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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Leck-Formation
ID: 1006003
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: H.-J. STEPHAN, für LithoLex definiert
Gültigkeit des Namens: vorläufig mitgeteilt
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Mittelpleistozän (Pleistozän, Quartär, Känozoikum)
Synonyme: --
Lithologie: Vorwiegend fein- bis mittelkörnige fluviatile Sande mit schluffigen, humosen Schlieren und bis 1,5 m mächtigen Sand- bis Schluffmuddelagen
Untergeordnete Einheit: Leck-Mudde-Member
Liegendgrenze: Basis der fluviatilen Sande über schwach kiesigen Sanden, über Beckenton (Spätelster)
Hangendgrenze: Obergrenze der fluviatilen Sande, überlagert von glazifluviatilem kiesigem Sand, stellenweise von saalezeitlicher Grundmoräne
Mittlere Mächtigkeit: --
Maximale Mächtigkeit: 9 m
Typusprofile, etc.: Bohrungen Leck 3 (H 60 73793, R: 34 97610) und Leck 8 (H: 60 74083, R: 34 97633)
Verbreitung (Bundesländer): Schleswig-Holstein
Verbreitung (Geogr. Einheit): Norddeutsches Tiefland
Verbreitung (Ergänzung): Nördliches Nordfriesland, Altmoränengebiet
Zeitgleiche Einheiten: Wahrscheinlich Nachtigall 1 und Göttingen-Ottostraße (STEPHAN et al. 2011, URBAN et al. 2011) (s. Kommentar).
Alterseinstufung: Paläomagnetik: Brunhes-Epoche. Geschiebeanalytik: Jünger als Elster, älter als saaleglaziäre Ablagerungen. Feinkiesanalytik: jünger als die elsterzeitliche Goldelund-Formation („baltische“ Elster), älter als saaleglaziäre Ablagerungen, damit in das MIS 7 zu stellen (STEPHAN et al. 2011). Da die Wacken-Warmzeit nach KRBETSCHEK & STEPHAN (2010) mit hoher Wahrscheinlichkeit dem MIS 7e zugeordnet werden kann, blieben für die Leck-Warmzeit MIS 7c oder MIS 7a als denkbare Einstufung. Das deckt sich mit der 230Th/U-Datierung des palynologisch wahrscheinlich korrelierbaren Vorkommens von Nachtigall 1, für das WAAS et al. (2011) ein mögliches Alter von 227 +9/-8 ka bis 201 +15/-13 ka ableiteten. URBAN in STEPHAN et al. (2011) hält nach Vergleich der pollenanalytischen Sukzessionen von Nachtigall 1, Göttingen-Ottostraße und Leck die Zuordnung der Leck-Warmzeit zum MIS 7c für möglich.
Kommentar: Die paläomagnetische Untersuchung im geophysikalischen Labor der GGA ergab normale Magnetisierung (HÄNEL 1994). Die Einstufung in die Brunhes-Epoche ist sehr wahrscheinlich.
Auf Grund der Entkalkung von noch >20 m Sanden unter der Leck-Formation wäre ein prä-holsteinzeitliches Alter denkbar. Die Zusammensetzung der Feinkies-Fraktion der direkt unter der Leck-Formation liegenden Sande lässt aber auf saalezeitliches Alter schließen.
Die Zugehörigkeit der Pollensukzessionen aus der Grube Nachtigall bei Höxter und denen aus den Bohrungen von Göttingen-Ottostraße zur selben Warmzeit wurde bereits von H. MÜLLER (unpubl.) für sehr wahrscheinlich gehalten. Sie wurde durch die erneute Bearbeitung von KLEINMANN et al. (2011) bestätigt.
Versch./Sonstiges: Es handelt sich nach einer palynologischen Untersuchung der Muddebank aus der Bohrung Leck 3 durch B. MENKE (MENKE 1983, vgl. STEPHAN & MENKE 1994) um ein sehr warmes, bisher nicht bekanntes Interstadial. Nach URBAN (in STEPHAN et al. 2011) handelt es sich aber um eine voll entwickelte Warmzeit.
Literatur: HÄNEL, R. (1994): Paläomagnetik Bohrung Leck 7. - Unveröff. Bericht GGA, Hannover 05.04.1994, Anlage zu Leck 7; Geowiss. Archiv LANU Schleswig-Holstein.
KLEINMANN, A., MÜLLER, H., LEPPER, J. & WAAS, D. (2011): A continental sediment and pollen sequence of the Saalian Complex in NW-Germany and its relationship to the MIS-
framework. – Quaternary International 241(1-2): 97-110.
KRBETSCHEK, M. R. & STEPHAN, H.-J. (2010): Dating of sediments (Infrared-Radiofluorescence method (IR-RF) at the type locality of the Wacken peat [Poster]. – DEUQUA 2010, Tagungsunterlagen/ Conference Proceedings: 117-118; Greifswald (Inst. f. Geogr. u. Geol., Universität Greifswald).
MENKE, B. (1983): Vorläufiges Ergebnis der palynologischen Untersuchung Leck 70 (Bhrg. Leck 3). - Unveröff. Bericht 20.05.1983, Anlage zu Leck 3; Geowiss. Archiv LANU Schleswig-Holstein.
STEPHAN, H.-J. (1995): Schleswig-Holstein. – In: BENDA, L. (Hrsg.), Das Quartär Deutschlands, S. 1-13; Berlin/Stuttgart (Gebr. Borntraeger).
STEPHAN, H.-J. & MENKE, B. (1994): Das Pleistozän in Schleswig-Holstein. – GLA SH 3: 19-62; Kiel (Geol. Landesamt).
STEPHAN, H.-J., URBAN, B., LÜTTIG, G.†, MENKE, B.† & SIERRALTA, M. (2011): Palynologische, petrographische und geochronologische Untersuchungen der Leck-Warmzeit (spätes Mittelpleistozän) und ihrer begleitenden Sedimente. – Geol. Jb. A 160: 3-80.
URBAN, B., SIERRALTA, M. & FRECHEN, M. (2011): New evidence for vegetation development and timing of Upper Middle Pleistocene interglacials in Northern Germany and tentative correlations. - Quaternary International 241(1-2): 125-142.
WAAS, D., KLEINMANN, A. & LEPPER, J. (2011): Uranium-series dating of fen peat horizons from pit Nachtigall in northern Germany. – Quaternary International 241(1-2): 111-124.
Autor des Datenblattes: Hans-Jürgen Stephan
Erstellt am: 28.03.2006
Zuständige Subkommission: Subkommission Quartär
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 11.05.2007
Änderung Datensatz: 09.01.2012

Anzahl Litho alt: 2

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Litholex Recherche vom 30.03.2017, 20:37:30.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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