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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Jeding-Formation
ID: 2008126
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Niebuhr et al. (2009)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Danubische Kreide-Gruppe
Chronostratigraphie: Oberkreide (Kreide, Mesozoikum)
Coniacium (Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Hartmannshofer Sandstein (Lehner 1924, 1934), Freihölser Grünsandstein, Jedinger Grünsandstein, Glaukonittone, Strahlfelder Schichten (Heim 1950), Hangendes des Cardientones (Gudden & Treibs 1964), Sandstein (Unger 1984: 222), Jedinger Sandstein, Glimmer-Glaukonit-Sande (Meyer 1996, 1989, 2000). Zu weiterer Synonymie siehe Niebuhr et al. (2009).
Lithologie: hell grünlich-graue, hell olivgrüne und gelbbraune, glaukonithaltige Fein- und Mittelsandsteine und Feinsandmergelsteine mit einem auffälligen, häufig geringen, aber immer vorhandenen Glimmergehalt. Gleichkörnige Feinsandsteine mit Dickbänken ohne erkennbare Internschichtung und Bankstärken von mehr als einem Meter wechseln mit dünnbankigen bis plattigen, schräg geschichteten Mittel- bis Feinsandsteinen. Im „Hartmannshofer Sandstein“ tritt ein sehr hoher Disthen-Anteil in den Schwermineral-Präparaten auf (B. Schröder, mündl. Mitt. Sept. 2008).
Untergeordnete Einheit: keine
Liegendgrenze: im nördlichen Ablagerungsraum und westlich von Passau die mergelige Hellkofen-Formation, bei Vilseck auch die terrestrischen Sedimente der Hessenreuth-Formation (vgl. Meyer 1996: Beil. 4).
Hangendgrenze: im nördlichen Ablagerungsraum erosiv gekappt von den terrestrischen Sedimenten der Hessenreuth-Formation („Auerbacher Kellersandstein“; vgl. Meyer 1996, Beil. 4).
Mittlere Mächtigkeit: 60-70 m (Meyer 2000)
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Das Typusprofil liegt in einem auflässigen Steinbruch am westlichen Ortsausgang von Jeding (TK 25: 6538 Schmidgaden). Der Aufschluß erschließt noch ca. 5 m der Jeding-Formation. Auf der (aufgeschütteten) Sohle des Steinbruches wurde die Bohrung Jeding 1986 niedergebracht, die zwischen 1,50 und 4,70 m Teufe noch den „Jedinger Sandstein“ angetroffen hat (vgl. Meyer 1989). An seiner Typuslokalität sind damit vom namensgebenden „Jedinger Sandstein“ lediglich noch ca. 10 m erhalten.
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Verbreitung (Ergänzung): Bayern (Regierungsbezirk Oberpfalz)
Zeitgleiche Einheiten: Im distalen Bereich der Danubischen Kreide-Gruppe sind die tonig-mergeligen, glimmerführenden Sedimente der Hellkofen- und Sandbach-Formationen mit den glaukonitischen, glimmerführenden Sandsteinen der Jeding-Formation zeitgleich. Ebenso zeitgleich ist vermutlich das (mittlere) Friedersreuth-Member der terrestrischen Hessenreuth-Formation.
Alterseinstufung: Biostratigraphie: Die nachgewiesene Inocerame Platyceramus cf. mantelli setzt im höchsten Unterconiacium ein und hat ihre Hauptverbreitung im Mittelconiacium (Tröger et al. 2009).
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Ableitung des Namens: nach dem gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Fensterbach im Landkreis Schwandorf, Regierungsbezirk Oberpfalz (Bayern).
Environment: flachmarine Sedimente des inneren Schelfes, die durch graduelle Auffüllung des Beckens kontinuierlich aus dem Cardienton-Member der Hellkofen-Formation hervorgehen. Mit der Jeding-Formation endet die marine Überlieferung der Danubischen Kreide-Gruppe.
Abgrenzungsprobleme: Im Lesestein ähneln die Sandsteine der Jeding-Formation den feinkörnigen, glaukonitarmen Partien des Bad-Abbach-Members der Regensburg-Formation und können mit diesen verwechselt werden. Charakteristisch für die Jeding-Formation ist der (wenn auch bereichsweise geringe, aber) immer vorhandene Glimmergehalt.
Literatur: Gudden, H. & Treibs, W. (1964): Geologische Karte von Bayern 1:25000, Erläuterungen zum Blatt Nr. 6536 Sulzbach–Rosenberg Süd. – 104 S.; München (BGL).
Lehner, L. (1924): Die Gliederung der fränkischen albüberdeckenden Kreide. – Cbl. Min. Geol. Pal., 6: 176-181; Stuttgart.
Lehner, L. (1934): Der Hartmannshofer Sandstein. Studien über die fränkische albüberdeckende Kreide, IV. – Cbl. Min. Geol. Pal., Abt. B, 3: 111-119; Stuttgart.
Meyer, R.K.F. (1989): Die Entwicklung der Kreide-Sedimente im Westteil der Bodenwöhrer Senke. – Erlanger geol. Abh., 117: 53-96; Erlangen.
Meyer, R.K.F. (1996): Kreide. – In: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:500000: 112-125; München (GLA).
Meyer, R.K.F. (2000): Außeralpine Kreide in Süddeutschland (Regensburger Kreide). – In: Stratigraphische Kommission Deutschland (Ed.), Stratigraphie von Deutschland III. Die Kreide der Bundesrepublik Deutschland. Courier Forschungsinst. Senckenberg, 226: 141-147; Frankfurt.
Niebuhr, B., Pürner, T. & Wilmsen, M. (2009): Lithostratigraphie der außeralpinen Kreide Bayerns. – SDGG, 65: 7-58; Hannover.
Tröger, K.-A., Niebuhr, B. & Wilmsen, M. (2009): Inoceramen aus dem Cenomanium bis Coniacium der Danubischen Kreide-Gruppe (Bayern, Süd-Deutschland). – SDGG, 65: 59-110; Hannover.
Unger, H.J. (1984): Geologische Karte von Bayern 1 : 50 000. Erläuterungen zum Blatt Nr. L 7545 Griesbach im Rottal. – 245 S.; München (BGL).
Autor des Datenblattes: Pürner, T. & Niebuhr, B.
Erstellt am: 22.09.2009
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 30.10.2009
Änderung Datensatz: 30.10.2009


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Litholex Recherche vom 30.03.2017, 10:40:18.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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