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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Warleberg-Subformation
ID: 1006009
Hierarischer Rang: Subformation (Member)
Erstbeschreibung: H.-J. STEPHAN, erstmals für LithoLex definiert.
Gültigkeit des Namens: vorläufig mitgeteilt
Übergeordnete Einheit: Wandelwitz-Formation
Chronostratigraphie: Weichselium (Oberpleistozän, Pleistozän, Quartär, Känozoikum)
Synonyme: Kurzbezeichnung: qwWB
Obsolet: Warleberg-Formation (qwWB) für den Till (STEPHAN 1994)
Lithologie: Niedertausedimente (nur lokal) über geringmächtiger Grundmoräne über Vorschüttsedimenten; im Vorfeld der Warleberg-Randlage nur Vorschüttsedimente (kleinflächige Sander oder glazilimnische Ablagerungen)
Untergeordnete Einheit: Warleberg-Till-Bank
Liegendgrenze: Basis der Vorschüttsedimente
Hangendgrenze: Obergrenze der Grundmoräne oder (lokal) der Niedertausedimente
Mittlere Mächtigkeit: Mehrere Meter
Maximale Mächtigkeit: 10 m; örtlich stark wechselnd
Typusprofile, etc.: Typusregion: Östlichstes Schleswig-Holstein und westliche Ostsee
Verbreitung (Bundesländer): Schleswig-Holstein
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Verbreitung (Ergänzung): Östlichstes Jungmoränengebiet
Zeitgleiche Einheiten: Mecklenburg-Vorpommern: Oberer Teil der Mecklenburg-Formation
Dänemark: Ablagerungen des Beltsee-Vorstoßes (jüngere Phase des Jungbaltischen Vorstoßes)
Alterseinstufung: Geologisch zugehörig zur letzten Kaltphase des Weichsel-Hochglazials, damit jünger als 17 000 a BP und älter als 15 000 a BP (vgl. STUIVER & GROOTES 2000; d18O-Werte in grönländischem Eiskern). Kombinierte OSL/TL-Datierungen an Quarz in den jüngsten Ablagerungen (Kame) des bereits niedertauenden, inaktiven Gletschers an der Lübecker Bucht bei Brodten ergaben OSL-Alter zwischen 12 700 ± 1 700 a BP und 18 100 ± 3 800 a BP und TL-Alter zwischen 10 200 ± 1 200 a BP und 21 500 ± 5 800 a BP (PREUSSER 1999). PREUSSER leitet daraus für die Kamesande ein Alter von „etwa 15 000 a BP“ ab.
Kommentar: Die aus dem grönländischen Eiskern und mit OSL/TL-Messungen bei Brodten abgeleiteten Alter für das Ende der letzten weichsel-hochglazialen Kältephase zeigen große Übereinstimmung und scheinen damit zuverlässig zu sein.
Versch./Sonstiges: Die Warleberg-Subformation umfasst die obere Sequenz der Wandelwitz-Formation (s. dort). Nahe dem zentralen Eisstrom in der westlichen Ostsee liegt der Warleberg-Till verbreitet diskordant-erosiv auf älterem Untergrund. Dabei wurde auch die Sehberg-Subformation aufgearbeitet. Stellenweise liegen Warleberg- und Sehberg-Till untrennbar aufeinander (z. B. Großteil von Fehmarn). Der Warleberg-Gletscher hat sich oft über Toteisfelder des Sehberg-Vorstoßes bewegt (wenig eigener Till). Stellenweise, besonders auf Geländekuppen, kann der Till sehr geringmächtig werden oder auch fehlen.Die Warleberg-Till-Bank führt örtlich Linsen, Schlieren oder Lagen eines rötlichbraunen Tills, der seine Färbung durch hohe Anteile roter bis violetter (eo)kambrischer Sandsteine erhielt. Diese Einschaltungen sind neben der Einregelung der Klasten Beleg für die östliche (baltische) Herkunft des ablagernden Gletschers (STEPHAN 1998).
Literatur: PREUSSER, F. (1999): Lumineszenzdatierung fluviatiler Sedimente; Fallbeispiele aus der Schweiz und Norddeutschland. – Kölner Forum für Geologie und Paläontologie, 3: 1-62.
STEPHAN, H.-J. (1994): Der Jungbaltische Gletschervorstoß in Norddeutschland. – Schr. Naturwiss. Ver. Schlesw.-Holst., 64: 1-15.
STEPHAN, H.-J. (1998): Geschiebemergel als stratigraphische Leithorizonte in Schleswig-Holstein; ein Überblick. - Meyniana 50: 113-135.
STUIVER, M. & GROOTES, P. M. (2000): GISP2 oxigen isotope ratios. – Quaternary Research, 53: 277-284.
Autor des Datenblattes: Hans-Jürgen Stephan
Erstellt am: 28.03.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Quartär
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 11.05.2007
Änderung Datensatz: 28.06.2007


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Litholex Recherche vom 24.05.2017, 10:04:50.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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