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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Oybin-Formation
ID: 2008103
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Voigt (1995)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Elbtal-Gruppe
Chronostratigraphie: Oberturonium (Turonium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Mittelturonium (Turonium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Unterturonium (Turonium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Quadersandsteingebirge (Cotta 1838), Oberquader (Geinitz 1871–1875), Obere Kreideformation des Zittauer Gebirges (Siegert 1897), Brongniartiquader (Siegert 1897), Oybin-Formation (Niebuhr et al. 2007)
Lithologie: Mittel- bis grobkörnige, häufig konglomeratische Quarzsandsteine mit bis zu 2 m mächtigen Konglomeratbänken.
Untergeordnete Einheit: keine
Liegendgrenze: Obertägig auf deutscher Seite nicht aufgeschlossen, in Bohrungen liegt sie auf kalkig zementierten fein- bis mittelkörnigen Sandsteinen der Oberhäslich-Formation (Bohrung Lückendorf E 1/60, Tröger 1964). Die Grenze wird mit dem Einsetzen konglomeratischer Sandsteine gezogen, da die karbonatische Zementation der Sandsteine ein wechselndes diagenetisches Merkmal darstellt.
Hangendgrenze: Feinkörnige Kalksandsteine der Lückendorf-Formation.
Mittlere Mächtigkeit: --
Maximale Mächtigkeit: Die Gesamtmächtigleit der Oybin-Formation erreicht in der Bohrung Lückendorf E 1/60 etwa 430 m (Tröger 1964).
Typusprofile, etc.: Typusregion der Oybin-Formation ist das Zittauer Gebirge. Als Typusprofil kann die Bohrung Lückendorf E 1/60 gelten (TK 25: 5154 Zittau-Süd), die als einzige Bohrung die Formation in voller Mächtigkeit durchteuft. Der reduzierte Kern der Bohrung liegt im Kernlager des Sächsischen Landesamtes für Umwelt und Geologie in Freiberg. Der namensgebende Berg Oybin stellt das 130 m mächtige Referenzprofil dar (TK 25: 5154 Zittau-Süd); weitere vorzüglich aufgeschlossene Referenzprofile sind der Töpfer und der Ameisenberg mit ca. 190 m Mächtigkeit (TK 25: 5154 Zittau-Süd).
Verbreitung (Bundesländer): Sachsen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Sudeten, Elbsandsteingebirge
Verbreitung (Ergänzung): Zittauer Gebirge (Oberlausitz)
Zeitgleiche Einheiten: Die Oybin-Formation entspricht in der Elbtalkreide zeitlich vermutlich den Brießnitz-, Schmilka-, Postelwitz- und Räcknitz-Formation, eventuell auch tieferen Teilen der Schrammstein- und Strehlen-Formation. Auf böhmischer Seite korreliert die Oybin-Formation mit der jizerké souvrství (Jizera-Formation) und der belohorské souvrství (Bila-Hora-Formation).
Alterseinstufung: Biostratigraphie: Die Fossilarmut verhindert eine biostratigraphische Untergliederung. Das biostratigraphische Intervall ist durch die Unterlagerung durch kalkhaltige Sandsteine der Oberhäslich-Formation gesichert, die hier das gesamte Cenomanium vertritt. Punktweise treten in der Oybin-Formation Inoceramen auf, die Unterturonium (Mytiloides labiatus) und Mittelturonium (Inoceramus lamarcki) belegen (Siegert 1897, Andert 1929).
Kommentar: Die strat. Reichweite bis in das Oberturonium ist fraglich
Versch./Sonstiges: Ableitung des Namens: nach der Ortschaft und dem Berg Oybin im Zittauer Gebirge (Sachsen).

Environment: Die Oybin-Formation wurde entsprechend ihrer Korngröße und der häufigen Schrägschichtung unter hochenergetischen Bedingungen sedimentiert. Besonders die Konglomeratlagen deuten auf Sturmeinfluss und sehr hohe Strömungsgeschwindigkeiten hin.

Fossilien: Die Oybin-Formation ist sehr fossilarm. In den Steinbrüchen bei Oybin wurde Inoceramus lamarcki lamarcki nachgewiesen. Selten treten Spurenfossilien (Thalassinoides, Ophiomorpha) auf.

Abgrenzungsprobleme: Die Oybin-Formation lässt sich trotz hoher Mächtigkeit nicht weiter untergliedern. Die nur örtlich zu beobachtende diagenetische Rötung geht vermutlich auf vulkanische Einflüsse (känozoische Basalte) zurück.
Literatur: Andert, H. (1929): Die Kreideablagerungen zwischen Elbe und Jeschken II. Die nordböhmische Kreide zwischen Elbsandsteingebirge und Jeschken und das Zittauer Sandsteingebirge. – Abh. Preuß. Geol. Landesanst., 117: 1–227, Berlin.
Cotta, B. von (1838): Die Lagerungsverhältnisse an der Grenze zwischen Granit und Quadersandstein bei Meissen, Hohnstein, Zittau und Liebenau. – Geognostische Wanderungen, 2: 64 S., Dresden, Leipzig.
Geinitz, H.B. (1871–1875): Das Elbthalgebirge in Sachsen. Teil I - Der untere Quader. – Palaeontographica, 20 (I): 276 S., Teil II - Der mittlere und obere Quader. – Palaeontographica, 20 (II): 245 S., Cassel (Theodor-Fischer).
Niebuhr, B., Hiss, M., Kaplan, U., Tröger, K.-A., Voigt, S., Voigt, T., Wiese, F. & Wilmsen, M. (2007): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – SDGG, 55: 136 S., Hannover.
Siegert, T. (1897): Erläuterungen zur geologischen Spezialkarte des Königreichs Sachsen. Section Zittau–Oybin–Lausche. Blatt 107. – 86 S., Leipzig
Tröger, K.-A. (1964): Zur Ausbildung der Kreide (Cenoman bis Coniac) in der Umrandung des Lausitzer Massivs. – Geologie, 13 (6/7): 717–730, Berlin.
Voigt, T. (1995): Faziesentwicklung und Ablagerungssequenzen am Rand eines Epikontinentalmeeres. Die Sedimentationsgeschichte der Sächsischen Kreide. – Dissertationsschrift TU Bergakademie Freiberg: 130 S., Freiberg. [Unveröffentlicht]
Autor des Datenblattes: Voigt, T. & Tröger, K.-A.
Erstellt am: 17.04.2008
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 22.04.2008
Änderung Datensatz: 22.04.2008


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Litholex Recherche vom 24.06.2017, 12:26:27.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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