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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Bordesholm-Formation
ID: 1006005
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: H.-J. STEPHAN (1994), siehe Pkt. Versch./Sonstiges
Gültigkeit des Namens: vorläufig mitgeteilt
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Weichselium (Oberpleistozän, Pleistozän, Quartär, Känozoikum)
Synonyme: Kurzbezeichnung: qwBH
Obsolet: Bordesholm-Formation für die Till-Bank allein und Kurzbezeichnung qwGB (STEPHAN 2003)
Lithologie: Fleckenweise glazilimnische Ablagerungen (vorwiegend Schluff) über Grundmoräne (Till, Geschiebelehm/-mergel) über Vorschüttsanden bis -kies über einer Ausspülungslage (Kies-Geröll).
Untergeordnete Einheit: Bordesholm-Till-Member
Liegendgrenze: Basis der Ausspülungslage oder Basis der Vorschüttsedimente auf glazilimnischem Schluff oder Till der Brügge-Formation.
Hangendgrenze: Obergrenze der glazilimnischen Ablagerungen, in der Typusregion unter spätglazialer Fließerde
Mittlere Mächtigkeit: 6 m
Maximale Mächtigkeit: 10 m
Typusprofile, etc.: 1. Gemarkungen Brügge und Wattenbek in Nordholstein.
2. Gebiet südöstlich bis südwestlich von Bornhöved (Stocksee-Damsdorf-Gönnebek) in Mittelholstein.
Verbreitung (Bundesländer): Schleswig-Holstein
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Verbreitung (Ergänzung): Jungmoränengebiet Schleswig-Holsteins südlich von Kiel
Zeitgleiche Einheiten: Vermutlich zeitgleich mit der Blumenthal-Formation (s. dort). STEPHAN (1994, 2003) vermutete Zeitgleichheit mit der äußeren W2-Grundmoräne in Mecklenburg (W2u). Nach LÜTTIG (2005) fehlen aber in Schleswig-Holstein nordwestlich der Hohwachter Bucht pommersche Glaziärbildungen. Die Bordesholm-Formation gehörte demnach zu einer jüngeren Staffel der Frankfurt-Phase, in die auch die Brügge-Formation (s. dort) gestellt wird.
Alterseinstufung: OSL-Datierungen an Quarzextrakten durch PREUSSER (1999) ergaben für den hangenden Schluff (Niedertauphase) ein Alter von 26 000 ± 4 000 a BP und für die unter dem Till liegenden Vorschüttsande Alter von 31 000 ± 6 000 a BP bis 92 000 ± 19 000 a BP.
MARKS et al. (1995) ermittelten an einer multimineralischen Probe aus dem Vorschüttsand ein TL-Alter von 60 900 ± 9 100 a BP.
Kommentar: Die Daten streuen relativ stark, was normalerweise mit unvollkommener Bleichung vor der Ablagerung erklärt wird. Das tatsächliche Alter dürfte dem ermittelten jüngsten Alter am nächsten kommen. PREUSSER hält beim oberen Beckenschluff eine vollständige Bleichung für wahrscheinlich. Insgesamt gewertet erscheint ein Alter von ca. 25 000 a BP für die Bordesholm-Formation glaubhaft. Die von MARKS et al. (1995) in Erwägung gezogene Einstufung der Bordesholm-Formation in das Mittelweichsel kann als widerlegt gelten.
Versch./Sonstiges: STEPHAN (1979) nannte die 2. weichselzeitliche Grundmoräne östlich von Bordesholm, Nordholstein (Raum Brügge-Bissee) „Bordesholm-Moräne“. 1994 listete er sie lithostratigraphisch als Bordesholm-Till-Formation auf.
Der Bordesholm-Till ist die Grundmoräne des „Gönnebek-Vorstoßes“ nach HÖLTING (1958).
Literatur: HÖLTING, B. (1958): Die Entwässerung des würmzeitlichen Eisrandes in Mittelholstein. – Meyniana, 7: 61-98.
LÜTTIG, G. (2005): Bericht über die geschiebestatistische Untersuchung von Proben aus dem Raum von Kiel, ergänzt durch generelle Anmerkungen zur Quartärstratigraphie dieses Raumes. - Unpubl. Bericht, Geowiss. Arch. LANU Schleswig-Holstein: 1-3, 2 Anlagen.
MARKS, L., PIOTROWSKI, J. A., STEPHAN, H.-J., FEDOROWICZ, S. & BUTRYM, J. (1995): Thermoluminescence indications of the Middle Weichselian (Vistulian) Glaciation in northwest Germany. – Meyniana 47: 69-82.
PREUSSER, F. (1999): Lumineszenzdatierung fluviatiler Sedimente; Fallbeispiele aus der Schweiz und Norddeutschland. – Kölner Forum für Geologie und Paläontologie, 3: 1-62.
STEPHAN, H.-J. (1979): Der Aufschluss Brüggerholz, ein Schlüsselpunkt für das Verständnis der “Jungmoränenlandschaft” Schleswig-Holsteins. – Schr. Naturwiss. Ver. Schlesw.-Holst., 49: 25–34.
STEPHAN, H.-J. (1994): Der Jungbaltische Gletschervorstoß in Norddeutschland. - Schr. Naturwiss. Ver. Schlesw.-Holst., 64: 1-15.
STEPHAN, H.-J. (2003): Zur Entstehung der eiszeitlichen Landschaft Schleswig-Holsteins. – Schr. Naturwiss. Ver. Schlesw.-Holst., 68: 101-118.
Autor des Datenblattes: Hans-Jürgen Stephan
Erstellt am: 28.03.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Quartär
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 11.05.2007
Änderung Datensatz: 13.06.2007


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Litholex Recherche vom 23.06.2017, 00:19:45.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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