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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Helgoland-Formation
ID: 2008012
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Wilmsen & Wood (2007)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: Untere Plänerkalk-Untergruppe, Plänerkalk-Gruppe
Chronostratigraphie: Untercenomanium (Cenomanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Rote „Cenoman“-Kreide (Ernst 1927); Grieskreide (z.B. Wood & Schmidt 1991); Cenoman-Bioarenit (Appel 1991).
Lithologie: Bunte (weiße, rote, pinke und gelbliche), z.T. tonige, harte, bioklastisch-kreidige Kalksteine (Karbonatgehalte um 90%) mit rauem Bruch und reichlich Inoceramenschill sowie seltenen Brachiopoden. Belemniten und Aucellinen kommen nahe der Basis vor.
Untergeordnete Einheit: Es werden keine Member innerhalb der sehr stark kondensierten Helgoland-Formation ausgehalten. An der Basis gibt es faunistische Hinweise für das ultimus/Aucellina-Event (Neostlingoceras carcitanense-Subzone der Mantelliceras mantelli Zone), in höheren Bereichen für das „Inoceramus“ crippsi-Event (Sharpeiceras schlueteri-Subzone der M. mantelli-Zone) (siehe Wood & Schmid 1991). Die basalen Abschnitte direkt oberhalb der „Grauen Minimus-Kreide“ (s.u.) sind u. U. Äquivalente der Paradoxica-Bank aus dem tiefen Untercenomanium von Hunstanton (N-Norfolk, England; cf. Mortimore et al. 2001).
Liegendgrenze: Die Helgoland-Formation lagert mit Schichtlücke und scharfem lithologischen Wechsel transgressiv auf der grau-braunen, sehr harten „Grauen Minimus-Kreide“ des mittleren Albium.
Hangendgrenze: Die Hangendgrenze wird durch das Einsetzen der Brochterbeck-Formation im (unteren?) Mittelcenomanium definiert. Zwischen Helgoland- und Brochterbeck-Formation existiert wahrscheinlich eine größere Schichtlücke.
Mittlere Mächtigkeit: --
Maximale Mächtigkeit: Etwa 6-7 m.
Typusprofile, etc.: Typusregion und Typusprofil ist der Klippenbereich vor dem Nordoststrand der Helgoländer Düne (s. Stühmer 1991: Taf. 1, Abb. 1; Taf. 2, Abb. 2). Die Abfolge ist nur während extremer Nipptide subaerisch aufgeschlossen (cf. Stühmer 1991).
Verbreitung (Bundesländer): Schleswig-Holstein
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Norddeutsches Tiefland, Nordsee und Wattenküste
Verbreitung (Ergänzung): Nordseeinsel Helgoland, nordöstliches Felswatt und Meeresboden südlich, östlich und nördlich der Helgoländer Düne (siehe Schmid & Spaeth 1991: Abb. 2).
Zeitgleiche Einheiten: Die Helgoland-Formation ist ein (zumindest partielles) zeitliches Äquivalent der Essen-Grünsand-, der Herbram- und der Baddeckenstedt-Formation.
Alterseinstufung: Die Alterseinstufung erfolgt biostratigraphisch (hauptsächlich mit Bivalven und Ammoniten) sowie mittels Eventstratigraphie (vgl. Ernst 1927, Kemper et al. 1974, Wood & Schmid 1991).
Kommentar: Die Mantelliceras mantelli- und (Teile der) M. dixoni-Zone des Untercenomanium sind biostratigraphisch nachgewiesen (Kemper et al 1974, Wood & Schmid 1991). Faunistische Indikatoren für das Mittelcenomanium liegen bereits in Fazies der Brochterbeck-Formation vor. Wahrscheinlich besteht an der Grenze von Helgoland- zur Brochterbeck-Formation eine spät-früh- bis früh-mittelcenomane Schichtlücke.
Versch./Sonstiges: Aufgrund der beschränkten Aufschlussverhältnisse im Inter- und Subtidal Helgolands ist der Kenntnisstand zur Stratigraphie der Helgoland-Formation insgesamt gering. Es handelt sich um ein biogenes, höherenergetisches Schwellensediment eines flachen Epikontinentalmeeres ohne nennenswerten terrigenen Eintrag.
Literatur: Appel, D. (1991): Petrographische Beschreibung der karbonatischen Kreide Helgolands. – Geologisches Jahrbuch, A 120: 69 – 95; Hannover.
Ernst, W. (1927): Über den Gault von Helgoland. – N. Jb. Min. Geol. Paläont., Beil. Bd. 58, B: 113 – 156; Stuttgart.
Kemper, E.; Rawson, P. F.; Schmid, F.; Spaeth, C. (1974): Die Megafauna der Kreide von Helgoland und ihre biostratigraphische Deutung. – Newsl. Stratigr., 3: 121 – 137; Leiden.
Mortimore, R.N.; Wood, C.J.; Gallois, R.W. (2001): British Upper Cretaceous stratigraphy. – Geological Conservation Review Series, 23, 558 S.; Peterborough.
Stühmer, H. H. (1991): Die Helgoländer Kreideklippen bei Extrem-Niedrigwasser: Eine Dokumentation. – Geologisches Jahrbuch, A 120: 63–67; Hannover.
Wilmsen, M. & Wood, C.J. (2007): Helgoland-Formation. – In: Niebuhr, B. Hiss, M., Kaplan, U., Voigt, S., Voigt, T., Wiese, F. & Wilmsen, M. (Hrsg.): Lithostratigraphische Einheiten der norddeutschen Oberkreide. Schriftenr. dt. Ges. Geowiss.. 55: 28 - 29; Hannover.
Wood, C. J.; Schmid, F. (1991): Upper Cretaceous of Helgoland (NW Germany): Lithology, palaeontology and biostratigraphy. – Geologisches Jahrbuch, A 120: 37 – 61; Hannover.
Autor des Datenblattes: Wilmsen, M.; Wood, C. J.
Erstellt am: 03.04.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 13.06.2006
Änderung Datensatz: 12.03.2010

Anzahl Litho alt: 1

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Litholex Recherche vom 26.04.2017, 11:57:34.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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