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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Bottrop-Formation
ID: 2008028
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Breddin (1929, 1935) (Bottroper Mergel)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Obercampanium (Campanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Untercampanium (Campanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Bottroper Mergel (Breddin 1929), Bottrop-Schichten (Jansen 1995, Wrede 2000)
Lithologie: Tonmergelsteine, schluffig, glaukonitisch, z.T. Sandmergelsteine, im unteren Teil z. T. kiesig und mit Phosphoritknollen-Lagen.
Untergeordnete Einheit: --
Liegendgrenze: Die Bottrop-Formation lagert diskordant auf älteren Ablagerungen der Haltern- oder Recklinghausen-Formation.
Hangendgrenze: Die Hangendgrenze ist erosiv und zum Teil von Tertiär- und Quartär-Sedimenten überdeckt.
Mittlere Mächtigkeit: Aufgrund primärer Mächtigkeitsschwankungen und unterschiedlich starker Erosion stark wechselnd, im Blattgebiet Bottrop im Mittel bei 40 – 50 m (Wrede 2000).
Maximale Mächtigkeit: Nach Jansen (1995) im Blattgebiet Dinslaken bis 150 m; im Nordschacht des Verbundbergwerks Lohberg/Osterfeld in Oberhausen Sterkrade etwa 126 m (vgl. Ernst 1964, dort HOAG Nordschacht, Kaplan et al. 2006).
Typusprofile, etc.: Die Einheit wird nach der Stadt Bottrop benannt. Im westlichen Ruhrgebiet und südwestlichen Münsterland, im Raum Dinslaken – Bottrop – Kirchhellen – Wulfen ist sie in mehreren isolierten Vorkommen verbreitet (flache Muldenstrukturen). Das von Ernst (1964) beschriebene Typusprofil in der ehemaligen Ziegeleigrube Bremer in Bottrop-Fuhlenbrock sowie das Profil des Nordschachts im Verbundbergwerk Lohberg/Osterfeld in Oberhausen Sterkrade sind nicht mehr zugänglich. Weitere Referenzprofile beschreiben Kaplan et al. (2006). Derzeit existieren keine dauerhaften Aufschlüsse.
Verbreitung (Bundesländer): Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Norddeutsches Tiefland, Westfälische Bucht
Norddeutsches Tiefland, Niederrheinische Bucht
Verbreitung (Ergänzung): Münsterländer Kreide-Becken, nordwestliches Ruhrgebiet, südwestliches Münsterland
Zeitgleiche Einheiten: Dülmen- und Holtwick-Formation sowie unterer Teil der Coesfeld-Formation im nordwestlichen Münsterland, Stromberg- und z. T. auch Beckum-Member der Ahlen-Formation im südöstlichen Münsterland. Die genannten Einheiten unterscheiden sich faziell deutlich von der Bottrop-Formation und sind von deren Verbreitungsgebiet räumlich abgetrennt.
Alterseinstufung: Die biostratigraphische Einstufung der Bottrop-Formation basiert auf verschiedenen Fossilgruppen, u. a. Belemniten, Inoceramen, Ammoniten und benthischen Foraminiferen. Die Basis der Bottrop-Formation liegt über einer Schichtlücke in unterschiedlichen stratigraphischen Niveaus, teils im unteren Untercampanium (granulataquadrata- oder lingua/quadrata-Zone), teils aber auch erst zu Beginn des oberen Untercampanium. Ammonitenfunde belegen die erosiv abgeschnittene Obergrenze im unteren Obercampanium (vgl. Kaplan et al. 2006).
Kommentar: Eine Bewertung der vergleichsweise wenigen und zudem sehr heterogenen stratigraphischen Daten nehmen Kaplan et al. (2006) vor.
Versch./Sonstiges: Der Name der Einheit geht auf die von Breddin (1929) eingeführte Bezeichnung „Bottroper Mergel“ zurück. Eine erste lithologische Beschreibung stammt von Breddin (1935). Ausführlichere stratigraphische Untersuchungen und Beschreibungen einzelner Aufschlüsse geben Arnold (1964) sowie Ernst (1964). Mikrofaunistische Angaben liefern Jordan & Gasse (1986) sowie Rescher (1991).
Fazies: Die Kies- und Phosphoritknollen-Lagen, die teilweise vorhandenen Horizonte mit starker Glaukonitanreicherung und die nachgewiesenen Faunen sprechen für ein flachmarines Milieu mit zeitweiliger Mangelsedimentation, Aufarbeitungshorizonten und Schichtlücken.
Literatur: Arnold, H. (1964): Die Fossilführung des Bottroper Mergels in der Ziegelei Ridderbusch westlich Dorsten. – Fortschr. Geol. Rheinld. u. Westf., 7: 199 – 211; Krefeld.
Breddin, H. (1929): Die Bruchfaltentektonik des Kreidedeckgebirges im nordwestlichen Teil des rheinisch-westfälischen Steinkohlenbeckens. – Glückauf, 65: 1157 – 1168; Essen.
Breddin, H. (1935): Die Entstehung der artesischen Quellen im Gebiet der unteren Lippe. – Glückauf, 71: 980 – 988; Essen.
Ernst, G. (1964): Neue Belemnitellenfunde in der Bottroper Mulde und die stratigraphische Stellung der "Bottroper Mergel". – Fortschr. Geol. Rheinld. u. Westf., 7: 175 – 198; Krefeld.
Jansen, F. (1995), mit Beitr. von Juch, D.; Kamp, H. von; Paas, W.; Stritzke, R.; Suchan, K. H.; Vieth-Redemann, A.: Erläuterungen zu Blatt Dinslaken. – Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 25 000, Erl., 4406: 166 S.; Krefeld.
Jordan, H.; Gasse, W. (1986): Bio- und lithostratigraphisch-fazielle Untersuchungen des glaukonitisch-sandigen Santon und Campan im südwestlichen Münsterland. – Geol. Paläont. Westf., 6: 7 - 49; Münster.
Kaplan, U.; Kennedy, W. J.; Scheer, U. (2006): Ammoniten der Bottrop-Formation, Campanium, westliches Münsterland. – Geol. Paläont. Westf., 67; Münster.
Rescher, K. (1991): Biostratigraphische Gliederung der höheren Oberkreide mit benthonischen Foraminiferen im nordwestlichen Münsterland (Bohrung Metelen 1001). – Facies, 24: 99 - 106; Erlangen.
Wrede, V. (2000), mit Beitr. von Vieth-Redemann, A.; Meyer, B.; Paas, W.: Erläuterungen zu Blatt Bottrop. – Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 25 000, Erl., 4407: 144 S.; Krefeld.
Autor des Datenblattes: Hiss, M.; Kaplan, U.
Erstellt am: 10.05.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 22.06.2006
Änderung Datensatz: 12.03.2010

Anzahl Litho alt: 1

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Litholex Recherche vom 24.04.2017, 07:21:49.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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