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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Brießnitz-Formation
ID: 2008099
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Prescher (1981), unter Hinweis auf Geinitz (1871–1875)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Elbtal-Gruppe
Chronostratigraphie: Mittelturonium (Turonium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Unterturonium (Turonium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Mittelpläner, Pläner von Prießnitz (Geinitz 1871–1875), labiatus-Pläner (Wanderer 1909, Seifert 1955), Briessnitzer Schichten (Prescher 1981), Brießnitz-Formation (Tröger 2003, Niebuhr et al. 2007)
Lithologie: Überwiegend kalkige, teilweise auch tonige Siltsteine, kalkig zementierte Feinsandsteine und untergeordnet Mergel. Über einer basalen Wechsellagerung von Mergeln mit tonigen, kalkhaltigen Siltsteinen (Lohmgrund-Mergel) schließen sich im Hangenden bankige, kalkhaltige Siltsteine an (labiatus-Pläner). Der hangende Abschnitt der labiatus-Pläner besteht aus einer Wechsellagerung von schwach tonigen, kalkigen Siltsteinen und siltigen, kalkig zementierten feinkörnigen Sandsteinen.
Untergeordnete Einheit: Lohmgrund-Mergel = Wechsellagerung von Mergeln mit tonigen, kalkhaltigen Siltsteinen an der Basis der Brießnitz-Formation, häufig pyritführend. Labiatus-Pläner = bankige, kalkige Siltsteine mit kalkig zementierten Feinsandsteinen. Beide untergeordneten Einheiten erhalten den Member-Status.
Liegendgrenze: konkordant auf der Dölzschen-Formation, diskordant auf variszischem Untergrund und karbonischen Granit
Hangendgrenze: Sandsteine der Schmilka-Formation oder Mergel und kalkführende Tonsteine der Räcknitz-Formation
Mittlere Mächtigkeit: zwischen 30 und 65 m
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Das von Prescher (1981) festgelegte Typusprofil am südlichen Elbehang in Dresden-Briesnitz, Sachsen (TK 25: 4948 Dresden-Süd) ist ungeeignet, da dort nur die oberen Teile der Brießnitz-Formation aufgeschlossen sind. Als Referenzprofil kann das vollständige Profil in der Bohrung Blasewitz 1/60, 61 in Dresden-Blasewitz, Sachsen (TK 25: 4948 Dresden-Süd) gelten. Ein reduziertes Profil liegt im Kernarchiv des Sächsischen Landesamtes für Umwelt und Geologie, Freiberg.
Verbreitung (Bundesländer): Sachsen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Sudeten, Elbsandsteingebirge
Verbreitung (Ergänzung): Sächsische Kreide, zwischen Meißen und Pirna.
Zeitgleiche Einheiten: Die Brießnitz-Formation ist lateral nur unscharf gegen die Schmilka-Formation abgegrenzt, die in marginalen Gebieten das gleiche chronostratigraphische Intervall repräsentiert. Die Abgrenzung wird mit dem Übergang zu gut sortierten Feinsandsteinen und dem Aussetzen der Kalkgehalte gezogen. Der Brießnitz-Formation entspricht der belohorské souvrství (Bila-Hora-Formation) in der südlich angrenzenden Böhmischen Kreide.
Alterseinstufung: Durch die biostratigraphische Einstufung mittels Inoceramen (Mytiloides hattini, My. kossmati, My. mytiloides, My. labiatus, My. (?) subhercynicus, My. (?) hercynicus) und Ammoniten (Mammites nodosoides, Ma. michelobensis, Collignoniceras woollgari, Co. carolinum) wurde für die Brießnitz-Formation Unter- und basales Mittelturonium nachgewiesen.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Ableitung des Namens: nach dem eingemeindeten Dorf Briesnitz (Schreibweise unterschiedlich) südlich von Dresden (Sachsen).

Fossilien: Die relativ arme Fauna besteht neben Inoceramen und Ammoniten aus Nautiliden, Bivalven, Gastropoden und vereinzelten Krebsen sowie schlecht erhaltenen Fischresten.

Environment: Die Brießnitz-Formation wurde in einem offen-marinen Milieu unter ruhigen Strömungsverhältnissen sedimentiert. Die feinkörnigen Klastika des tieferen Vorstrandes wurden stark bioturbiert, nur gelegentlich lassen sich Erosionsflächen durch rinnenartige Vertiefungen und Schill-Lagen nachweisen.

Sequenzstratigraphie: Das Übergreifen der Brießnitz-Formation auf vorher unbedeckte Hochgebiete belegt eine Transgression an ihrer Basis (Lohmgrund-Mergel). Kontinuierlich ansteigende Korngrößen zum Hangenden charakterisieren einen Hochstand, der bis in das tiefe Mittelturonium anhält.
Literatur: Geinitz, H.B. (1871–1875): Das Elbthalgebirge in Sachsen. Teil I - Der untere Quader. – Palaeontographica, 20 (I): 276 S., Teil II - Der mittlere und obere Quader. – Palaeontographica, 20 (II): 245 S., Cassel (Theodor-Fischer).
Niebuhr, B., Hiss, M., Kaplan, U., Tröger, K.-A., Voigt, S., Voigt, T., Wiese, F. & Wilmsen, M. (2007): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – SDGG, 55: 136 S., Hannover.
Prescher, H. (1981): Probleme der Korrelation des Cenomans und Turons in der Sächsischen und Böhmischen Kreide. – Z. geol. Wiss., 9 (4): 367–373, Berlin.
Seifert, A. (1955): Stratigraphie und Paläogeographie des Cenomans und Turons im sächsischen Elbtalgebiet. – Freiberger Forschungsh., C 14: 1–218, Berlin.
Tröger, K.-A. (1988): Zur Bio- und Lithostratigraphie der Briesnitzer Schichten bei Dresden. – Freiberger Forschungsh., C 419: 89–95, Leipzig.
Tröger, K.-A. (2001): Mesozoisches Tafeldeckgebirge: Oberkreide. – In: Alexowsky, W., Schneider, J.W., Tröger, K.-A. & Wolf, L. (Hrsg.): Erläuterungen zu Blatt 4948 Dresden, 4. Auflage: 41–64, Freiberg.
Tröger, K.-A. (2003): The Cretaceous of the Elbe valley – a review. – Carnets de Géologie (Notebook in Geology). Article 2003/3: 1–14, Maintenon.
Wanderer, K. (1909): Die wichtigsten Tierversteinerungen aus der Kreide des Königreiches Sachsen, mit 12 Tafeln und 11 Abbildungen im Text. – 80 S., Jena.
Autor des Datenblattes: Tröger, K.-A. & Voigt, T.
Erstellt am: 16.04.2008
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 22.04.2008
Änderung Datensatz: 22.04.2008
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Litholex Recherche vom 28.05.2017, 08:42:44.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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