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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Holtwick-Formation
ID: 2008032
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Hiss (1997) (Holtwick-Schichten)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Untercampanium (Campanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Osterwicker Schichten (Arnold 1964), Holtwick-Schichten (Hiss 1997).
Lithologie: Ton- bis Kalkmergelsteine, detritisch, häufig schluffig bis feinsandig, z. T. glaukonitisch; z. T. Sandmergelsteine und einzelne Mergelkalksteinlagen, hellgrau, hellgelbgrau, unregelmäßig schichtig bis bankig absondernd.
Untergeordnete Einheit: Die Holtwick-Formation lässt sich in ihrer Typusregion vom Liegenden zum Hangenden in das Legden-Member (= untere Holtwick-Formation mit vorherrschend feinsandigen, teils kieseligen Mergelsteinen bis Sandmergelsteinen), das Asbeck-Member (= mittlere Holtwick-Formation mit vorherrschend schluffig-feinsandigen, teils glaukonitischen Tonmergelsteinen) und das Darfeld-Member (= obere Holtwick-Formation mit Ton- und Kalkmergelsteinen und einzelnen Mergelkalksteinbänken) gliedern (Kaplan et al. 2005).
Liegendgrenze: Die Holtwick-Formation lässt sich von den deutlich sandreicheren Gesteinen der liegenden Dülmen-Formation sowohl petrographisch, als auch morphologisch durch das erste Auftreten der stufenbildenden, kieseligen Mergel- und Sandmergelsteine abgrenzen. In der östlichen, tonig-schluffigen Tiefschelffazies lagert die Holtwick-Formation größtenteils auf der dort ebenfalls tonig-schluffig ausgebildeten Emscher-Formation. Hier ist die Grenze fließend und wird biostratigraphisch an der Basis des unteren Obercampanium gezogen.
Hangendgrenze: Die Hangendgrenze der Holtwick-Formation ist morphologisch und petrographisch durch den Wechsel zu der deutlich carbonatreicheren, vorwiegend aus Kalkmergel- und Mergelkalkstein aufgebauten Coesfeld-Formation gekennzeichnet. Zusätzliche Indizien zur Grenzziehung liefern die Ammonitenfaunen, insbesondere ein Horizont mit sehr vielen Großammoniten wenig oberhalb der Hangendgrenze der Holtwick-Formation.
Mittlere Mächtigkeit: In der Typusregion im Blattgebiet 3908 Ahaus bis 95 m (Hiss 1997).
Maximale Mächtigkeit: 175 m in der Bohrung Metelen 1001 (Hiss 2001).
Typusprofile, etc.: Typusregion ist der Raum zwischen den Ortschaften Legden, Holtwick und Darfeld im Bereich der Blattgebiete 3809 Ahaus und 3909 Horstmar. Typusprofil für das Legden-Member ist der Aufschluss Steenkuhle ca. 1 km nördlich von Legden (3908 Ahaus, R 25 76 130, H 57 68 310. Für das Asbeck- und Darfeld-Member existieren keine dauerhaft zugänglichen Typusprofile, jedoch gibt es immer wieder temporäre Aufschlüsse in den Ortschaften Asbeck und Holtwick.
Verbreitung (Bundesländer): Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Norddeutsches Tiefland, Westfälische Bucht
Verbreitung (Ergänzung): In ihrer typischen Ausbildung ist die Holtwick-Formation nur im zentralen und nördlichen Münsterland am West- und Nordwestrand der Baumberge verbreitet. Nach Südosten und Osten hin werden die Ablagerungen toniger mit lateralen Übergängen zur Ahlen-Formation
Zeitgleiche Einheiten: Stromberg-Member der Ahlen-Formation. Dieses vertritt zeitgleich die Beckenfazies im südöstlichen Münsterland mit teils flyschartiger Sedimentation.
Alterseinstufung: Standard-Faunenzonen für die norddeutsche Oberkreide, Ammonitenzonen, Foraminiferenzonen (Hiss 1997, Hauschke et al. 1999, Kaplan et al. 2005)
Kommentar: Die Holtwick-Formation reicht von der pillula/senonensis bis zur gracilis/senior-Zone und umfasst somit das komplette obere Untercampanium.
Versch./Sonstiges: Die Ablagerung der Holtwick-Formation erfolgte in flach marinem Milieu (flacher bis mittlerer Schelf). Von der Typusregion im Blattgebiet 3908 Ahaus gehen nach Osten hin, mit Übergang in die Tiefschelffazies, die sandigen Sedimentanteile allmählich zurück. Gleichzeitig nimmt die Gesamtmächtigkeit zu.
Das Asbeck- und teilweise auch noch das Darfeld-Member enthalten in der Typusregion arten- und individuenreiche Schwammfaunen (Hauschke 1994, Hiss 1997, Hauschke et al. 1999).
Literatur: Arnold, H. (1964): Die höhere Oberkreide im nordwestlichen Münsterland. – Fortschr. Geol. Rheinld. u. Westf., 7: 649 – 678, 6 Abb., 3 Tab.; Krefeld.
Hauschke, N. (1994): Temporäre Aufschlüsse im Campan des nordwestlichen Münsterlandes in den Jahren 1990 1992, unter besonderer Berücksichtigung der Fossilfunde. Geol. Paläont. Westf., 32: 41 111; Münster.
Hauschke, N.; Hiss, M.; Wippich, M. G. E. (1999): Untercampan und tieferes Obercampan im Westteil der Baumberge (Münsterland, Nordwestdeutschland). – scriptum, 4: 35 – 69; Krefeld.
Hiss, M. (1997), mit Beitr. von Elfers, H.; Langer, V.; Schraps, W.-G.: Erläuterungen zu Blatt 3908 Ahaus. – Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 25 000, Erl., 3908: 199 S.; Krefeld.
Hiss, M. (2001), mit Beitr. von Elfers, H.; Suchan, K.-H.; Schraps, W.-G.: Erläuterungen zu Blatt 3909 Horstmar. – Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 25 000, Erl., 3909: 183 S.; Krefeld.
Kaplan, U.; Kennedy, W. J.; Hiss, M. (2005): Stratigraphie und Ammonitenfaunen des Campan im nordwestlichen und zentralen Münsterland. – Geol. Paläont. Westf., 64: 171 S.; Münster.
Autor des Datenblattes: Hiss, M.
Erstellt am: 10.05.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 22.06.2006
Änderung Datensatz: 22.06.2006


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Litholex Recherche vom 25.03.2017, 06:52:48.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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