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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Haltern-Formation
ID: 2008019
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Hiss (2007)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Untercampanium (Campanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Obersantonium (Santonium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Mittelsantonium (Santonium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: „Quarzige Gesteine von Haltern“ (Schlüter 1876), Halterner Sande (Krusch 1909, Bärtling 1909, Arnold 1964), Halterner Sandfazies (Hilden & Suchan 1974), Halterner Schichten (Hilden & Thiermann in Anderson et al. 1987).
Lithologie: Fein- und Mittelsande, z. T. grobsandig, örtlich sehr schwach schluffig, z. T. weiß, z. T. ockerfarben und mit Limonitkrusten; vereinzelt quarzitische, selten auch kalkig verfestigte Sandsteinbänke. Charakteristisch sind einerseits weiße, sehr reine Quarzsande (im Raum Haltern), andererseits durch Eisenoxidbeimengungen ockergelb gefärbte Sande (Haard, Hohe Mark, Raum Schermbeck).
Untergeordnete Einheit: Sande von Netteberge (Raum Selm) und Stimberg-Quarzit (Stimberg bei Oer-Erkenschwick), beide datieren biostratigraphisch in das untere Untercampanium und sind hierarchisch im Sinne einer Bank aufzufassen.
Osterfelder Sande, Osterfeld-Schichten (Raum Oberhausen – Bottrop, vgl. Jansen & Drozdzewski 1986, Wrede 2000): Fein- und Mittelsande, leicht schluffig, z. T. schwach kalkhaltig (oberes Mittelsantonium bis Obersantonium; aufgrund ihrer isolierten Position sind sie im Sinne eines Members zu verstehen).
Liegendgrenze: Die Sandmergelsteine der Recklinghausen-Formation bilden das Liegende der Haltern-Formation. Die Grenze ist in Bohrprofilen insbesondere mittels Bohrlochmessungen meist gut erkennbar, teilweise aber auch fließend. Laterale Faziesübergänge können ebenfalls auftreten.
Hangendgrenze: Die Hangendgrenze ist meist erosiv, die Haltern-Formation wird teils von Sandmergeln und sandigen Kalksteinen der Dülmen-Formation überlagert bzw. ist mit diesen lateral verzahnt. Da es nur wenige Grenzprofile gibt, sind die Abgrenzungskriterien nicht eindeutig festgelegt. Im Westteil des Verbreitungsgebiets sind die Ablagerungen z. T. von sandigen Mergeln oder schluffigen Sanden der Bottrop-Formation überlagert.
Mittlere Mächtigkeit: 50 – 100 m, stark schwankend.
Maximale Mächtigkeit: örtlich mehr als 250 m.
Typusprofile, etc.: Typusregion ist das Gebiet um die namengebende Stadt Haltern mit den Höhen der Borkenberge, Haard und Hohen Mark. Ein Typusprofil ist nicht ausgewiesen. Rasch wechselnde Referenzprofile existieren in den Sandgruben bei Haltern (reine weiße Quarzsande) sowie im Raum östlich von Schermbeck (ockergelbe Fazies).
Verbreitung (Bundesländer): Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Norddeutsches Tiefland, Westfälische Bucht
Verbreitung (Ergänzung): Münsterländer Kreide-Becken, zentrales und südwestliches Münsterland
Zeitgleiche Einheiten: Nach Osten mit Teilen der Emscher-Formation verzahnend (Bärtling 1909).
Alterseinstufung: Die Datierung erfolgt hauptsächlich nach Inoceramen-, Belemniten- und einzelnen Ammonitenfunden. Eine Zusammenfassung ist bei Arnold (1964) zu finden. Charakteristische Indexfossilien lassen sich allerdings nur an wenigen Lokalitäten nachweisen.
Kommentar: Während die stratigraphische Reichweite der Haltern-Formation im Hangenden bis in das untere Untercampanium durch Ammoniten und andere Indexfaunen aus dem Stimberg-Quarzit und den Sanden von Netteberge gut belegt ist, ist ihre Basis nicht sicher datiert und vermutlich diachron. Sie wird i. Allg. im Obersantonium angenommen, kann aber zum Teil schon im oberen Mittelsantonium liegen. Für die Osterfelder Sande ist die Basis im oberen Mittelsantonium eindeutig belegt (Jansen & Drozdzewski 1986, Wrede 2000).
Versch./Sonstiges: Die Hauptmasse der Haltern-Formation ist aufgrund der nachgewiesenen Faunen und Sedimentgefüge eindeutig marin und dem inneren Schelf zuzuordnen.
Literatur: Anderson, H. J.; Bosch, M. van den; Braun, F. J.; Drozdzewski, G.; Hilden, H. D.; Hoyer, P.; Knapp, G.; Rehagen, H.-W.; Stadler, G.; Teichmüller, R.; Thiermann, A.; Vogler, H.(1987): Erläuterungen zu Blatt C 4306 Recklinghausen. – Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 100 000, Erl., C 4306, 2. Aufl.: 164 S.; Krefeld.
Arnold, H. (1964): Die Halterner Sande und ihre Fauna. - Fortschr. Geol. Rheinld. u. Westf., 7: 85 – 112; Krefeld.
Bärtling, R. (1909): Die Stratigraphie des Untersenons im Becken von Münster in der Übergangszone aus mergeliger zu sandiger Facies. - Z. dt. geol. Ges., Mber., 61: 372 – 381; Berlin.
Hilden, H. D.; Suchan, K. H. (1974): Neue Untersuchung über Verbreitung, Mächtigkeit und Grundwasserführung der Halterner Sandfazies. – Fortschr. Geol. Rheinld. u. Westf., 20: 79 – 90; Krefeld.
Hiss (2007): Haltern-Formation. – In: Niebuhr, B.; Hiss, M.; Kaplan, U.; Tröger, K.-A.; Voigt, S.; Voigt, T.; Wiese, F.; Wilmsen, M. (Hrsg.): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – Schriftenr. dt. Ges. Geowiss., 55: 106 - 107; Hannover.
Jansen, F.; Drozdzewski, G. (1986), mit Beitr. von Nötting, J.; Paas, W.; Suchan, K.H.; Vieth-Redemann, A.: Erläuterungen zu Blatt Mülheim an der Ruhr. – Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 25 000, Erl., 4507: 200 S.; Krefeld.
Krusch, P. (1909): Beitrag zur Geologie des Beckens von Münster, mit besonderer Berücksichtigung der Tiefbohraufschlüsse nördlich der Lippe im Fürstlich Salm-Salmschen Regalgebiet. – Z. dt. Geol. Ges., 61: 230 – 282; Berlin.
Schlüter, C. (1876): Die Cephalopoden der oberen deutschen Kreide, 2. – Palaeontographica, 24 (1 – 4): 1 – 144; Kassel.
Wrede, V. (2000), mit Beitr. von Vieth-Redemann, A.; Meyer, B.; Paas, W.: Erläuterungen zu Blatt Bottrop. – Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 25 000, Erl., 4407: 144 S.; Krefeld.
Autor des Datenblattes: Hiss, M.
Erstellt am: 28.04.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 22.06.2006
Änderung Datensatz: 16.03.2010

Anzahl Litho alt: 1

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Litholex Recherche vom 23.06.2017, 10:32:08.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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