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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Ahlten-Formation
ID: 2008082
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Niebuhr, Volkmann & Schönfeld (1997)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Obercampanium (Campanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Spongiolitische Kalkmergelsteine von Ahlten (Ernst 1968), Opoka von Ahlten (Niebuhr 1995, Niebuhr et al. 1997)
Lithologie: Poröser, spiculitischer, arenitischer Kalkstein mit geringem Glaukonitgehalt, wobei die CaCO3-Gehalte zwischen 50-75% schwanken und die SiO2-Gehalte durchgehend über 25% liegen (Opoka nach Pozaryska 1952, Niebuhr 1995). Die hohen SiO2-Gehalte gehen auf biogenes Opal von Schwammspiculae zurück(Niebuhr et al. 1997). Die Opoka bildet dicke Bänke im Dezimeterbereich, lokal treten flache, breite Rinnenstrukturen auf.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Die Ahlten-Formation folgt konkordant auf den Kalk/Mergel-Rhythmiten der Misburg-Formation. Der lithologische Wechsel ist fließend und zeigt sich durch einen farblichen Wechsel von den Grautönen der Misburg-Formation zu einer gelb-beigen Färbung der Sedimente der Ahlten-Formation. Dieser Farbwechsel ist auch gut mittels Lesesteinen kartierbar. Der direkte Übergang ist nicht aufgeschlossen.
Hangendgrenze: Erosiv gekappt
Mittlere Mächtigkeit: --
Maximale Mächtigkeit: Die Ahlten-Formation hat eine Maximalmächtigkeit von 150-200 m.
Typusprofile, etc.: Typusregion ist die Lehrter Westmulde östlich von Hannover (Niedersachsen, TK 25: 3625 Lehrte). Die Typusprofile sind nur temporär in Baugruben im Umkreis der Ortschaften Ahlten und Ilten aufgeschlossen.
Verbreitung (Bundesländer): Niedersachsen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Verbreitung (Ergänzung): Die Ahlten-Formation ist als Erosionsrelikt auf die Lehrter Westmulde, einer sekundären Randsenke des Lehrter Diapirs östlich von Hannover, beschränkt.
Zeitgleiche Einheiten: Das Haldem-Member der Stemwede-Formation ca. 100 km westlich von Hannover ist lithologisch ähnlich, aber deutlich räumlich getrennt. Nach Norden ist in allen drei Bundesländern flächendeckend die Schreibkreide-Gruppe entwickelt und weiter östlich treten zeitgleich Grünsande und konglomeratische Kalkarenite der Beienrode-Formation auf.
Alterseinstufung: Biostratigraphie: Die Ahlten-Formation liegt in der höheren Belemnitella minor / Nostoceras polyplocum-Zone und Neancyloceras bipunctatum / Galerites roemeri-Zone (= Belemnitella langei-Zone der Schreibkreide-Gruppe), oberes Obercampanium.
Sequenzstratigraphie: Die Ahlten-Formation setzt mit der Nostoceras polyplocum-Regression ein und wird als regressives oder Tiefstandsediment interpretiert (Niebuhr 1995; Niebuhr et al. 1997).
Zeitdauer: Nach Berechnung der Sedimentationsraten umfasst die Ahlten-Formation ca. 2 my (Niebuhr et al. 1997) und zwar ungefähr den Zeitraum von 74,5-72,5 my nach Ogg et al. (2004) (Niebuhr 2006).
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: Environment: hemipelagische Sedimente eines offenen Epikontinentalmeeres mit 40-70 m Wassertiefe.
Fossilien: Die Ahlten-Formation enthält eine sehr individuenreiche und diverse Fauna des flachmarinen Bereichs, insbesondere häufige Kieselschwämme, Muscheln, Belemniten, Echiniden, Ammoniten und Brachiopoden.
Literatur: Ernst, G. (1968): Die Oberkreide-Aufschlüsse im Raume Braunschweig–Hannover und ihrer stratigraphische Gliederung mit Echinodermen und Belemniten. 1. Teil: Die jüngere Oberkreide (Santon–Maastricht). – Beih. Ber. Naturhist. Ges. 5: 235-284; Hamburg.
Niebuhr, B. (1995): Fazies-Differenzierungen und ihre Steuerungsfaktoren in der höheren Oberkreide von S-Niedersachsen / Sachsen-Anhalt (N-Deutschland). – Berliner geowiss. Abh. A 174: 131 S.; Berlin.
Niebuhr, B. (2006): Multistratigraphische Gliederung der norddeutschen Schreibkreide (Coniac bis Maastricht), Korrelation von Aufschlüssen und Bohrungen. – Z. dt. Ges. Geowiss., 157 (2): 245-262; Stuttgart.
Niebuhr, B. (2007): Ahlten-Formation. – In: Niebuhr, B.; Hiss, M.; Kaplan, U.; Tröger, K.-A.; Voigt, S.; Voigt, T.; Wiese, F.; Wilmsen, M. (Hrsg.): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – Schriftenr. dt. Ges. Geowiss., 55: 90 - 91; Hannover.
Niebuhr, B., Volkmann, R. & Schönfeld, J. (1997): Das obercampane polyplocum-Event der Lehrter Westmulde (Oberkreide, N-Deutschland): Bio-/ Litho-/ Sequenzstratigraphie, Fazies-Entwicklung und Korrelation. – Freiberger Forsch.-H. C 468: 211-243; Freiberg.
Ogg, J.G., Agterberg, F.P. & Gradstein, F.M. (2004): The Cretaceous period. – In: A.G. Gradstein, F.M., Ogg, J.G. & Smith, A.G. (eds): A Geological Time Scale 2004: 344-383, Cambridge (Cambridge University Press).
Pozaryska, K. (1952): The sedimentological problems of Upper Maestrichtian and Danian of the Pulawy Environment (Middle Vistula). – Biuletyn Panstwowego Inst. Geol., 81, 1–104, Warszawa.
Autor des Datenblattes: Niebuhr, B.
Erstellt am: 29.09.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 20.11.2006
Änderung Datensatz: 16.03.2010

Anzahl Litho alt: 1

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Litholex Recherche vom 24.04.2017, 21:10:47.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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