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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Tristel-Formation
ID: 2008131
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: SCHWIZER (1984) (Formations-Definition)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Rhenodanubische Gruppe
Chronostratigraphie: Unteraptium (Aptium, Unterkreide, Kreide, Mesozoikum)
Oberbarremium (Barremium, Unterkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Tristelbreccie (LORENZ 1901), Neokomflysch (JÄGER 1914), Tristelkalk (TRÜMPY 1916), Tristelschichten (CADISCH et al. 1919, RICHTER 1933), Kalkgruppe, Flyschkalkgruppe (KRAUS 1927), Flysch-Neokom (PREY 1950).
Die “Saderer Joch Serie” am Südrand des Unterengadiner Fensters stellt ein metamorphes Äquivalent der Tristel-Formation dar (BERTLE 2004).
Lithologie: Die Tristel-Formation besteht aus Sedimentzyklen aus Kalk-, Mergel- und Tonsteinen:
Dickbankige, pelitisch bis psammitische, graue, teils spätige Kalksteine können neben resedimentierten Karbonatgesteinskomponenten auch wechselnde Siliziklastanteile sowie teils gröberen Biogenschutt („Tristelbreccien“) führen, dessen Anteil nach E abnimmt. Weitere Anteile der Hartbänke sind meist nur geringmächtige Silt- und Sandsteine, hornsteinführende Kieselkalksteine sowie auffällige, mittelbankige, ockergraue Kalklutite z. T. mit dunklen Bioturbationsflecken.
Darüber folgen vielfach mittel- bis dickbankige, meist dunkelgraue Mergelsteine, die mit den Hartbänken die Turbiditabfolgen bilden.
Den jüngsten Teil der Sediment-Zyklen bilden vielfach bis 1 m mächtige, schwarze und grüne, hemipelagische Ton- bis Tonmergelsteine.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Tektonisch begrenzt; in Bayern Basis der Rhenodanubischen Flysch-Decke.
Hangendgrenze: Das erste Auftreten turbiditischer, Glaukonit-führender Sandsteinbänke markiert die Basis der überlagernden Rehbreingraben-Formation.
Mittlere Mächtigkeit: --
Maximale Mächtigkeit: Im Allgäu bis 250 m, in Oberbayern bis 150 m, östlich der Salzach bis 200 m.
(Aufgrund tektonischer Deformation ist die wahre Mächtigkeit nicht abschätzbar.)
Typusprofile, etc.: Typusprofil: Tristel bei Jesfürggli in Liechtenstein (ÖK 141 Feldkirch); beschrieben von SCHWIZER (1984).
Als Referenzprofile gelten das Gasenzawald-Profil bei Triesen, Liechtenstein (SCHWIZER 1984) sowie mehrere Profile aus dem Unterengadiner Fenster. In den Bayerischen Alpen sind unvollständige Profile z. B. entlang des Wanderweges W der Trettach S Oberstdorf (TK-Nr. 8527 Oberstdorf), in der Bahnböschung N Bahnhof Tegernsee (TK-Nr. 8236 Tegernsee), im Hörnle-Aufacker-Gebiet (TK-Nr. 8332 Unterammergau), zwischen Oberstdorf und Hindelang (z.B. Faltenbach-Tobel, Kehr-Graben, Riges-Tobel) sowie im Stetten-Graben bei Teisendorf zu finden bzw. beschrieben.
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Alpen
Verbreitung (Ergänzung): Westlich des Inns nur in Oberstdorfer Decke bekannt
Zeitgleiche Einheiten: --
Alterseinstufung: Biostratigraphie: Verschiedene Spezies von Palorbitolina, Paleodictyoconus, Paracoskinolina, Orbitolinopsis, Valserina, Salpingoporella, Cylindroporella und Pseudoclypeina (OBERHAUSER 1983, SCHWIZER 1984, BERTLE 2002).
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Die Formation ist benannt nach einem Felsrücken namens Tristel im Jes-Tal SW des Naafkopfes im südlichen Grenzbereich Liechtenstein-Österreich-Schweiz.
Fazies: Turbidite und hemipelagische Tonsteine; Ablagerung unterhalb der lokalen CCD.
Literatur: BERTLE, R.J. (2002): Kreide und Paläogen in der Fimber-Zone (Unterengadiner Fenster, Schweiz – Österreich). Neue Mikrofossilfunde & deren paläogeographische Bedeutung.- Eclogae geologicae Helvetiae, 95: 153-167; Basel.
BERTLE, R. J. (2004): Zur Geologie des Piz Mundin-Gebietes (Engadiner Fenster, Österreich-Schweiz): Stratigraphie, Geochronologie, Strukturen. – Unveröff. Diss.; Univ. Wien.
CADISCH, J.; LEUPOLD, W.; EUGSTER, H. & BRAUCHLI, R. (1919): Geologische Untersuchungen in Mittelbünden (vorläufige Mitteilungen).- Albert Heim Festschrift, Vierteljahrsschrift der Naturforschenden Gesellschaft Zürich.
JÄGER, R. (1914): Grundzüge einer stratigraphischen Gliederung der Flyschbildungen des Wienerwaldes.- Mitteilungen der Geologischen Gesellschaft in Wien, 7: 122-172; Wien.
KRAUS, E. (1927): Neue Spezialforschungen im Allgäu (Molasse und Flysch) Ein Beitrag zur Kenntnis geosynklinaler Vorgänge.- Geologische Rundschau, 18: 189-298; Berlin.
LORENZ, T. (1901): Geologische Studien im Grenzgebiet zwischen helvetischer und ostalpiner Fazies.- Berichte der Naturforschenden Gesellschaft, 12; Freiburg i. Br.
OBERHAUSER, R. (1983): Mikrofossilfunde im Nordwestteil des Unterengadiner Fensters sowie im Verspalaflysch des Rätikon.- Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt, 126: 71-93; Wien.
PREY, S. (1950): Geologie der Flyschzone im Gebiete des Pernecker Kogels westlich Kirchdorf a. d. Krems (Oberösterreich).- Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt, 94: 93-165; Wien.
RICHTER, M. (1933): Alter und Stellung der südbayerischen Flyschzone.- Zentralblatt für Mineralogie, Geologie und Paläontologie Abt. B9: 496-508; Stuttgart.
SCHWIZER, B. (1984): Die Tristelschichten.- Dissertation: 185 S.; Univ. Bern.
TRÜMPY, D. (1916): Geologische Untersuchung im westlichen Rätikon.- Beiträge zur Geologischen Karte der Schweiz, Neue Folge, 46; Bern.
Autor des Datenblattes: Teipel, U. & Schwerd, K.
Erstellt am: 06.07.2012
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 22.01.2013
Änderung Datensatz: 22.01.2013


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Litholex Recherche vom 24.04.2017, 07:18:51.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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