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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Sülstorf-Schichten
ID: 14
Hierarischer Rang: nicht klassifiziert
Erstbeschreibung: LOTSCH 1981
Gültigkeit des Namens: gültig
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Eochattium (Nord- u. Mitteldeutschland) (Chattium, Oberoligozän, Oligozän, Paläogen, Känozoikum)
Synonyme: Sternberger Gestein, Sternberger Kuchen (LOCHNER 1711)
untere und obere Mallißer Sandsteinbank (GEINITZ 1893)
Chatt E und F, Eochatt (MÜLLER 1966)
untere u. obere Sülstorfer Schichten (LOTSCH 1981)
Lithologie: Mit den Sülstorf-Schichten beginnt die Flachwasserfazies des Neogens. In SW-Mecklenburg werden dunkelbraungraue kalkhaltige marine Schluffe mit unterschiedlichen Sand- und Tongehalten abgelagert. Zum Hangenden sowie nach N und E nimmt der Sandgehalt allmählich zu. Die Gamma-Kurve ist untypisch gegliedert mit abnehmender Tendenz. Das Eigenpotential beginnt mit einem Negativ-Ausschlag und endet unruhig auf geringem Niveau.Die Schluffe enthalten im westlichen Bereich Glimmer, Glaukonit und mm-starke pyritisierte Grabgänge und Feinsandnester mit teilweise turbiditischer Struktur. Makro- und Mikrofossilreste sind nicht selten. Stellenweise sind der Schluff (im W) und der Feinsand (im E) durch Karbonate zu nicht horizontbeständigen Bänken verfestigt. Diese führen häufig massenhaft Fossilreste, vor allem Mollusken. Die Sandsteine werden „Sternberger Gestein“ und die Schluffsteine „Mallißer Sandsteinbänke“ genannt.Die durchschnittliche Mächtigkeit der Sülstorf-Schichten liegt in SW-Mecklenburg bei 80 m. Nach N und E nimmt sie allmählich ab.
Untergeordnete Einheit: untere (=Asterigerinoides-Zone) und obere Süllstorf-Schichten (=Palmula-Zone)
Liegendgrenze: Hardground der Plate-Schichten bzw. tonige Rupel-Fazies
Hangendgrenze: Hangendbegrenzung der Palmula-Zone (MÜLLER in v. BÜLOW 2000)
Mittlere Mächtigkeit: 40 m
Maximale Mächtigkeit: 80 m
Typusprofile, etc.: Typisch sind die Bohrlochmessungen der Bohrungen Kb NSWM 9/65 Kummer (TK 25: 2634 Ludwigslust, R: 44 58843; H: 59 10965) und Kb NSWM 23/65 Heiddorf (TK 25: 2833 Dömitz, R: 44 52370; H: 58 93774)
Verbreitung (Bundesländer): Mecklenburg-Vorpommern
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland, Nördlicher Landrücken
Verbreitung (Ergänzung): Die Sülstorf-Schichten sind in (Nord- und) Nordostdeutschland flächendeckend verbreitet. Ihre erosionsbedingte NE-Begrenzung befindet sich etwa an der Linie Wismar - Neubrandenburg.
Zeitgleiche Einheiten: Im SE in Richtung Brandenburg gehen die Sülstorf-Schichten in die fossilarme bis -freie Cottbus-Formation über. Zeitgleich dürften sich auch verschiedene Chatt-Schichten Norddeutschlands abgelagert haben.
Alterseinstufung: Ihre Alterseinstufung erfolgte mit Hilfe der Mikrofauna (MÜLLER in v. BüLow 2000). Die Asterigerinoides-gürichi-Zone charakterisiert die unteren Sülstorf-Schichten, während die Palmula-oblonga-Zone, in die auch der größte Teil des Sternberger Gesteins zu stellen ist, für die oberen Sülstorf-Schichten typisch ist. Die Sülstorf-Schichten werden dem obersten Teil des Eochattiums zugeordnet.
Kommentar: --
Versch./Sonstiges: --
Literatur: BÜLOW, W. v. [Hrsg.] (2000): Geologische Entwicklung Südwest-Mecklenburgs seit dem Ober-Oligozän. – Schriftenr. f. Geowiss., H. 11, Berlin
BÜLOW, W. v. & MÜLLER, S. (2004): Tertiär . – In: Katzung, G. [Hrsg.]: Geologie von Mecklenburg-Vorpommern, Stuttgart.
Autor des Datenblattes: v. Bülow
Erstellt am: 25.07.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Tertiär
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 30.08.2006
Änderung Datensatz: 01.09.2006


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Litholex Recherche vom 29.04.2017, 03:35:32.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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