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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Räcknitz-Formation
ID: 2008101
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Krenkel (1914)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Elbtal-Gruppe
Chronostratigraphie: Oberturonium (Turonium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Mittelturonium (Turonium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Brongniartimergel (Beck & Hazard 1893), Pläner von Räcknitz, Pläner von Zschertnitz, Pläner der Teplitzer Straße in Dresden (Wanderer 1909), Räcknitzer Schichten (Krenkel 1914, Seifert 1955, Prescher 1981), Brongniartipläner (Andert 1928), Räcknitz-Formation (Niebuhr et al. 2007)
Lithologie: Homogene, graue bis schwarze, ungeschichtete Mergel mit stark schwankendem Kalkgehalt, schwarze Tonsteine und Tone, an der Basis auch feinsandige kalkige Siltsteine mit Glaukonit. Kalkgehalte zwischen 20 und 40 % (Voigt 2001).
Untergeordnete Einheit: keine
Liegendgrenze: kalkige, hellgraue Siltsteine der Brießnitz-Formation
Hangendgrenze: konkordant überlagert durch Kalksteine der Strehlen-Formation
Mittlere Mächtigkeit: 70-90 m
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Die Typusregion der Räcknitz-Formation ist die Elbtalkreide zwischen Dresden und Pirna. Prescher (1981) benannte kein Typusprofil, da bereits damals alle in der älteren Literatur erwähnten Aufschlüsse zwischen Dresden-Räcknitz und Dresden-Luga nicht mehr zugänglich waren. Als Referenzprofil werden die auflässigen Tongruben der ehemaligen Ziegelei Dresden-Luga (TK 25: 4948 Dresden-Süd, 5049 Pirna) angegeben. Aufgeschlossen sind die basalen 30 m der Räcknitz-Formation und die konkordante Auflagerung auf die Brießnitz-Formation. Ein vollständiges Profil wurde in der Bohrung Dresden-Blasewitz gewonnen (TK 25: 4948 Dresden-Süd). Das reduzierte Profil dieser Bohrung ist im Kernarchiv des Sächsischen Landesamtes für Umwelt und Geologie, Freiberg hinterlegt.
Verbreitung (Bundesländer): Sachsen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Sudeten, Elbsandsteingebirge
Verbreitung (Ergänzung): Nordwestlicher Teil der Elbtal-Gruppe zwischen Weinböhla und Pirna.
Zeitgleiche Einheiten: Der Räcknitz-Formation entsprechen die Postelwitz-Formation im Elbsandsteingebirge, die höhere Oybin-Formation im Zittauer Gebirge, und Teile der jizerké souvrství (Jizera-Formation) in der Böhmischen Kreide.
Alterseinstufung: Die Inoceramen und Ammoniten zeigen biostratigraphisch die Collignoniceras woollgari-Zone des Mittelturonium und das tiefere Oberturonium an.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Ableitung des Namens: nach einem Ortsteil von DresdenEnvironment: Die Mergel und Tonsteine sind vollständig bioturbat, woraus sich eine Ablagerung unter ruhigen Strömungsbedingungen ergibt (tieferer Vorstrand). Nach Tröger & Wejda (1997) kann auf der Grundlage des Plankton-Benthos-Verhältnisses der Foraminiferenfauna das flache bis mittlere Sublitoral als Sedimentationsraum angesehen werden. Die Fauna kennzeichnet Weichböden unterhalb der Sturmwellenbasis. In den höheren Teilen der Räcknitz-Formation treten disartikulierte Inoceramenschalen und Bruchschill auf, die höherenergetische Verhältnisse und Aufarbeitung indizieren.Fossilien: Die Fauna ist relativ reichhaltig und besteht aus Foraminiferen, Ostracoden, Brachiopoden, Bivalven (Leda semilunaris, Inoceramus apicalis, In. cuvierii, In. lamarcki, In. inaequivalvis und In. perplexus), Gastropoden, Ammoniten (Lecointriceras fleuriausianum, Collignoniceras carolinum, Co. woollgari), sehr häufigen glatten Baculiten, Echiniden und Fischresten.Abgrenzungsprobleme: Die Mergel der Räcknitz-Formation verzahnen sich mit der gemischt sandig-mergeligen Postelwitz-Formation in einem etwa 3 km breiten Streifen bei Pirna. Die sandig-tonigen Wechsellagerungen des Mittelturonium in diesem Gebiet werden zur Postelwitz-Formation gerechnet.
Literatur: Andert, H. (1928): Die Kreideablagerungen zwischen Elbe und Jeschken I. Das Elbsandsteingebirge östlich der Elbe. – Abh. Preuß. Geol. Landesanst., 112: 1–146, Berlin.
Beck, R. & Hazard, J. (1893): Erläuterungen zur geologischen Spezialkarte des Königreichs Sachsen, Nr. 66: Blatt Dresden. – 102 S., Leipzig.
Krenkel, E. (1914): Zur Gliederung der Kreideformation in der Umgebung von Dresden. – Z. dt. Geol. Ges., Mon.-Ber., 66: 25–39, Berlin.
Niebuhr, B., Hiss, M., Kaplan, U., Tröger, K.-A., Voigt, S., Voigt, T., Wiese, F. & Wilmsen, M. (2007): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – SDGG, 55: 136 S., Hannover.
Prescher, H. (1981): Probleme der Korrelation des Cenomans und Turons in der Sächsischen und Böhmischen Kreide. – Z. geol. Wiss., 9 (4): 367–373, Berlin.
Seifert, A. (1955): Stratigraphie und Paläogeographie des Cenomans und Turons im sächsischen Elbtalgebiet. – Freiberger Forschungsh., C 14: 1–218, Berlin.
Tröger, K.-A. (2001): Mesozoisches Tafeldeckgebirge: Oberkreide. – In: Alexowsky, W., Schneider, J.W., Tröger, K.-A. & Wolf, L. (Hrsg.): Erläuterungen zu Blatt 4948 Dresden, 4. Auflage: 41–64, Freiberg.
Tröger, K.-A. & Wejda, M. (1997): Biostratigraphie der Strehlener Formation (Ob.-Turon bis Unt.-Coniac) im Gebiet von Dresden. – Freiberger Forschungsh., C 466: 1–17, Freiberg.
Voigt, S. (2001): Isotopenstratigraphie. – In: Alexowsky, W., Schneider, J.W., Tröger, K.-A. & Wolf, L. (Hrsg.): Erläuterungen zu Blatt 4948 Dresden, 4. Auflage: 61–64, Freiberg.
Voigt, S. & Hilbrecht, H. (1997): Late Cretaceous carbon isotope stratigraphy in Europe: Correlation and relations with sea level and sediment stability. – Palaeogeogr. Palaeoclim. Palaeoec., 134: 39–59, Amsterdam.
Wanderer, K. (1909): Die wichtigsten Tierversteinerungen aus der Kreide des Königreiches Sachsen, mit 12 Tafeln und 11 Abbildungen im Text. – 80 S., Jena.
Autor des Datenblattes: Tröger, K.-A. & Voigt, T.
Erstellt am: 17.04.2008
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 22.04.2008
Änderung Datensatz: 22.04.2008
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Litholex Recherche vom 24.06.2017, 12:30:33.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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