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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Gulpen-Formation
ID: 2008003
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Felder (1975)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Obermaastrichtium (Maastrichtium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Obercampanium (Campanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: „Gulpens Krijt“ in der niederländischen Literatur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts; Gülpenschichten und Orsbacher Schichten (Feuersteinkreide) (Breddin et al. 1963)
Lithologie: Mergelsteine bis Kalksteine, hellgrau, weißgrau, zum Teil mit schwarzem Flint, z. T. sandige Kalksteine
Untergeordnete Einheit: Die Gulpen-Formation lässt sich in mehrere Member gliedern, von denen im Raum Aachen vom Liegenden zum Hangenden folgende entwickelt sind:
Zevenwegen-Member = kreidige Mergelkalksteine ohne Flint;
Vylen-Member = feste Mergel- und Kalkmergelsteine mit sandigen Kalksteinlagen;
Orsbach-Member = schwach verfestigte kreidige Kalke mit schwarzem Flint (vgl. Albers & Felder 1979, Knapp 1980, Meyer 1994, Jagt 1999, Felder & Bosch 2000).
Liegendgrenze: Der Beginn der Karbonatsedimentation bedingt einen markanten lithologischen Wechsel, durch den sich die Sedimente der Gulpen-Formation sehr deutlich von denen weitgehend kalkfreien Ablagerungen der unterlagernden Vaals-Formation abheben.
Hangendgrenze: Die Basis des überlagernden Vetschau-Members der Maastricht-Formation ist durch den „Horizont van Lichtenberg“ gekennzeichnet, eine Hartgrundbildung mit starker Bioturbation sowie Glaukonit- und Fossilgrus-Anreicherung, z. T. auch konglomeratisch (Felder & Bosch 2000).
Mittlere Mächtigkeit: 30 – 35 m, in Abhängigkeit von der tektonischen Position stark wechselnd, Schichtenfolge meist lückenhaft.
Maximale Mächtigkeit: 150 m (nach Knapp 1980), bis 175 m nach aktuellen Kartierergebnissen (mündl. Mitt. B. Oesterreich).
Typusprofile, etc.: Typusregion ist das Gebiet um Gulpen (NL). Typusprofile sind für alle untergeordneten Einheiten in den Niederlanden festgelegt und bei Albers & Felder (1979) sowie Felder & Bosch (2000) beschrieben. Im Raum Aachen ist die Gulpen-Formation meist sehr schlecht aufgeschlossen. Im Vylen-Member gibt es einen Aufschluss in einem Hohlweg nahe dem Kloster Lemiers (TK 25: 5102 Herzogenrath, R 24 98 340, H 56 29 580)
Verbreitung (Bundesländer): Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge
Mittelgebirge, Rheinisches Schiefergebirge
Verbreitung (Ergänzung): Nordrand des Rheinischen Schiefergebirges im Gebiet der Aachen-Limburger Kreide. Die Gulpen-Formation ist grenzüberschreitend im Dreiländereck von Belgien, Deutschland und den Niederlanden verbreitet. Sie ist weitestgehend auf das Gebiet westlich der Laurensberg-Störung beschränkt, ihre Hauptverbreitung liegt in den Niederlanden (Verbreitungskarte bei Felder & Bosch 2000).
Zeitgleiche Einheiten: Die im Raum Aachen sehr lückenhaft entwickelten Ablagerungen der Gulpen-Formation sind litho- und biostratigraphisch mit den vollständigeren Profilen der Typusregion und im Raum Maastricht korrelierbar. Zwischen Zevenwegen- und Vylen-Member schaltet sich dort noch der „Kalksteen van Beutenaken“ ein. Das Orsbach-Member entspricht in den Niederlanden dem „Kalksteen van Lixhe“ und „Kalksteen van Lanaye“ (Albers & Felder 1979, Felder & Bosch 2000).
Alterseinstufung: Biostratigraphische Einstufung nach Belemniten und Ammoniten (Jagt 1999); Foraminiferenzonierung: Zonen A bis F nach Hofker (1966).
Kommentar: Eine Zusammenstellung und Bewertung der zahlreichen stratigraphischen Arbeiten über die Gulpen-Formation gibt Jagt (1999).
Versch./Sonstiges: Die Gulpen-Formation wird nach der niederländischen Ortschaft Gulpen im Geultal, westlich von Aachen benannt. Die Sedimente der Gulpen-Formation wurden in einem marinen Milieu abgelagert. Das Zevenwegen-Member ist oft unvollständig entwickelt, wohingegen das Vylen-Member transgressiv und diskordant über ältere Ablagerungen hinweggreift.
Literatur: Albers, H. J. & Felder, W. (1979): Litho-, Biostratigraphie und Palökologie der Oberkreide und des Tertiärs (Präobersanton-Dan/Paläozän) von Aachen-Südlimburg (Niederlande, Deutschland, Belgien). – In: Wiedmann, J. [Hrsg.]: Aspekte der Kreide Europas. – IUGS Ser. A, 6: 47 – 84; Stuttgart (Schweizerbart).
Breddin, H.; Brühl, H.; Dieler, H. (1963): Das Blatt Aachen-NW der praktisch-geologischen Grundkarte 1 : 5 000. – Geol. Mitt., 1: 251 – 428; Aachen.
Felder, W. M. (1975): Lithostratigrafie van het Boven-Krijt en het Dano-Montien in Zuid-Limburg en het aangrenzende gebied. In: Zagwijn, W. H.; van Staalduinen, C. J. [rsg.]: Toelichting bij geologische overzichtskaarten van Nederland, 63 – 75; Haarlem (Rijks Geologische Dienst).
Felder, W. M.; Bosch, P. W. (2000): Krijt van Zuid-Limburg. – Geologie van Nederland, 5: 190 S.; Delft, Utrecht (Nederlands Instituut voor Toegepaste Geowetenschappen TNO).
Hofker, J. (1966): Maestrichtian, Danian and Paleocene Foraminifera. The Foraminifera of the type-Maestrichtian in South Limburg, Netherlands, together with the Foraminifera of the underlying Gulpen chalk and the overlying calcareous sediments, the Foraminifera of the Danske kalk and the overlying greensands and clays as found in Denmark. – Palaeontographica, Suppl. 10: 375 S.; Stuttgart.
Jagt, J. W. M. (1999): Late Cretaceous – Early Palaeogene echinoderms and the K/T boundary in the southeast Netherlands and northeast Belgium – Part 1: Introduction and stratigraphy. – Scripta Geol., 116: 1 – 57; Leiden.
Knapp, G. (1980), mit Beitr. von Hager, H.: Erläuterungen zur geologischen Karte der nördlichen Eifel 1:100 000, 3. Aufl. – 155 S.; Krefeld.
Meyer, W. (1994): Geologie der Eifel, 3. Aufl. – 618 S.; Stuttgart (Schweizerbart).
Autor des Datenblattes: Hiss, M.
Erstellt am: 21.03.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 22.06.2006
Änderung Datensatz: 22.06.2006


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Litholex Recherche vom 25.05.2017, 14:40:05.

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Beispiel zum Zitieren eines Datensatzes:

HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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