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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Stemwede-Formation
ID: 2008001
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: Dölling, Hiss & Kaplan (2007)
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Obercampanium (Campanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Untercampanium (Campanium, Oberkreide, Kreide, Mesozoikum)
Synonyme: Haldemer Schichten und Dammer Schichten (Trümmererze) (Riegraf 1995), Dielingen-Schichten und Haldem-Schichten (Kaplan & Röper 1997, Skupin 2005, Dölling 2006).
Lithologie: Im unteren Teil vorwiegend Tonmergelsteine, schwach sandig, stark glaukonitisch, untergeordnet Kalkmergelsteine, an der Basis z. T. Transgressionskonglomerat aus aufgearbeiteten, stark eisenhaltigen unterkretazischen Tonsteingeoden (Dammer Eisenerz); im oberen Teil kieselreicher (spikulitischer), sandiger Kalkmergelstein bis Mergelkalkstein (Opoka-Fazies).
Untergeordnete Einheit: Aufgrund der unterschiedlichen lithologischen Ausprägung ist die Stemwede-Formation in das Dielingen-Member (glaukonitische Tonmergel-Fazies) und das Haldem-Member (= Opoka-Fazies) gliederbar. Das Dammer Eisenerz kann als lokal auftretende Bank an der Basis des Dielingen-Member aufgefasst werden.
Liegendgrenze: Die Liegendgrenze ist transgressiv und diskordant. Die Stemwede-Formation lagert z. T. mit einem Transgressionskonglomerat (Dammer Eisenerz) auf Ablagerungen der Unterkreide.
Hangendgrenze: Die Hangendgrenze ist erosiv.
Mittlere Mächtigkeit: Dielingen-Member 50 – 70 m, Haldem-Member bis 110 m
Maximale Mächtigkeit: Nach Dölling (2006) kann die Mächtigkeit des Dielingen-Members nach Bohrungsbefunden bis auf 120 m ansteigen.
Typusprofile, etc.: Typusregion ist der Stemweder Berg nahe der Ortschaft Stemwede nordöstlich von Osnabrück. Für das Dielingen-Member gelten nach Kaplan & Röper (1997) der Straßeneinschnitt der Umgehungsstraße südlich von Dielingen und für das Haldem-Member ein aufgelassener Steinbruch 100 m westlich des Wasserbehälters Haldem als Typuslokalitäten (TK 25: 3516 Lemförde). Ein weiteres Referenzprofil für das Haldem-Member ist der ehemalige Gemeindesteinbruch Brockum auf der Nordseite des Stemweder Berges.
Verbreitung (Bundesländer): Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Norddeutsches Tiefland, Ems-Hunte-Geest, Weser-Aller-Flachland
Verbreitung (Ergänzung): Dammer Oberkreide-Mulde, Stemweder Berg
Zeitgleiche Einheiten: Der Stemweder Berg bildet ein Erosionsrelikt. Zeitgleiche Einheiten finden sich erst wieder im zentralen Münsterland (Holtwick-, Coesfeld-, Baumberge-Formation u. a.), im Raum Hannover (Misburg- und Ahlten-Formation) sowie in der norddeutschen Schreibkreide-Gruppe (Teile der Dägeling- und Kronsmoor-Formation).
Alterseinstufung: Die Stemwede-Formation ist biostratigraphisch i. W. nach Cephalopoden (Belemniten, Ammoniten) sowie mit benthischen Foraminiferen datiert (Arnold 1968, Kennedy & Kaplan 1997, Dölling 2006).
Kommentar: Auf dem Stemweder Berg reichen die Schichten biostratigraphisch bis in die polyplocum-Zone, die langei-Zone ist nach Kaplan & Röper (1997) dort bereits fraglich. Im Muldenzentrum nördlich des Stemweder Berges ergaben mikrofaunistische Untersuchungen von Bohrungen zur geologischen Landesaufnahme ebenfalls noch ein Alter im hohen oberen Obercampanium, aber keinen Hinweis auf Maastrichtium.
Versch./Sonstiges: Die Stemwede-Formation ist nach dem Stemweder Berg zwischen Dümmer und Wiehengebirge benannt. Sie ist eine vollmarine Ablagerung eines gut durchlichteten Schelfmilieus in mäßiger bis mittlerer Wassertiefe. Arnold (1968) beschreibt eine reichhaltige Fauna. Charakteristisch für das Haldem-Member ist die Opoka-Fazies, eine an Schwammskleriten (Spiculae) und somit an Kieselsäure reichen Karbonatfazies.
Literatur: Arnold, H. (1968), mit Beitr. von Knauff, W.: Das Obercampan des Stemweder Berges und seine Fauna. – Veröff. Überseemus. Bremen, A 3: 273 – 342; Bremen.
Dölling, M. (2006): Erläuterungen zu Blatt 3516 Lemförde. – Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 25 000, Erl., 3516. 133 S., Krefeld.
Dölling, M.; Hiss, M., Kaplan, U. (2007): Stemwede-Formation. – In: Niebuhr, B. Hiss, M., Kaplan, U., Voigt, S., Voigt, T., Wiese, F. & Wilmsen, M. (Hrsg.): Lithostratigraphie der norddeutschen Oberkreide. – Schriftenr. dt. Ges. Geowiss., 55: 87 - 88; Hannover.
Kaplan, U.; Röper, M. (1997): Das Campan der Dammer Oberkreide-Mulde unter besonderer Berücksichtigung des Stemweder Berges, NW-Deutschland. – Geol. Paläont. Westf., 50: 7 – 30; Münster.
Kennedy, W. J.; Kaplan, U. (1997): Ammoniten aus dem Campan des Stemweder Berges, Dammer Oberkreidemulde, NW-Deutschland. – Geol. Paläont. Westf., 50: 31 – 245; Münster.
Skupin, K. (2005), mit Beitr. von Krahn, L.; Weber, P.: Erläuterungen zu Blatt 3517 Rahden. – Geol. Kt. Nordrh.-Westf. 1 : 25 000, Erl., 3517: 134 S.; Krefeld.
Riegraf, W. (1995): Radiolarien, Diatomeen, Cephalopoden und Stratigraphie im pelagischen Campanium Westfalens (Oberkreide, NW-Deutschland). – N. Jb. Geol. Paläont. Abh., 197: 192 – 200; Stuttgart.
Autor des Datenblattes: Dölling, M.; Hiss, M.; Kaplan, U.
Erstellt am: 14.03.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Kreide
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 13.06.2006
Änderung Datensatz: 16.03.2010
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Litholex Recherche vom 28.06.2017, 14:28:15.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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