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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Oerlinghausen-Formation
ID: 2008034
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Hiss, Kaplan & Wiese (2007)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Plänerkalk-Gruppe, Obere Plänerkalk-Untergruppe
Chronostratigraphie: Turonium (Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Oberturonium (Turonium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Mittelturonium (Turonium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Zone des Inoceramus Brongniarti und Ammonites Woollgari (Schlüter 1876), Brongniartipläner (z. B. Stille 1904), Lamarcki-Pläner, Bochumer Grünsand ( Bärtling 1909), lamarcki-Schichten (Skupin & Seibertz 1982), Untere Plänerkalkstein-Einheit (Frieg et al. 1989, Kaplan 1991).
Lithologie: Gebankte hellgraue Mergelkalksteine mit Zentimeter- bis mehrere Dezimeter mächtigen Mergelstein-Zwischenlagen, im Südwesten des Münsterländer Kreide-Beckens an der Basis mit sandigen, glaukonitischen Kalkmergelsteinen (Bochum-Grünsand-Member).
Untergeordnete Einheit: Das Bochum-Grünsand-Member ist vor allem im Ruhrgebiet ausgeprägt und erreicht dort bis zu 14 m Mächtigkeit (Rabitz & Hewig 1987). Dort repräsentiert es zum Teil die komplette Oerlinghausen-Formation. Weiter östlich am Haarstrang dünnt es stark aus.
Eine markante Bank bildet die sogenannte „Weiße Grenzbank“. Sie besteht aus weißen bis hellgrauen Mergelkalksteinen ohne nennenswerten Mergelstein-Zwischenlagen und hat Leitcharakter.
Liegendgrenze: Die Basis der Oerlinghausen-Formation ist im Südwesten des Münsterländer Kreide-Beckens durch die Basis des Bochum-Grünsand-Member gut zu erkennen. Dort, wo dieses nicht entwickelt ist, ist die Basis durch den etwas fließenden Übergang von den Kalkmergelsteinen der Büren-Formation zu den in der Oerlinghausen-Formation vorherrschenden Mergelkalksteinen gekennzeichnet.
Hangendgrenze: Das Hangende bilden die weißgrauen Mergelkalksteine der Salder-Formation. Der lithologische Wechsel ist etwas fließend und leicht diachron, durch das Aussetzen der Mergelstein-Zwischenlagen meist aber gut zu erkennen. Im Typusprofil wird sie wenig unterhalb des Oerlinghausen-Flints (unterhalb von Tuff D) gezogen. In Bohrlochmessungen ist diese Grenze durch die zurückgehende Schwankungsbreite in Gamma-, Widerstands- oder Sonic-Messungen gut erkennbar (vgl. Frieg et al. 1989). Im Ruhrgebiet folgt teilweise unmittelbar auf dem Bochum-Grünsand-Member das Soest-Grünsand-Member der Salder-Formation. Eine Trennung beider Grünsandhorizonte ist dort nur an gut dokumentierten Profilen möglich.
Mittlere Mächtigkeit: 50 – 80 m, am Typusprofil 80 m. Im Ruhrgebiet Bochum-Grünsand-Member häufig um 10 m.
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: Oerlinghausen, aufgelassener Steinbruch der Bielefelder Hartsteinwerke Ernst Hassler GmbH & Co. KG, ehemals O. Foerth KG (TK 25: 4017 Brackwede; vgl. Kaplan & Kennedy in Vorb.)
Verbreitung (Bundesländer): Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Norddeutsches Tiefland, Westfälische Bucht
Verbreitung (Ergänzung): Die Oerlinghausen-Formation ist auf das Münsterländer Kreide-Becken begrenzt.
Zeitgleiche Einheiten: Die Oerlinghausen-Formation leitet im mittleren Teutoburger Wald nördlich von Borgholzhausen in die Fazies der Lengerich-Formation über und ist von dort bis in das nördliche Münsterland nicht als eigenständige Einheit abgrenzbar. Ebenso fehlt diese Formation im nordwestlichen Münsterland und wird dort durch die Wüllen-Formation vertreten. In Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sind Teile der Söhlde-Formation zeitgleich.
Alterseinstufung: Die Oerlinghausen-Formation beginnt im Grenzbereich Unter-/Mittelturonium und reicht bis in das tiefe Oberturonium. Die Alterseinstufung erfolgt biostratigraphisch hauptsächlich mit Inoceramen und Ammoniten (Wray et al 1995, Wiese et al. 2004) ermöglicht die zweifelsfreie Korrelation der Profile.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: Bärtling, R. (1909): Über die obere Kreide im Südosten des niederrheinisch-westfälischen Steinkohlenbeckens. - Ber. Versamml. Niederrh. geol. Ver., 2: 18 - 25; Bonn.
Frieg, C.; Hiss, M.; Müller, W. (1989): Stratigraphie im Turon und Unterconiac des südlichen und zentralen Münsterlandes. – Münstersche Forsch. Geol. Paläont., 69: 161 - 186; Münster.
Hiss, M.; Kaplan, U.; Wiese, F. (2007): Oerlinghausen-Formation. – In: Niebuhr, B.; Hiss, M.; Kaplan, U.; Tröger, K.-A.; Voigt, S.; Voigt, T.; Wiese, F.; Wilmsen, M. (Hrsg.): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – Schriftenr. dt. Ges. Geowiss., 55: 44 - 45; Hannover.
Kaplan, U. (1986): Ammonite Stratigraphy of the Turonian of NW-Germany. – Newsl. Stratigr., 17(1): 9 – 20; Berlin; Stuttgart.
Kaplan, U. (1991): Zur Stratigraphie der tiefen Oberkreide im Teutoburger Wald (NW-Deutschland), 2, Turon und Coniac im Steinbruch des Kalkwerkes Foerth, Halle/Westfalen. – Ber. naturwiss. Ver. Bielefeld, 32: 125 – 159; Bielefeld.Kaplan, U.; Kennedy, W. J. (in Vorb.): Stratigraphie und Ammonitenfaunen des Westfälischen Turon. – Geol. Paläont. Westf.; Münster.
Rabitz, A.; Hewig, R. (1987), mit Beitr. von Erkwoh, F.-D.; Kalterherberg, J.; Kamp, H. von; Rehagen, H.-W.; Vieth-Redemann, A.: Erläuterungen zu Blatt 4410 Dortmund. – Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 25 000, Erl., 4410, 2. Aufl.: 159 S.; Krefeld.
Stille, H. (1903): Geologisch-hydrologische Verhältnisse im Ursprungsgebiet der Paderquellen zu Paderborn. - Abh. kgl. preuß. L.-Anst. u. Bergakad., N. F., 38: 129 S.; Berlin.
Schlüter, C. (1876): Die Cephalopoden der oberen deutschen Kreide, 2. – Palaeontographica, 24 (1 – 4): 1 – 144; Kassel.
Skupin, K.; Seibertz, E. (1982): Oberkreide. – In: Skupin, K., mit Beitr. von Mertens, H.; Michel, G.; Seibertz, E.; Weber, P.: Erläuterungen zu Blatt 4218 Paderborn. – Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 25 000, Erl., 4218: 140 S.; Krefeld.
Wiese, F.; Wood, C. J.; Kaplan, U. (2004): 20 years of event stratigraphy in NW Germany; advances and open questions. – Acta Geol. Pol., 54: 639-656; Warschau.
Wray, D. S.; Kaplan, U.; Wood, C. J. (1995): Tuff-Vorkommen und ihre Bio- und Eventstratigraphie im Turon des Teutoburger Waldes, der Egge und des Haarstrangs. – Geol. Paläont. Westf., 37: 1-51; Münster.
Autor des Datenblattes: Hiss, M.; Kaplan, U.; Wiese, F.
Erstellt am: 16.05.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 13.06.2006
Änderung Datensatz: 12.03.2010
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Litholex Recherche vom 24.06.2017, 19:20:28.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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