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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Danubische Kreide-Gruppe
ID: 2008115
Hierarischer Rang: Gruppe
Erstbeschreibung: Niebuhr, B., Pürner, T. & Wilmsen, M.
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Oberkreide (Kreide, Mesozoikum)
Unterkreide (Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Procän-Formation, Kreide-Formation, Grünsand-Formation, Regensburger Gruppe, mittelbayerischer Kreis der Procänbildung, hercynische Provinz in Bayern, mittelbayerische Provinz, Regensburger Kreideformation (Gümbel 1854, 1868; Brunhuber 1917), fränkische albüberdeckende Kreide (Lehner 1924), danubische Kreide (Trusheim 1935), Oberpfälzer Kreide (Ziegler 1957), Kreide in Nordostbayern (Tillmann 1954, 1964), Oberkreide im Ortenburger Senkungsfeld (Unger 1984), Regensburg–Hollfelder Kreide, Regensburger Kreide, Kreide nördlich der Alpen, außeralpine Kreide in Süddeutschland (Meyer 1996, 2000). Zu weiterer Synonymie siehe Niebuhr et al. (2009).
Lithologie: Konglomerate, Sande und Sandsteine, Tone, Mergel und Mergelsteine, Kalkarenite, Kieselkreide, Kalksteine.
Untergeordnete Einheit: Schutzfels-Formation mit Amberg-Member, Wellheim-Formation mit Neuburg-Kieselerde-Member, Regensburg-Formation mit Saal- und Bad-Abbach-Member, Eibrunn-Formation, Winzerberg-Formation mit Reinhausen- und Knollensand-Member, Kagerhöh-Formation mit Eisbuckel-, Pulverturm-, Karthaus- und Betzenstein-Member, Großberg-Formation, Roding-Formation mit Altenkreith-, Freihöls-, Taxöldern- und Seugast-Member, Sandbach-Formation mit Marterberg- und Buchleiten-Member, Hellkofen-Formation mit Weillohe- und Cardienton-Member, Jeding-Formation, Hessenreuth-Formation mit Parkstein-, Friedersreuth- und Hesserberg-Member.
Liegendgrenze: Oberjura, überwiegend in Karstschlotten (Schutzfels-Formation). Diskordant auf Oberjura (Regensburg-, Wellheim- und Sandbach-Formationen), im nördlichen und östlichen Ablagerungsraum auf unterschiedlich alten Jura- und Triasschichten sowie dem variszischen Grundgebirge (Regensburg-Formation, Hessenreuth-Formation).
Hangendgrenze: unterschiedlich tief erosiv gekappt.
Mittlere Mächtigkeit: Die marinen Schichten in der Umgebung von Regensburg–Kelheim (Regensburg-Formation bis Weillohe-Member der Hellkofen-Formation) erreichen ca. 150 m. Die wechselnd marin / terrestrischen Ablagerungen zwischen Auerbach und Amberg sind ca. 300 m mächtig. Die terrestrische Hessenreuth-Formation bei Parkstein–Erbendorf im Hessenreuther Forst kann bis 500 m mächtig werden.
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: --
Verbreitung (Bundesländer): Bayern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Schwäbisch-Fränkisches Stufenland
Alpenvorland
Verbreitung (Ergänzung): Bayern (Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken, Oberpfalz, Niederbayern, Oberbayern, Schwaben)
Zeitgleiche Einheiten: In der Braunauer Senke verzahnt sich die Danubische Kreide-Gruppe unter mehreren 100 m mächtigen Molasse-Sedimenten mit der hochpelagischen alpinen Kreide im Süden.
Alterseinstufung: Biostratigraphie: Die Einstufung der marinen Anteile mittels Inoceramen und Ammoniten erbrachte ein Alter vom tieferen Untercenomanium bis Coniacium (TRÖGER et al. 2009; WILMSEN et al. 2009). Die Datierung der terrestrischen Sedimente erfolgte aufgrund ihrer stratigraphischen Position in Bezug auf die marinen Schichten sowie mittels Pollen, Sporen und Makroflora.
Sequenzstratigraphie: Im Zuge der großen Transgressionen der frühen Oberkreide wurden weite Gebiete nördlich der Tethys zu randlichen Schelfmeeren. Die komplette sedimentäre Abfolge der Danubischen Kreide-Gruppe dokumentiert eine nahezu symmetrische trans-/ regressive Megasequenz mit einer maximalen Überflutung im Mittel-/ Oberturonium-Grenzbereich.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Ableitung des Namens: nach dem hauptsächlichen Ablagerungsraum im Umkreis des heutigen Flussgebietes der Donau in Bayern.
Definition: Unter dem Begriff „Danubische Kreide-Gruppe“ werden alle Kreide-Vorkommen Bayerns zusammengefasst, die nördlich und östlich der Molasse Übertage anstehen. Die lithostratigraphische Bearbeitung des Verzahnungsbereiches mit der alpinen Kreide unter den sich im Süden anschließenden mächtigen Molasse-Sedimenten ist nur mit Bohrungen möglich und bleibt bis auf weiteres ausgeklammert.
Environment: terrestrische und flachmarine Sedimente eines golfartig erweiterten Epikontinental-Meeres, das im Norden und Osten von der Mitteleuropäischen Insel (dem Rheinischen und Böhmischen Massiv) begrenzt wurde und nach Süden in die hochpelagischen Ablagerungsraum der tethyalen Kreide übergeht.
Literatur: Brunhuber, A. (1917): Die geologischen Verhältnisse von Regensburg und Umgebung. – Naturwiss. Ver. Regensburg: 107 S.; Regensburg.
Gümbel, C.W. von (1854): Übersicht über die geognostischen Verhältnisse der Oberpfalz. – Korresp.-Bl. zool.-mineral. Ver. Regensburg, 8 (1): 32, 37-43; Regensburg.
Gümbel, C.W. von (1868): Geognostische Beschreibung des Koenigreichs Bayern. 2. Abtheilung, Geognostische Beschreibung des Ostbayerischen Grenzgebirges oder des Bayerischen und Oberpfälzer Waldgebirges. – 968 S.; Gotha (Justus Perthes).
Lehner, L. (1924): Die Gliederung der fränkischen albüberdeckenden Kreide. – Cbl. Min. Geol. Pal., 6: 176-181; Stuttgart.
Meyer, R.K.F. (1996): Kreide. – In: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:500000: 112-125; München (GLA).
Meyer, R.K.F. (2000): Außeralpine Kreide in Süddeutschland (Regensburger Kreide). – In: Stratigraphische Kommission Deutschland (Ed.), Stratigraphie von Deutschland III. Die Kreide der Bundesrepublik Deutschland. Courier Forschungsinst. Senckenberg, 226: 141-147; Frankfurt.
Niebuhr, B., Pürner, T. & Wilmsen, M. (2009): Lithostratigraphie der außeralpinen Kreide Bayerns. – SDGG, 65: 7-58; Hannover.
Tillmann, H. (1954): Die Kreide in Nordostbayern. – In: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:500000: 85-94; München (BGL).
Tillmann, H. (1964): Kreide. – In: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:500000: 141-161; München (BGL).
Tröger, K.-A., Niebuhr, B. & Wilmsen, M. (2009): Inoceramen aus dem Cenomanium bis Coniacium der Danubischen Kreide-Gruppe (Bayern, Süd-Deutschland). – SDGG, 65: 59-110; Hannover.
Trusheim, F. (1935): Die geologische Geschichte Südostdeutschlands während der Unterkreide und des Cenomans. – N. Jb. Min. etc., Beil., B 75: 1-109; Stuttgart.
Unger, H.J. (1984): Geologische Karte von Bayern 1 : 50 000. Erläuterungen zum Blatt Nr. L 7545 Griesbach im Rottal. – 245 S.; München (BGL).
Wilmsen, M., Wood, C.J., Niebuhr, B. & Kaplan, U. (2009): Cenomanian–Coniacian ammonoids of the Danubian Cretaceous Group (Bavaria, southern Germany). – SDGG, 65: 111-124; Hannover.
Ziegler, J.H. (1957): Die Fauna des Cardientones der Oberpfalz und die Bedeutung der Foraminiferen für die Altersbestimmung (Coniac). – Geol. Bavarica, 30: 55-87; München (BGL).
Autor des Datenblattes: Niebuhr, B., Pürner, T. & Wilmsen, M.
Erstellt am: 18.09.2009
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 30.10.2009
Änderung Datensatz: 22.11.2010
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Litholex Recherche vom 23.03.2017, 05:25:43.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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