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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Oberhäslich-Formation
ID: 2008097
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Prescher (1981)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Elbtal-Gruppe
Chronostratigraphie: Obercenomanium (Cenomanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Unterquader (Geinitz 1871–1875), Unterer Quadersandstein (Beck 1892), Carinatenquader (Beck 1892, Pietzsch & Beck 1916), aequicostata-Sandstein (Seifert 1955), Oberhäslicher Schichten (Prescher 1981), Oberhäslich-Formation (Tröger 2003, Niebuhr et al. 2007)
Lithologie: Überwiegend Quarzsandsteine wechselnder Körnung, Konglomerate und konglomeratische Sandsteine sind in Küstennähe (Klippenzonen) häufig, Geröllgrößen bis 50 cm im Durchmesser sind dort keine Seltenheit. Die Sandsteine sind meist sekundär kalkfrei, kalkig zementierte Sandsteine enthalten häufig Schilllagen (Walter & Suhr 1997). Die bankigen Quarzsandsteine in den beckenrandnahen Profilen sind meist schräggeschichtet. Die beckeninneren Profile sind durch bioturbate Feinsandsteine und kalkig zementierte Sandsteine (Zemente meist nur in Bohrungen erhalten) gekennzeichnet.
Untergeordnete Einheit: keine
Liegendgrenze: diskordant auf dem Grundgebirge oder konkordant auf der Niederschöna-Formation
Hangendgrenze: : Im nordwestlichen Elbtal (von Meißen bis Dresden) werden die Sandsteine der Oberhäslich-Formation konkordant von tonigen und kalkhaltigen Siltsteinen der Dölzschen-Formation überlagert. In der westlichen Sächsischen Schweiz ist an der Basis der Dölzschen-Formation ein Konglomerathorizont ausgebildet, der zur Abgrenzung genommen werden kann. In der Sächsischen Schweiz werden die nur aus Bohrungen bekannten karbonatisch zementierten Sandsteine des Cenomaniums komplett zur Oberhäslich-Formation gerechnet. Sie werden von kalkfreien gröberen Sandsteinen der Schmilka-Formation überlagert.
Mittlere Mächtigkeit: Um 35 m in Bohrungen bei Dresden und Pirna sowie Aufschlüssen bei Berggießhübel im Erzgebirge.
Maximale Mächtigkeit: Im Elbsandsteingebirge wurden 85 m erbohrt, wobei die Oberhäslich-Formation hier auch die zeitlichen Äquivalente der Dölzschen-Formation (höheres Obercenomanium) umfaßt.
Typusprofile, etc.: Typusprofil ist der ehemalige Schmidsche Steinbruch bei Oberhäslich (TK 25: 5048 Kreischa) (Prescher 1981).
Verbreitung (Bundesländer): Sachsen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Sudeten, Elbsandsteingebirge
Verbreitung (Ergänzung): Die Oberhäslich-Formation tritt im gesamten Elbsandsteingebirge, in der Reinhardtsgrimmaer Heide, der Dippoldiswalder Heide, der Paulsdorfer Heide, im Tharandter Wald sowie als Erosionsrest im Erzgebirge auf. Dazu kommen Vorkommen zwischen Pirna und Dresden und im Zittauer Gebirge (Oberlausitz).
Zeitgleiche Einheiten: Die Oberhäslich-Formation findet ihre laterale Fortsetzung in den perucko-korycanské souvrství (Peruc-Korycany-Formation) Nord-Böhmens, deren mittlerem Teil sie entspricht. Im Norden geht sie unscharf in die Mobschatz-Formation über.
Alterseinstufung: Biostratigraphisch leitende Ammoniten und Bivalven (Calycoceras naviculare, Inoceramus pictus, Neithea aequicostata) ergeben eine Einstufung in die Calycoceras pentagonum-Zone des tieferen Obercenomanium.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Ableitung des Namens: nach der Ortschaft Oberhäslich am Südrand der Dippoldiswalder Heide (Sachsen)

Fossilien: Die Fauna der Oberhäslich-Formation besteht überwiegend aus Bivalven, seltener treten Gastropoden und Echiniden auf. Ammoniten und Nautiliden sind sehr selten. Massenvorkommen von Rhynchostreon suborbiculatum sind für diese stratigraphische Einheit vor allem in der Dippoldiswalder Heide charakteristisch.

Environment: Die Ablagerungsbedingungen der marinen Sande der Oberhäslich-Formation waren sehr komplex. Litorale Konglomerate und Strandsande gehen lateral in tidal geprägte ästuarine Sande (Talfüllungen) über. In beckenzentraleren Gebieten herrschen bioturbate Sande des unteren Vorstrandes mit einzelnen Tempestitlagen vor.
Literatur: Beck, R. (1892): Erläuterungen zur geologischen Spezialkarte von Sachsen, Blatt 83, Section Pirna. 1. Aufl. – 120 S., Leipzig.
Geinitz, H.B. (1871–1875): Das Elbthalgebirge in Sachsen. Teil I - Der untere Quader. – Palaeontographica, 20 (I): 276 S., Teil II - Der mittlere und obere Quader. – Palaeontographica, 20 (II): 245 S., Cassel (Theodor-Fischer).
Niebuhr, B., Hiss, M., Kaplan, U., Tröger, K.-A., Voigt, S., Voigt, T., Wiese, F. & Wilmsen, M. (2007): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – SDGG, 55: 136 S., Hannover.
Pietzsch, K. & Beck, R. (1916): Erläuterungen zur geologischen Spezialkarte von Sachsen, Blatt 83, Section Pirna. 2. Aufl. – 158 S., Leipzig.
Prescher, H. (1981): Probleme der Korrelation des Cenomans und Turons in der Sächsischen und Böhmischen Kreide. – Z. geol. Wiss., 9 (4): 367–373, Berlin.
Seifert, A. (1955): Stratigraphie und Paläogeographie des Cenomans und Turons im sächsischen Elbtalgebiet. – Freiberger Forschungsh., C 14: 1–218, Berlin.
Tröger, K.-A. (2001): Mesozoisches Tafeldeckgebirge: Oberkreide. – In: Alexowsky, W., Schneider, J.W., Tröger, K.-A. & Wolf, L. (Hrsg.): Erläuterungen zu Blatt 4948 Dresden, 4. Auflage: 41–64, Freiberg.
Tröger, K.-A. (2003): The Cretaceous of the Elbe valley – a review. – Carnets de Géologie (Notebook in Geology). Article 2003/3: 1–14, Maintenon.
Walter, H. & Suhr, P. (1997): Proximale Tempestite aus dem tieferen Obercenoman (naviculare-Zone) von Dresden-Coschütz. – Freiberger Forschh., C 468: 305–318, Freiberg.
Autor des Datenblattes: Tröger, K.-A. & Voigt, T.
Erstellt am: 16.04.2008
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 22.04.2008
Änderung Datensatz: 22.04.2008
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Litholex Recherche vom 23.05.2017, 18:47:24.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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