, die nach v. RAD (1972) im Allgäu 80-90% der Schichtfolge aufbauen. Die Sedimentzyklen zeigen oft Gradierung mit basalen Silt- oder Sandsteinlagen. An den einzelnen Sedimentzyklen sind untergeordnet wechselnd siliziklastische, meist feinkörnige, dunkelgraue Kalksteine und seltener bunte Ton- bis Tonmergelsteine (Äquivalente der Unteren Bunten Mergel) beteiligt.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Überwiegend tektonisch begrenzt; Basis der Sigiswanger Decke.
An wenigen Stellen an der Basis dieser Decke wird die Ofterschwang-Formation von der Rehbreingraben-Formation (v. RAD 1972, MATTERN 1988) oder Unteren Bunten Mergeln (HESSE 1972) unterlagert.
Hangendgrenze: In die Ofterschwang-Formation schalten sich nach oben zunehmend Sandsteine und Grauwacken vom Typ der überlagernden Reiselsberg-Formation ein. Die Untergrenze der Reiselsberg-Formation wird im Allgemeinen mit dem Auftreten der ersten mächtigeren, glimmerführenden Sandsteinbänke gezogen.
Mittlere Mächtigkeit: --
Maximale Mächtigkeit: In der Sigiswanger Decke im Allgäu bis 200 m, in Oberbayern bis 100 m; in der Üntschen-Decke bis 100 m (im bayerischen Anteil; aufgrund tektonischer Deformation ist die wahre Mächtigkeit nicht abschätzbar).
Typusprofile, etc.: Typusregion ist das Allgäu (Bayern).
Typusprofil ist der Obergeißrücken-Tobel, 1010-1070m ü. NN, NW Ofterschwang (TK Nr. 8427 Immenstadt, SCHWERD 1983).
Aufschlüsse und Profile der Ofterschwang-Formation werden beschrieben z.B.:
- von v. RAD (1972) auf TK-Blatt 8527 Oberstdorf im Löwen-Bach (970-1070 m ü. NN) SE Sonthofen und im Rothbach (1165-1215 m ü. NN) SW Sonthofen (hier mit unterlagernder Rehbreingraben-Formation),
- sowie von HESSE (1972) im Hinteren Rehbreingraben (ca. 1200 m ü. NN) SW Bad Kohlgrub (TK-Nr. 8332 Unterammergau) über Unteren Bunten Mergeln.
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Alpen
Verbreitung (Ergänzung): Schweiz (Fänerenspitz nahe Appenzell) bis Oberösterreich.
Zeitgleiche Einheiten: Untere Bunte Mergel der Oberstdorfer Decke;
Die Ofterschwang-Formation verzahnt sich nach S bereichsweise mit den Unteren Bunten Mergeln, basal wohl auch mit jüngsten Abschnitten der Rehbreingraben-Formation. Östlich der Chiemseesenke scheint die Ofterschwang-Formation gänzlich zu fehlen und zeitlich von Unteren Bunten Mergel ersetzt zu sein (FREIMOSER 1972).
Alterseinstufung: Biostratigraphie: oberer Teil der Kalknannoplankton-Zone CC9 (EGGER & OBERHAUSER 2007; EGGER & SCHWERD 2008); Palaeohystrichophora infusorioides Zone der Dinoflagellaten-Zonierung (KIRSCH 2003).
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Die Formation ist benannt nach dem Dorf Ofterschwang im Allgäu (Bayern).
Die Ofterschwang-Formation bildet die älteste aufgeschlossene Schichtenfolge der Üntschen-Decke, und mit wenigen Ausnahmen auch der Sigiswanger Decke.
Fazies: karbonatische Turbidite.
Literatur: ALLEMANN, F. & BLASER, R. (1951): Vorläufige Mitteilung über die Flyschbildungen im Fürstentum Liechtenstein.- Eclogae geologicae Helvetiae, 43: 187-200; Basel.
EGGER, H. & OBERHAUSER, R. (2007): Kalkiges Nannoplankton aus der Ofterschwang-Formation (Cenomanium) des Fänerenspitzes (Appenzell, Schweiz).- Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt, 147: 353-355; Wien.
EGGER, H. & SCHWERD, K. (2008): Stratigraphy and sedimentation rates of Upper Cretaceous deep-water systems of the Rhenodanubian Group (Eastern Alps, Germany).- Cretaceous Research, 29: 405-416; Amsterdam.
FREIMOSER, M. (1972): Zur Stratigraphie, Sedimentpetrographie und Faziesentwicklung der Südostbayerischen Flyschzone und des Ultrahelvetikums zwischen Bergen/Obb. und Salzburg.- Geologica Bavarica, 66: 7-91; München (Bayer. Geol. Landesamt).
HESSE, R. (1972): Lithostratigraphie, Petrographie und Entstehungsbedingungen des bayerischen Flysches: Unterkreide.- Geologica Bavarica, 66: 148-222; München (Bayer. Geol. Landesamt).
KIRSCH, K.-H. (2003): Dinoflagellatenzysten-Zonierung der höheren Unterkreide des Rhenodanubischen Flyschs.- Zitteliana A43; 143-158: München.
KRAUS, E. (1927): Neue Spezialforschungen im Allgäu (Molasse und Flysch) Ein Beitrag zur Kenntnis geosynklinaler Vorgänge.- Geologische Rundschau, 18: 189-298; Berlin.
MATTERN, F. (1988): Die interne Überschiebungstektonik im Flysch (Kreide) der westlichen Bayerischen Alpen.- Berliner geowiss. Abh., A101: 1-94: Berlin.
RAD, U. von (1972): Zur Sedimentologie und Fazies des Allgäuer Flysches.- Geologica Bavarica, 66: 92-147; München (Bayer. Geol. Landesamt).
SCHWERD, K. (1983): Flysch-Zone.- In: SCHWERD, K., EBEL, R. & JERZ, H.: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25000, Blatt Nr. 8427 Immenstadt i. Allgäu.- 23-29; München (Bayer. Geol. Landesamt).
Autor des Datenblattes: Teipel, U. & Schwerd, K.
Erstellt am: 06.07.2012
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 22.01.2013
Änderung Datensatz: 22.01.2013


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Litholex Recherche vom 29.04.2017, 03:44:57.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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