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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Krakow-Subformation
ID: 1006012
Hierarischer Rang: Subformation (Member)
Erstbeschreibung: U. MÜLLER und H.-J. STEPHAN, für LithoLex definiert.
Gültigkeit des Namens: vorläufig mitgeteilt
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Weichselium (Oberpleistozän, Pleistozän, Quartär, Känozoikum)
Synonyme: Kurzbezeichnung: W2u (MÜLLER in RÜHBERG et al. 1995), qw2u
Obsolet: qwFP, W2max.
Lithologie: Grundmoräne (Geschiebelehm/-mergel) mit W2-Kleingeschiebezusammensetzung über Vorschüttsanden, lokal Nachschüttsedimente
Untergeordnete Einheit: Krakow-Till-Bank (=W2u-Till)
Liegendgrenze: Basis der Vorschüttsande auf (vorwiegend) älteren weichselzeitlichen Ablagerungen
Hangendgrenze: Obergrenze des W2u-Tills bzw. der Nachschüttsedimente, in Grundmoränengebieten z. T. unter einer periglaziären Deckschicht, sonst unter Ablagerungen (verbreitet Vorschüttsanden) der Hauptpommern-Subformation (W2o)
Mittlere Mächtigkeit: 20 m
Maximale Mächtigkeit: 40 m
Typusprofile, etc.: Typusregion: Zone der Randlage zwischen Ratzeburger, Schweriner und Krakower See und nördlich anschließendes Grundmoränengebiet bis zur Pommerschen Hauptmoräne.
Referenzprofile: Bohrungen Upahl (TK 25 - 2133), Kussewitz (TK 25 - 1839: R 451700, H 5999000), Kliffs Klütz Höved, Poel, Stoltera
Verbreitung (Bundesländer): Mecklenburg-Vorpommern
Schleswig-Holstein
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Verbreitung (Ergänzung): Jungmoränengebiet im westlichen und mittleren Mecklenburg und südöstlichen Holstein, außerhalb der "Hauptmoräne" der Pommern-Phase und nördlich der frankfurtzeitlichen Ablagerungen. Krakowzeitlicher Gürtel mit Bülower, Kritzower, Frühpommerschen Staffeln. Flächendeckend auskartiert LKQ 50 - Blatt Güstrow (1982).
Zeitgleiche Einheiten: Polen: Morphostratigraphisch begründete Korrelation mit den Ablagerungen der Kraina-Subphase.
In Schleswig-Holstein korreliert mit den Ablagerungen nördlich der Randlage bei Mustin-Mölln (Nord) bis zur Randlage des Hauptpommern-Vorstoßes westlich von Lübeck (STEPHAN 2004). Die Begrenzung nach Westen ist unsicher. Im nördlichen Holstein und im Landesteil Schleswig unbekannt, möglicherweise fehlend (vgl. LÜTTIG 2005).
Alterseinstufung: Numerische Daten liegen nicht vor. Relative Korrelation nach Morphostratigraphie, Bohrprofilen und Kleingeschiebezusammensetzung.
Kommentar: Eigenständiger Vereisungszyklus nachgewiesen MÜLLER (in RÜHBERG et al. 1995)
Versch./Sonstiges: Der Namensteil "Krakow" leitet sich vom Ort Krakow ab, in dessen Umgebung SCHULZ (1963) erstmals erkannte, dass es vor dem pommerschen Hauptvorstoß bereits einen frühen, weiter ausgreifenden pommerschen Eisvorstoß gegeben hatte. Seine äußere Randlage wird in Karten häufig mit Pmax oder W2max bezeichnet. Der W2u-Till ist am Klütz Höved und auf Poel als Geschiebesand ausgebildet (RÜHBERG & STRAHL 1993). In Diskussionen an Aufschlüssen wurde er z. T. als proglaziäres Sediment gedeutet. Nach RÜHBERG (1999) ist seine Kleingeschiebegemeinschaft flint- und kreideärmer als die des qw2o. Die im südöstlichen Holstein morphologisch und durch Aufschlussbeobachtung abgeleitete Verbreitung der Krakow-Subformation deckt sich nicht mit der von LÜTTIG (2005, 2007) angegebenen Verbreitung pommerscher Geschiebeassoziationen.
Literatur: LÜTTIG, G. (2005): Geschiebezählungen im westlichen Mecklenburg. – Archiv für Geschiebekunde, 4(9): 569-600; Greifswald.
LÜTTIG, G. (2007): Crescit – tabescit: glacies. Glaziologisch-wissenschaftsphilosophische Betrachtungen. – Archiv für Geschiebekunde, 4(10): 609-672; Hamburg/Greifswald.
RÜHBERG, N. (1999): Über den Wert der Kleingeschiebezählungen (KGZ). – Geschiebekunde aktuell, 15(3): 87-100.
RÜHBERG, N. (2004): West-Kliff von Poel. – In: KATZUNG, G. (Hrsg.), Geologie von Mecklenburg-Vorpommern. – 580 S.; Stuttgart.
RÜHBERG, N., SCHULZ, W., v. BÜLOW, W., MÜLLER, U., KRIENKE, H.-D., BREMER, F. & DANN, T. (1995): Mecklenburg-Vorpommern. – In: BENDA, L. (Hrsg.), Das Quartär Deutschlands, 95-115; Berlin.
RÜHBERG, N. & STRAHL, U. (1993): Steilküste am Klein Klütz Höved ndl. von Elmenhorst. – 60. Tagung der AG Nordwestdeutscher Geologen in Klein Labenz, Kurzfassungen und Exkursionsführer, Exk. B4: 106-110; Schwerin (GLA Mecklenburg-Vorpommern).
SCHULZ, W. (1963): Eisrandlagen und Seeterrassen in der Umgebung von Krakow am See in Mecklenburg. – Geologie, 12(10): 1152-1168.
SCHULZ, W. (1967): Abriß der Qartärstratigraphie Mecklenburgs. – Arch. Fr. Naturgesch. Mecklenb., XIII: 99-110; Rostock.
STEPHAN, H.-J. (2004): Karte der Stauchgebiete und Haupt-Gletscherrandlagen in Schleswig-Holstein 1 : 500 000. – Meyniana, 56: 149-154, 1 Karte; Kiel.
WOLDSTEDT, P. (1926): Die großen Endmoränenzüge Norddeutschlands. – Z. Dt. Geol. Ges., 77 (für 1925): 172-184; Stuttgart.
Autor des Datenblattes: Ulrich Müller; Hans-Jürgen Stephan
Erstellt am: 28.03.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Quartär
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 26.06.2008
Änderung Datensatz: 14.10.2008


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Litholex Recherche vom 30.03.2017, 20:36:02.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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