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Lithostratigraphische Einheiten Deutschlands



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Name der Einheit: Ehringsdorf-Formation
ID: 1000002
Hierarischer Rang: Formation
Erstbeschreibung: L. KATZSCHMANN, erstmals für LithoLex definiert
Gültigkeit des Namens: vorläufig mitgeteilt
Übergeordnete Einheit: --
Chronostratigraphie: Pleistozän (Quartär, Känozoikum)
Synonyme: Kurzbezeichnung: qsTrE (Generallegende SGD Thüringen), Ehringsdorfer Travertin, Travertin von Ehringsdorf
Lithologie: --
Untergeordnete Einheit: Untere Ehringsdorf-Subformation (UT), "Pariser Horizont"-"Bank"(PH) und Obere Ehringsdorf-Subformation (OT)
Liegendgrenze: (?)frühsaalezeitliche Hochflutlehme mit unterlagernder (?)Haupt-Mittelterrasse der Ilm in randlicher Verzahnung mit spätelster-/saalezeitlichen Fließerden (Edukt: Keupersedimente (Ton-/Siltsteine etc.), Terrassensedimente, Elster-Geschiebemergel); der wechselnd scharfe Übergang zum Travertinkörper zeigt z.T. Aufarbeitungszonen der Fließerden (teilweise Calcit-zementiert) sowie (Fließerde-)Gerölle im Travertin.
Hangendgrenze: weichselzeitliche Fließerden (Edukte: Keupergesteine, Travertingrus, Kiessande, Geschiebemergel; z.T. mit Eiskeilstrukturen und Parabraunerde); und Löß/Lößlehme mit holozäner Bodenbildung sowie partiell ein begrabener Boden auf Fließerden.
Mittlere Mächtigkeit: 0 bis ca. 20 m, Untere Ehringsdorf-Subformation 0 – 15 m, "Pariser Horizont"-"Bank" ca. 1 m (0-2 m); Obere Ehringsdorf-Subformation 0- 10 m (OT A-D je bis 3 m, PP1-3 je bis 0,2 m).
Maximale Mächtigkeit: --
Typusprofile, etc.: (Referenzpunkt Steinbruch: R 4454500 H 5646800)
dauerhafte Aufschlüsse im Steinbruch Ehringsdorf: Forschungspfeiler (UT-OT ?A, Aschelagen (s.g. „Brandschichten“) im UT), Fischerwand (UT, OT ?), Abbauwand unterhalb der Trift im Bruchteil "Haubold" (UT-OT ?A) und die südwestliche Abbauwand (UT mit ?Quelltopfsedimenten und Randfazies, OT). Hangende (weichselzeitliche Fließerden, Löß/Lößderivate, Bodenhorizonte) und liegende Einheiten (spätelster-/saalezeitliche Fließerden, (?)frühsaalezeitlicher Hochflutlehm, ?Haupt-Mittelterrasse) sind wechselnd nach Abbaufortschritt aufgeschlossen.
Verbreitung (Bundesländer): Thüringen
Verbreitung (Geogr. Einheit): Mittelgebirge, Thüringer Becken
Verbreitung (Ergänzung): Travertinvorkommen direkt ESE der Ortslage Weimar-Ehringsdorf
Zeitgleiche Einheiten: Aufgrund der Unsicherheit der chronostratigraphischen Einstufung keine Benennung möglich.
Alterseinstufung: Geochronologie: Methodisch zuverlässige Calcit-U/Th-Alter (MALLIK 2000): UT: 236±13 ka BP (OIS7.5); OT: 198±10 ka BP (OIS7.3); weitere Datierungsergebnisse methodisch oder probenbedingt fraglichBiostratigraphie: KAHLKE, R.D. (2001): insgesamt eemzeitlich, u.U. basale Teile (UT) Intrasaale (OIS7) z.B. nach dem Entwicklungsgrad der Schermausgebisse; Bodenbildung auf Pariser durch Auftreten von Cricetus major (Großhamster) nicht jünger als Eem (HEINRICH 1994); KOENIGSWALD & HEINRICH (1999): in der Faunenübersicht zumindest UT eindeutig als älter als Eem; MANIA et al. (2003): älter als Eem (Intrasaale), da Syringa josikaea im UT und OT nachgewiesen; Fehlen der kleinen Quellschnecke Belgrandia germanicaArchäologie: mittelpaläolithisches Inventar mit bifaziellen und keilartigen Geräten, dominierend Spitzen und Schaberformen, Parallelisierung mit anderen Fundstellen steht aus (FEUSTEL 1993); „grundformtechnische Übereinstimmung von Ehringsdorfer Artefakten mit Inventaren, die eem- bis frühweichselzeitlich datiert sind /z.B. Taubach...)“ SCHÄFER (2007, 2001)
Kommentar: Auf Grund der z.T. widersprüchlichen geochronologischen, paläontologischen und archäologischen Befunde ist eine sichere chronostratigraphische Einstufung der Ehringsdorf-Travertin-F. z.Z. nicht möglich. Die neuesten geochronologischen Befunde lassen Saale-Komplex =>?Dömnitz-Warmzeit,
Versch./Sonstiges: Das Travertin-Vorkommen von Ehringsdorf wurde erstmals von J.C.W.VOIGT (1781) genannt. 1926 veröffentlicht SOERGEL ein erstes Standardprofil unter Verwendung von Profilaufnahmen von A. WEISS und E. WÜST. Die noch heute gültige Gliederung geht vor allem auf STEINER (1974, 1979) zurück.- 1907 erste
Literatur: DOCKTER, J. & STEINMÜLLER, A. (1996): Erläuterungen zur Geol. Karte von Thür. 1:25.000 – 5034 Weimar O.- Thür. LA f. Geologie, Weimar.
FEUSTEL, R.(1993) in: Fossile Menschenfunde von Weimar-Ehringsdorf.- Weimarer Monographien zur Ur- und Frühgeschichte, 30, Stuttgart.
HEINRICH W.D. (1994): Aussagen der Säugetierpaläontologie zur Altersstellung pleistozäner Travertinfundstätten in Thüringen.- Berliner geowiss. Abh., E 13, (B. Krebs-Festschrift), S. 251-267, Berlin.
KAHLKE, H.D. (1974, 1975; Hrsg.): Das Pleistozän von Ehringsdorf. T1+2.- Abh. d. Zentr. geol. Inst., 21 + 23, Berlin.
KAHLKE, R.D. (2001): Die fossile Flora und Fauna von Ehringsdorf.- Archäologische Denkmale in Thüringen, Bd.2 -Weimar und Umgebung: 139-150, Weimar.
KOENIGSWALD, W. v. & HEINRICH W.D. (1999): Mittelpleistozäne Säugetierfaunen aus Mitteleuropa - der Versuch einer biostratigraphischen Zuordnung.- Kaupia, 9: 53-112, Darmstadt.
MALLIK, R. (2000): Entwicklung einer Mikrobeprobung zur Th/U-Datierung und Anwendung an quartären Travertinen aus dem Thüringer Becken.- Diss., Heidelberg.
MANIA et al. (2003): Die Travertine in Thüringen und im Harzvorland.- Hallesches Jahrbuch für Geowissenschaften, Bh. 17, 2003, 1-83.
SCHÄFER, D. (2007): Paläotechnik, das Pleistozän von Weimar-Ehringsdorf und der wissenschaftliche Erkenntnisprozess (i.D.).
SCHÄFER, D. (2001): Zur Archäologie der Travertine von Ehringsdorf.- Archäologische Denkmale in Thüringen Bd.2 - Weimar und Umgebung: 127-138, Weimar.
SCHÜLER, T. (2003): ESR dating of a new paleolithic find layer of the travertine site of Weimar-Ehringsdorf (Central Germany). – Terra Nostra, 2: 233-235, Berlin.
SOERGEL, W. (1926): Exkursion in das Travertingebiet von Ehringsdorf. – Pal. T., 8(1): 7-33, Berlin.
STEINER, W.(1976): Das neue Standardprofil des Travertinvorkommens von Ehringsdorf bei Weimar.- Z. geol. Wiss., 4: 771-780.
STEINER, W. (1979): Der Travertin von Ehringsdorf und seine Fossilien.- Die neue Brehmbücherei, 522, 200 S., A. Ziemsen-Verlag, Wittenberg.
VLCEK, E. (1993): Fossile Menschenfunde von Weimar-Ehringsdorf.- Weimarer Monographien zur Ur- und Frühgeschichte 30, Stuttgart.
WAGENBRETH, O., STEINER, W., LANGE, P. & FREYBURG, E. (1974): Zur Feinstratigraphie und Lagerung des Pleistozäns von Ehringsdorf bei Weimar.- Abh. Zentr. Geol. Inst., 21: 77-156.
Autor des Datenblattes: Katzschmann, L.
Erstellt am: 02.05.2007
Zuständige Subkommission: Subkommission Quartär
Freigabe Subkommission: Ja
Freigabe am: 08.11.2007
Änderung Datensatz: 30.11.2007
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Litholex Recherche vom 30.03.2017, 20:43:33.

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HISS, M.1): Aachen-Formation2). In LithoLex [Online-Datenbank]. Hannover: BGR. Last updated 22.06.20063). [cited 05.07.2006]4). Record No. 20080025). Available from: http://www.bgr.bund.de/litholex

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